Cochin
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Steckbrief
- Herkunft: China (Region um Shanghai), Weiterentwicklung in England und den USA
- Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), Europäischer Geflügelstandard (EE), APA (American Poultry Association)
- Gewichtsklasse: Schweres Huhn (Großrasse)
- Gewicht Hahn: 3,5–5,5 kg
- Gewicht Henne: 3,0–4,5 kg
- Legeleistung: ca. 100–120 Eier pro Jahr
- Eigewicht: ca. 53 g, gelbbraune Schale
- Lebenserwartung: 5–8 Jahre
- Gefieder/Farben: Üppiges, weiches Gefieder mit starker Fußbefiederung; anerkannte Farbenschläge u. a. gelb, schwarz, weiß, blau, gesperbert, rebhuhnfarbig-gebändert, schwarz-weiß gescheckt
Herkunft & Geschichte
Die Abstammung des Cochins führt ins kaiserliche China, genauer in die Gegend um Shanghai. Dort wurden großrahmige, reich befiederte Hühner seit Jahrhunderten gehalten. In Europa tauchte die Rasse erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts auf, als um 1843 Exemplare als Geschenk an Königin Victoria nach England gelangten. Die imposanten Vögel lösten dort das sogenannte „Hen Fever" aus – eine regelrechte Hühnermanie, die bald auf Nordamerika und das europäische Festland übergriff.
Englische und amerikanische Züchter formten aus den ursprünglichen Shanghai-Hühnern durch gezielte Selektion die heutige Rasseform mit dem charakteristisch gedrungenen Körperbau und der üppigen Fußbefiederung. Der Cochin wurde 1874 in den Standard der American Poultry Association aufgenommen und gehört damit zu den ältesten anerkannten Hühnerrassen. In Deutschland betreut der Sonderverein der Cochin-, Brahma- und Zwerg-Brahmazüchter die Zucht und Pflege des Rassestandards. Der Cochin hatte enormen Einfluss auf die gesamte Geflügelzucht: Er wurde in die Entstehung zahlreicher anderer Rassen wie Orpington und Wyandotte eingekreuzt und war maßgeblich daran beteiligt, dass sich die organisierte Rassegeflügelzucht als Hobby etablierte.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Cochin ist ein massiges, wuchtiges Huhn, das durch seine Größe und die enorme Gefiederfülle sofort ins Auge fällt. Der Körper ist breit, tief und abgerundet, wobei die lockere, weiche Befiederung den Vogel noch voluminöser erscheinen lässt, als er tatsächlich ist. Der Rücken ist kurz und steigt zur Sattelpartie hin leicht an, der Schwanz wird relativ kurz und niedrig getragen.
Besonders markant ist die dichte Fußbefiederung, die sogenannten „Latschen". Schenkel, Läufe und die Außenzehen sind reich befiedert, was den Eindruck erweckt, das Huhn trage weite Hosen. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper eher klein, mit einem einfachen, mittelgroßen Stehkamm, roten Ohrlappen und kurzen, roten Kehllappen. Die Augen sind orange bis rot, je nach Farbenschlag. Der Schnabel ist kräftig und leicht gebogen.
Das Gefieder ist außergewöhnlich weich und locker strukturiert – fast daunenartig. Diese Eigenschaft unterscheidet den Cochin deutlich von vielen anderen schweren Rassen. Neben der Großrasse existiert auch der Zwerg-Cochin, der als eigenständige Rasse anerkannt ist und die gleichen Rassemerkmale in verkleinerter Form zeigt.
Charakter & Wesen
Cochins gelten als ausgesprochen ruhig, sanftmütig und zutraulich. Wer ein Huhn sucht, das beinahe den Charakter eines Haustieres mitbringt, liegt mit dem Cochin goldrichtig. Die Tiere werden schnell handzahm, lassen sich bereitwillig streicheln und zeigen kaum Scheu vor Menschen. Auch gegenüber Kindern verhalten sie sich geduldig und gelassen.
Hähne sind für ihre Größe bemerkenswert friedfertig. Aggressives Verhalten gegenüber Menschen oder anderen Tieren kommt selten vor. Innerhalb der Gruppe zeigen Cochins ein ausgeglichenes Sozialverhalten und lassen sich problemlos mit anderen ruhigen Hühnerrassen vergesellschaften. Die Hennen sind hervorragende Glucken – ihr Bruttrieb ist stark ausgeprägt, weshalb sie häufig als Ammenhennen für Eier anderer Rassen eingesetzt werden.
Durch ihre Schwere und das üppige Gefieder sind Cochins keine Flugkünstler. Selbst niedrige Zäune stellen für sie ein echtes Hindernis dar, was die Haltung deutlich vereinfacht. Die Tiere sind nicht sonderlich aktiv, bewegen sich gemächlich und scharren nur mäßig – der Rasen im Garten leidet daher weniger als bei aktiveren Rassen.
Haltung & Pflege
Cochins stellen keine hohen Ansprüche an den Auslauf. Ein moderat großer, gesicherter Freilauf reicht aus, da die Tiere keinen ausgeprägten Bewegungsdrang haben. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass der Untergrund trocken und sauber bleibt: Die dichte Fußbefiederung nimmt Feuchtigkeit und Schmutz leicht auf, was zu Parasitenbefall und Entzündungen führen kann.
Der Stall sollte geräumig sein, da die großen Vögel ausreichend Platz benötigen. Sitzstangen dürfen nicht zu hoch angebracht werden – 30 bis 50 Zentimeter Höhe sind ideal, um Verletzungen beim Abspringen zu vermeiden. Breite Sitzstangen sind den schmalen vorzuziehen, weil die befiederten Füße auf schmalen Stangen keinen stabilen Halt finden.
Die Gefiederpflege erfordert besondere Aufmerksamkeit. Das weiche, lockere Gefieder bietet Parasiten wie Federlingen und Milben gute Versteckmöglichkeiten. Regelmäßige Kontrollen und das Bereitstellen einer trockenen Sandbadestelle sind unverzichtbar. Vor Ausstellungen empfiehlt es sich, die Fußbefiederung vorsichtig zu reinigen und auf Verunreinigungen zu pr