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Deutsches-lachshuhn

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Steckbrief

  • Herkunft: Deutschland (Zuchtbasis: französisches Faverolles)
  • Rassestandard: BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), anerkannt seit Anfang des 20. Jahrhunderts
  • Gewicht Hahn: 3,0–4,0 kg
  • Gewicht Henne: 2,5–3,5 kg
  • Legeleistung: ca. 160–180 Eier pro Jahr
  • Eigewicht: ca. 55–65 g, gelblich bis hellbraun
  • Lebenserwartung: 6–9 Jahre
  • Gefiederfarben: Lachsfarbig (Hauptfarbe), weiß, blau-lachsfarbig, sperber-lachsfarbig; weitere Farbschläge in der Zucht
  • Besonderheiten: Fünfte Zehe, Bart, Federfüße, Halskrause

Herkunft & Geschichte

Das Deutsche Lachshuhn geht auf das französische Faverolles zurück, eine Rasse, die Ende des 19. Jahrhunderts in der Gegend um das namensgebende Dorf Faverolles südwestlich von Paris entstand. Dort kreuzte man Houdans, Dorkings, Brahmas und Cochins, um ein schweres, frühreifes Masthuhn mit guter Legeleistung zu erhalten. Französische Faverolles gelangten ab etwa 1890 nach Deutschland, wo Züchter schnell das Potenzial der Rasse erkannten, mit dem vorhandenen Typ jedoch nicht vollständig zufrieden waren.

Deutsche Züchter – allen voran wird oft der Name des Züchters R. Fischer aus Chemnitz genannt – arbeiteten zielstrebig daran, den etwas plumpen und uneinheitlichen französischen Typ zu veredeln. Durch strenge Selektion und gezielte Zucht entstand ein eigenständiger Typ mit strafferer Körperhaltung, klarerer Farbzeichnung und insgesamt harmonischeren Proportionen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Deutsche Lachshuhn als eigene Rasse im Rassestandard des BDRG anerkannt und vom französischen Faverolles abgegrenzt. Der Zuchtverband betreut die Rasse seitdem kontinuierlich, wobei engagierte Sondervereine und Züchtergemeinschaften für den Erhalt der Rassemerkmale sorgen.

Trotz seiner Qualitäten als Zweinutzungshuhn ist das Deutsche Lachshuhn heute keine weit verbreitete Wirtschaftsrasse mehr. Es gilt als gefährdete Nutztierrasse und wird von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) auf der Roten Liste geführt. Umso wichtiger ist die Arbeit der Hobbyzüchter und Liebhaber, die diese Rasse mit ihrer bemerkenswerten Abstammung vor dem Verschwinden bewahren.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Deutsche Lachshuhn ist ein kräftiges, breit gebautes Huhn mit einer waagerechten, leicht nach vorn geneigten Körperhaltung. Der Rumpf wirkt gedrungen und voluminös, was die Rasse als typisches Fleischhuhn ausweist. Auffällig ist der vergleichsweise kleine Einfachkamm, der bei Hahn und Henne aufrecht steht und fein gezackt ist.

Zu den unverwechselbaren Rassemerkmalen gehört der ausgeprägte Dreiteilungsbart, bestehend aus Kinn- und Backenbart, der dem Gesicht ein fast eulenartiges Aussehen verleiht. Ebenso charakteristisch ist die Halskrause, ein dichter Federkragen, der dem Hals ein mächtiges Volumen gibt. Die Läufe sind befiedert, was zusammen mit der fünften Zehe – einem Erbe der Dorking-Vorfahren – ein weiteres Erkennungsmerkmal darstellt. Diese fünfte Zehe ist deutlich ausgebildet und nach oben gerichtet, klar von der vierten Zehe getrennt.

Der namensgebende Lachsfarbschlag zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus: Der Hahn präsentiert sich mit schwarzer Brust, schwarzem Bart und lachsfarbig bis goldbraun gezeichnetem Rücken- und Sattelgefieder, während die Henne ein warmes, lachsrosa bis cremebraunes Federkleid trägt. Diese geschlechtsgebundene Farbvererbung ermöglicht bei reinerbigen Tieren sogar eine Geschlechtsbestimmung der Küken anhand der Daunenfarbe.

Charakter & Wesen

Das Deutsche Lachshuhn gehört zu den ruhigsten und umgänglichsten Hühnerrassen überhaupt. Die Tiere sind ausgesprochen zutraulich, friedfertig und werden bei regelmäßigem Kontakt zum Menschen schnell zahm. Selbst Hähne zeigen in der Regel ein sanftes, wenig aggressives Verhalten – eine Eigenschaft, die in der Zucht seit jeher gezielt gefördert wurde.

Die Rasse ist weder besonders flugfreudig noch übermäßig laut, was sie auch für Haltung in Wohngebieten interessant macht. Die Hennen gelten als gelassen und wenig schreckhaft. Im Sozialverhalten innerhalb der Gruppe zeigen sich die Tiere verträglich, Rangordnungskämpfe verlaufen meist harmlos. Gelegentlich zeigen Hennen Brutlust und können als zuverlässige Glucken eingesetzt werden, allerdings ist dieser Trieb nicht bei allen Linien gleich stark ausgeprägt.

Haltung & Pflege

Das Deutsche Lachshuhn eignet sich hervorragend für die Freilandhaltung, stellt aber keine extremen Ansprüche an den Auslauf. Da die Tiere schwer und wenig flugfreudig sind, genügt in der Regel ein niedriger Zaun von etwa 100 bis 120 cm Höhe. Der Stall sollte trocken und gut belüftet sein, da die üppige Befiederung einschließlich der Federfüße bei feuchten Bodenverhältnissen schnell verschmutzt und verklumpt.

Die Federfüße erfordern besondere Aufmerksamkeit: Der Auslauf sollte möglichst nicht dauerhaft matschig sein, und die Sitzstangen im Stall sollten breit genug sein, damit die Tiere bequem aufbaumen können. Regelmäßige Kontrolle der Federfüße auf Parasiten wie Kalkbeinmilben ist ratsam. Auch der Bart sollte gelegentlich auf Verschmutzungen und Verklebungen geprüft werden, besonders bei Nässe oder ungünstiger Tränkegestaltung. Nippeltränken sind hier oft prakt