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Gabunviper

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Bitis gabonica
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Vipern (Viperidae)
  • Unterfamilie: Echte Vipern (Viperinae)
  • Gattung: Puffottern (Bitis)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, feuchte Savannen und Waldränder in West- und Zentralafrika
  • Größe: 120–180 cm, maximal bis über 200 cm
  • Gewicht: 8–12 kg, Ausnahmetiere bis über 20 kg
  • Lebenserwartung: ca. 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Gabunviper zählt zu den massigsten Giftschlangen der Welt. Ihr Körper ist extrem gedrungen und kräftig gebaut, mit einem auffallend breiten, dreieckigen Kopf, der sich deutlich vom Hals absetzt. Das Maul ist breit und beherbergt die längsten Giftzähne aller Schlangenarten: Sie können bei großen Exemplaren eine Länge von bis zu fünf Zentimetern erreichen. Die Giftzähne sind als Röhrenzähne (Solenoglyphen) ausgebildet und werden beim Zubeißen aus einer Ruhelage nach vorn geklappt.

Die Beschuppung zeigt ein komplexes, geometrisches Muster aus Rechtecken, Dreiecken und Rauten in Braun-, Beige-, Violett- und Cremetönen. Diese Farbgebung dient als hocheffektive Tarnung auf dem Laubstreu des Waldbodens. Auf dem Kopf verläuft eine dunkle, dreieckige Zeichnung. Charakteristisch sind außerdem zwei kleine, hornartige Erhebungen zwischen den Nasenlöchern, die bei der Unterart Bitis gabonica rhinoceros (Westafrikanische Gabunviper) besonders stark ausgeprägt sind. Die Nominatform Bitis gabonica gabonica aus Ost- und Zentralafrika besitzt diese Nasenfortsätze in deutlich geringerer Ausprägung.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gabunviper erstreckt sich über weite Teile des subsaharischen Afrikas. Die Art kommt von Guinea und Sierra Leone in Westafrika über das Kongobecken bis nach Tansania, Mosambik und das östliche Simbabwe vor. Ihr bevorzugtes Habitat sind tropische und subtropische Regenwälder mit dichter Bodenvegetation und hoher Luftfeuchtigkeit. Daneben besiedelt sie feuchte Savannen, Sekundärwälder und Waldlichtungen. Gelegentlich wird sie auch in landwirtschaftlich genutzten Gebieten und an den Rändern menschlicher Siedlungen angetroffen, sofern ausreichend Deckung vorhanden ist.

Die Art bevorzugt Biotope mit dickem Laubstreu, da sie sich dort nahezu unsichtbar machen kann. In Höhenlagen kommt sie bis etwa 1.500 Meter über dem Meeresspiegel vor, wobei die Populationsdichte mit zunehmender Höhe abnimmt.

Ernährung

Die Gabunviper ist eine Lauerjägerin. Sie verharrt regungslos auf dem Waldboden und wartet, bis Beutetiere in Reichweite gelangen. Zum Beutespektrum gehören Nagetiere, kleinere Affen, bodenbrütende Vögel, Frösche und gelegentlich kleinere Antilopen wie Ducker. Die Schlange nimmt ihre Beute über Wärmesinnesgruben und den Geruchssinn wahr – die grubenlose Gabunviper besitzt zwar keine Grubenorgane wie die Grubenottern, verfügt aber über hochsensible Vibrations- und Chemorezeptoren.

Beim Beutefang stößt sie blitzschnell vor und versenkt ihre langen Giftzähne tief in das Opfer. Dabei injiziert sie eine enorme Giftmenge – pro Biss können bis zu 600 Milligramm Trockengift abgegeben werden, mehr als bei den meisten anderen Giftschlangen. Das Gift wirkt sowohl zytotoxisch als auch hämotoxisch und zerstört Gewebe sowie die Blutgerinnungsfähigkeit. Die Beute wird nach dem Biss oft festgehalten, bis sie durch die Giftwirkung verendet, und dann im Ganzen verschlungen.

Verhalten & Lebensweise

Die Gabunviper ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber liegt sie nahezu bewegungslos im Laub verborgen und verlässt sich vollständig auf ihre Tarnung. Sie gehört zu den trägsten Schlangenarten überhaupt und bewegt sich selbst bei Störungen nur äußerst ungern. Wird sie bedrängt, gibt sie zunächst ein lautes, tiefes Zischen von sich, bei dem der Körper sichtbar aufgebläht wird. Bisse auf den Menschen sind selten, da die Art eine hohe Reizschwelle besitzt – sie erfolgen fast ausschließlich, wenn auf das Tier getreten oder es direkt angefasst wird.

Die Gabunviper lebt als Einzelgänger und hält kein festes Revier. Ihre Fortbewegung erfolgt in geradliniger, sogenannter Raupenlokomtion, bei der die Bauchschuppen wellenförmig bewegt werden. Diese Fortbewegungsweise ist typisch für schwere, bodenbewohnende Schlangen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Gabunviper ist ovovivipar – die Eier werden im Mutterleib ausgebrütet, und die Jungtiere kommen voll entwickelt zur Welt. Die Paarungszeit fällt in die Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot hoch ist. Männchen suchen paarungsbereite Weibchen über deren Pheromonspuren auf. Rivalisierende Männchen können Kommentkämpfe austragen, bei denen sie ihre Körper umeinander winden und versuchen, den Gegner zu Boden zu drücken. Echte Bisse zwischen Rivalen kommen dabei nicht vor.

Die Tragzeit beträgt etwa sieben Monate. Ein Wurf umfasst zwischen 20 und 60 Jungtiere, in Ausnahmefällen bis zu 80. Die Neugeborenen sind etwa 25 bis 30 Zentimeter lang und bereits mit funktionsfähigen Giftzähnen ausgestattet. Eine Brutpflege durch das Muttertier findet nicht statt – die