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Drosophila

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Tierart – Insekten > Zweiflügler

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Drosophila melanogaster (häufigste Art der Gattung)
  • Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
  • Familie: Taufliegen (Drosophilidae)
  • Gattung: Drosophila (ca. 1.500 beschriebene Arten weltweit)
  • Lebensraum: Nahezu weltweit; bevorzugt in der Nähe von reifendem oder gärendem Obst, Kompost, feuchten Biotopen
  • Größe: 2–4 mm Körperlänge
  • Gewicht: ca. 1 mg
  • Lebenserwartung: ca. 30–50 Tage (laborabhängig bis 80 Tage)

Aussehen & Merkmale

Die Gattung Drosophila umfasst kleine, zierlich gebaute Fliegen mit dem typischen Körperbau der Zweiflügler (Diptera): ein Paar häutiger Vorderflügel und ein zu Schwingkölbchen (Halteren) umgebildetes Hinterflügelpaar, das der Stabilisierung im Flug dient. Der Körper ist bei Drosophila melanogaster gelblich-braun gefärbt und trägt auf dem Hinterleib (Abdomen) dunkle Querstreifen. Weibchen sind in der Regel etwas größer als Männchen und besitzen ein spitz zulaufendes Abdomen, während das männliche Abdomen am Ende abgerundet und dunkler pigmentiert ist.

Auffällig sind die großen, leuchtend roten Komplexaugen, die aus mehreren Hundert Einzelaugen (Ommatidien) zusammengesetzt sind. Auf dem Kopf sitzen kurze, dreigliedrige Antennen mit einer federartigen Arista – einem feinen, verzweigten Fühlerfortsatz, der als Sinnesorgan für Luftströmungen und Geruchsreize dient. Die Mundwerkzeuge sind als leckend-saugender Rüssel ausgebildet, mit dem die Tiere flüssige Nahrung aufnehmen. Die sechs Beine tragen an den Tarsen kleine Haftpolster und Klauen, die das Laufen auf glatten Oberflächen ermöglichen.

Lebensraum & Verbreitung

Drosophila melanogaster ist ein Kosmopolit und kommt auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von tropischen bis in gemäßigte Klimazonen. Als synanthrope Art lebt sie häufig in unmittelbarer Nähe des Menschen – in Küchen, auf Märkten, in Obstlagern, Weinkellern und Kompostanlagen. In freier Natur besiedelt die Gattung Drosophila ein breites Spektrum an Habitaten: Wälder, Obstwiesen, Flussufer und feuchte Wiesen. Entscheidend für die Standortwahl ist das Vorkommen gärender pflanzlicher Substanzen, da diese sowohl als Nahrungsquelle als auch als Eiablageplatz dienen. Andere Arten der Gattung zeigen zum Teil enge ökologische Bindungen an bestimmte Biotope. So leben einige hawaiische Drosophila-Arten ausschließlich in bestimmten Regenwaldtypen und gelten als Paradebeispiel für adaptive Radiation.

Ernährung

Taufliegen ernähren sich nicht, wie oft angenommen, direkt vom Obst selbst, sondern überwiegend von den Hefepilzen und Bakterien, die sich auf der Oberfläche gärender Früchte, Gemüse und anderer organischer Substanzen ansiedeln. Die Mikroorganismen bilden die Hauptproteinquelle der adulten Fliegen. Zusätzlich nehmen die Tiere mit ihrem Saugrüssel zuckerhaltige Säfte und Gärflüssigkeiten auf. Die Larven leben im Inneren des gärenden Substrats und fressen ebenfalls Hefen und Bakterien. Diese Lebensweise macht Drosophila zu einem wichtigen Glied im Zersetzungskreislauf pflanzlicher Biomasse.

Verhalten & Lebensweise

Taufliegen sind vorwiegend tagaktiv und orientieren sich stark über den Geruchssinn. Flüchtige Gärungsprodukte wie Ethanol und Essigsäure locken die Fliegen über weite Distanzen an. Das Flugverhalten ist wendig, aber langsam – die Tiere erreichen Geschwindigkeiten von etwa 2 m/s. Im Labor lassen sich komplexe Verhaltensweisen beobachten: Lernfähigkeit, Gedächtnisleistung und soziale Interaktionen. Männchen zeigen ein ausgeprägtes Balzverhalten, bei dem sie das Weibchen umkreisen, mit einem Flügel vibrieren und damit artspezifische Balzgesänge erzeugen. Dieses akustische Signal wird über Luftschwingungen an das Weibchen übertragen und spielt eine zentrale Rolle bei der Partnerwahl. Weibchen wählen gezielt zwischen verschiedenen Männchen aus und paaren sich bevorzugt mit solchen, die besonders ausdauernd balzen.

Eine Revierbildung im eigentlichen Sinne findet nicht statt. Männchen verteidigen jedoch ihren unmittelbaren Sitzplatz gegenüber Rivalen durch Drohgebärden und kurze Rangeleien.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Lebenszyklus von Drosophila melanogaster ist bei 25 °C in etwa zehn Tagen abgeschlossen und umfasst eine vollständige Verwandlung (Holometabolie). Ein Weibchen legt im Laufe seines Lebens bis zu 400 Eier, die es einzeln oder in kleinen Gruppen auf die Oberfläche gärender Substrate platziert. Die etwa 0,5 mm langen Eier tragen zwei dorsale Atemfortsätze (Filamente), die verhindern, dass sie in der feuchten Masse versinken.

Nach rund 24 Stunden schlüpfen die Larven, die drei Larvenstadien durchlaufen und sich dabei mehrfach häuten. Die Larven sind beinlose, weißliche Maden mit schwarzen Mundhaken. Nach etwa vier bis fünf Tagen verpuppt sich die Larve in einem tonnenförmigen Puparium, das aus der verhärteten letzten Larvenhaut besteht. Die Puppenruhe dauert drei bis vier Tage. Die frisch geschlüpften Imagines (Adulttiere) sind zunächst hell gefärbt und noch nicht geschlechtsreif; die Aushärtung und Pigmentierung der Kutik