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Damwild

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Jäger- & Weidmannssprache > Jäger- & Weidmannssprache

Definition und Überblick

Als Damwild bezeichnet die Jägersprache den Damhirsch (Dama dama) in seiner Gesamtheit – also alle Alters- und Geschlechtsklassen dieser Hirschart. Der Begriff umfasst sowohl den männlichen Damhirsch als auch das weibliche Tier, die Kälber und den gesamten Bestand in einem Revier. In der Weidmannssprache wird streng zwischen der zoologischen Artbezeichnung und dem jagdlichen Sammelbegriff unterschieden: „Damhirsch" meint das männliche Einzeltier, „Damwild" hingegen die Art als jagdbares Wild insgesamt.

Das Damwild gehört zur Familie der Cerviden (Hirsche) und ist in Deutschland eine der häufigsten Hirscharten neben dem Rotwild und dem Rehwild. Ursprünglich stammt der Damhirsch aus Vorderasien und dem östlichen Mittelmeerraum. Durch den Menschen wurde er bereits in der Römerzeit und verstärkt im Mittelalter in weiten Teilen Europas angesiedelt. Heute kommt Damwild in nahezu allen deutschen Bundesländern vor, sowohl in freier Wildbahn als auch in Gattern und Wildparks.

Weidmännische Bezeichnungen und Begriffe

Die Jägersprache kennt für das Damwild ein eigenes, differenziertes Vokabular, das sich teilweise mit der Terminologie des Rotwildes überschneidet, in einigen Punkten aber abweicht:

  • Damhirsch: Das männliche Stück Damwild. Oft auch schlicht „Hirsch" genannt, wenn der Kontext eindeutig ist.
  • Damtier: Das weibliche Stück. Im Gegensatz zum Rotwild wird die weibliche Bezeichnung „Tier" (nicht „Kuh") verwendet.
  • Damkalb: Das Jungtier im ersten Lebensjahr, unterschieden in Hirschkalb (männlich) und Tierkalb (weiblich).
  • Schmaltier: Ein weibliches Stück im zweiten Lebensjahr, das noch nicht beschlagen (gedeckt) wurde.
  • Schmalspießer: Ein männliches Stück im zweiten Lebensjahr mit erstmalig geschobenem, noch einfachem Geweih.
  • Schaufler: Ein älterer Damhirsch, dessen Geweih die charakteristische, schaufelförmige Verbreiterung der Stangen zeigt.
  • Rudel: Die Gruppe, in der Damwild typischerweise lebt.
  • Brunft: Die Paarungszeit, beim Damwild auch als „Brunft" – nicht „Brunst" – bezeichnet.
  • Platzhirsch: Der dominante Hirsch auf einem Brunftplatz.

Das Geweih des Damhirsches wird in der Jägersprache ebenfalls als Geweih bezeichnet, nicht als „Gehörn" (dieser Begriff ist dem Rehwild vorbehalten). Die typische Schaufelbildung unterscheidet das Damwild-Geweih deutlich vom Stangengeweih des Rotwildes. Man spricht von Stangen, Augsprosse, Mittelsprosse und der Schaufel mit ihren Enden oder Sprossen.

Körperbau und Erkennungsmerkmale

Damwild ist deutlich größer als Rehwild, aber kleiner als Rotwild. Ein ausgewachsener Damhirsch erreicht eine Schulterhöhe von etwa 80 bis 100 Zentimetern und ein Körpergewicht von 60 bis 100 Kilogramm. Damtiere sind leichter und wiegen zwischen 35 und 55 Kilogramm.

Das auffälligste Merkmal ist das Sommerkleid mit seiner rotbraunen Grundfärbung und den weißen Flecken auf der Decke (dem Fell). Im Winterhalbjahr wechselt die Färbung zu einem einheitlichen Graubraun, die Flecken verblassen weitgehend. Der Spiegel – die helle Zeichnung am Hinterleib – ist beim Damwild besonders ausgeprägt: weiß mit schwarzer Umrandung. Der Wedel (Schwanz) ist im Vergleich zu anderen Hirscharten relativ lang und wird häufig bewegt.

Neben der Normalfärbung kommen beim Damwild verschiedene Farbvarianten vor: schwarze (melanistische), weiße (leuzistische) und porzellanfarbene Stücke treten regelmäßig auf, besonders in Parkbeständen.

Lebensweise und Lebensraum

Damwild ist ein ausgesprochen geselliges Wild. Damtiere leben ganzjährig in Rudeln zusammen mit ihren Kälbern und den Jungtieren der Vorjahre. Die Hirsche bilden außerhalb der Brunft eigene Hirschrudel, die sich nach Altersklassen zusammensetzen können. Erst zur Brunftzeit im Oktober und November suchen die Hirsche die Tierrudel auf.

Als Lebensraum bevorzugt Damwild lichte Laub- und Mischwälder mit angrenzenden offenen Flächen. Es ist anpassungsfähig und besiedelt auch Agrarlandschaften, sofern ausreichend Deckung vorhanden ist. Im Gegensatz zum Rotwild zeigt Damwild eine geringere Fluchtdistanz und lässt sich leichter an menschliche Nähe gewöhnen – ein Grund für seine häufige Haltung in Wildparks und Gattern.

Damwild ist überwiegend ein Äsungsgeneralist. Gräser, Kräuter, Feldfrüchte, Eicheln, Bucheckern und Baumrinde gehören zum Nahrungsspektrum. In der Landwirtschaft kann Damwild erhebliche Wildschäden verursachen, insbesondere auf Acker- und Grünlandflächen.

Brunft und Fortpflanzung

Die Damwildbrunft findet von Mitte Oktober bis Anfang November statt und unterscheidet sich grundlegend von der Brunft des Rotwildes. Damhirsche bilden sogenannte Brunftplätze (auch Brunftkuhlen), die sie über Jahre beibehalten. Dort schlagen die Hirsche mit dem Geweih Boden und Vegetation, harnen in flache Mulden und wälzen sich darin. Die Damtiere suchen aktiv die Brunftplätze auf. Der typische Brunftruf des