Drückjagd
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Definition und Überblick
Die Drückjagd ist eine Form der Gesellschaftsjagd, bei der Wild durch Treiber und häufig auch durch Stöberhunde aus seinen Einständen beunruhigt und den auf festen Ständen postierten Schützen zugetrieben wird. Im Gegensatz zur klassischen Treibjagd, bei der das Wild durch lautstarkes Treiben in schneller Flucht an den Schützen vorbeigetrieben wird, zeichnet sich die Drückjagd durch ein deutlich ruhigeres Vorgehen aus. Das Wild soll lediglich „gedrückt", also sanft beunruhigt und in Bewegung gebracht werden, sodass es langsam und vertraut vor die Schützen zieht. Diese Jagdart gilt in der modernen Jagdpraxis als eine der effektivsten und gleichzeitig tierschutzgerechtesten Methoden zur Bejagung von Schalenwild in größeren Revieren.
Abgrenzung zu anderen Jagdarten
In der Weidmannssprache wird zwischen verschiedenen Formen der Bewegungsjagd unterschieden. Die Drückjagd nimmt dabei eine Mittelstellung zwischen der stillen Einzeljagd (Ansitz, Pirsch) und der lauten Treibjagd ein. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale sind:
- Treibjagd: Großflächiges, lautes Treiben mit vielen Treibern. Das Wild flüchtet in der Regel schnell. Traditionell vor allem auf Niederwild wie Hasen, Fasane und Kaninchen angewendet.
- Drückjagd: Ruhiges, leises Beunruhigen des Wildes durch wenige Treiber und Hunde. Das Wild zieht vertraut oder trollt langsam. Hauptsächlich auf Schalenwild wie Reh, Wildschwein und Rotwild ausgerichtet.
- Stöberjagd: Eng verwandt mit der Drückjagd, wobei hier der Schwerpunkt auf dem selbstständigen Stöbern der Hunde im Dickicht liegt. Die Grenzen zur Drückjagd sind fließend.
- Riegeljagd: Eine vor allem im Alpenraum gebräuchliche Bezeichnung für eine Drückjagd im Gebirge, bei der Schützen an natürlichen Wildwechseln, den sogenannten Riegeln, angestellt werden.
Ablauf und Organisation
Eine Drückjagd erfordert sorgfältige Planung und straffe Organisation durch den Jagdleiter. Der Ablauf folgt einem festen Schema, das sowohl die Sicherheit als auch den jagdlichen Erfolg gewährleisten soll.
Vor der eigentlichen Jagd findet eine Schützenversammlung statt, in der Jägersprache auch als Jägerbesprechung oder Ansprache bezeichnet. Hier gibt der Jagdleiter verbindliche Regeln bekannt: Welche Wildarten und welches Geschlecht freigegeben sind, welche Sicherheitsvorschriften gelten, wie der Schussbereich der einzelnen Stände festgelegt ist und wann das Anblasen und Abblasen der Jagd erfolgt. Jeder Schütze erhält seinen zugewiesenen Stand, den er bis zum Ende des Treibens nicht verlassen darf.
Die Schützen werden an strategisch günstigen Positionen angestellt – bevorzugt an bekannten Wildwechseln, Schneisen, Waldrändern oder Dickungskanten. Häufig kommen Drückjagdböcke oder Hochsitze zum Einsatz, die einen sicheren Schuss mit Kugelfang in den Boden ermöglichen. Der erhöhte Sitz verbessert zudem die Übersicht und verringert die Gefahr von Querschlägern.
Nach dem Signal zum Beginn – traditionell durch das Jagdhorn mit dem Signal „Jagd vorbei" zum Einrücken der Treiber gegeben – durchstreifen die Treiberwehr und die Jagdhunde das Treiben. Dabei bewegen sich die Treiber langsam und ohne großen Lärm durch den Bestand. Besonders geeignete Hunderassen sind Bracken, Terrier, Deutsche Wachtelhunde und Stöberhunde verschiedener Rassen, die spurlaut und arbeitsfreudig, aber nicht zu schnell jagen. Der Hund soll das Wild in Bewegung bringen, nicht hetzen.
Wildarten und jagdliche Bedeutung
Die Drückjagd richtet sich in erster Linie auf Schwarzwild (Wildschwein), Rehwild, Rotwild, Damwild und Muffelwild. In Revieren mit hohen Wildbeständen und entsprechendem Abschussplan bietet sie die Möglichkeit, innerhalb weniger Stunden eine größere Strecke zu erzielen, als es durch wochenlangen Einzelansitz möglich wäre.
Gerade bei der Reduktion überhöhter Schwarzwildbestände und zur Vermeidung von Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft hat die Drückjagd in den letzten Jahrzehnten stark an Bedeutung gewonnen. Auch im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) setzen Behörden und Jägerschaften verstärkt auf großräumig organisierte Drückjagden zur Bestandsregulierung.
Waffen und Ausrüstung
Für die Drückjagd werden überwiegend Büchsen oder kombinierte Waffen (Drilling, Bockbüchsflinte) mit Zielfernrohr verwendet. Spezielle Drückjagdgläser mit niedriger Vergrößerung (etwa 1–4-fach oder 1,5–6-fach) und großem Sehfeld ermöglichen das schnelle Erfassen und Ansprechen von sich bewegendem Wild. Leuchtpunktabsehen erleichtern dabei das Zielen bei schlechten Lichtverhältnissen im Wald.
Das Tragen von Signalkleidung – meist in leuchtendem Orange oder Gelb – ist bei Dr