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Dugong

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Robben & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Dugong dugon
  • Ordnung: Sirenia (Seekühe)
  • Familie: Dugongidae (Gabelschwanzseekühe)
  • Gattung: Dugong
  • Lebensraum: Küstennahe Flachwasserzonen tropischer und subtropischer Meere
  • Größe: 2,4 bis 3,0 Meter, selten bis 4 Meter
  • Gewicht: 250 bis 600 Kilogramm
  • Lebenserwartung: Bis zu 70 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Dugong besitzt einen massigen, torpedoförmigen Körper, der an eine überdimensionale Spindel erinnert. Die Haut ist dick, nahezu haarlos und von grauer bis bräunlicher Färbung. Vereinzelt finden sich kurze, feine Haare über den gesamten Körper verteilt, die vermutlich eine taktile Funktion erfüllen. Im Gegensatz zu den nah verwandten Manatis (Familie Trichechidae) weist der Dugong eine waagerecht geteilte, flukenartige Schwanzflosse auf, die an jene von Delfinen erinnert. Dieses Merkmal unterscheidet ihn auf den ersten Blick von allen anderen rezenten Seekühen.

Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper klein, die Augen winzig. Das auffälligste Merkmal im Gesicht ist die breite, nach unten gerichtete Schnauze mit einer hufeisenförmigen Oberlippe. Diese sogenannte Greiflippe ist stark muskulös und dient dem Abreißen von Seegras. Männliche Tiere entwickeln ab der Geschlechtsreife kurze, nach unten gerichtete Stoßzähne (Schneidezähne), die bei Weibchen in der Regel im Kiefer verborgen bleiben. Die Vorderflossen sind paddelförmig und relativ kurz; Hintergliedmaßen fehlen vollständig, obwohl rudimentäre Beckenknochen im Skelett noch nachweisbar sind – ein Hinweis auf die landlebende Abstammung dieser Tiergruppe.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Dugongs erstreckt sich über die Küstengewässer des Indischen und des westlichen Pazifischen Ozeans. Es reicht von der ostafrikanischen Küste über die Gewässer um Madagaskar, den Persischen Golf und den Indischen Subkontinent bis nach Südostasien, Nordaustralien und zu einigen pazifischen Inselgruppen. Australien beherbergt die mit Abstand größte zusammenhängende Population; insbesondere die Gewässer der Torres-Straße und die Bucht von Shark Bay gelten als Kerngebiete.

Als Habitat bevorzugt der Dugong flache, geschützte Küstenabschnitte mit ausgedehnten Seegraswiesen. Buchten, Lagunen, Mangrovenbereiche und Bereiche hinter Riffen bieten ideale Bedingungen. Die Wassertiefe beträgt im bevorzugten Biotop selten mehr als zehn Meter. Gelegentlich werden Tiere jedoch auch in tieferem Wasser oder in Flussmündungen beobachtet, etwa während saisonaler Wanderungen auf der Suche nach geeigneten Weidegründen.

Ernährung

Der Dugong ist ein strikt herbivorer Meeressäuger und ernährt sich nahezu ausschließlich von Seegras. Dabei zeigt er eine deutliche Präferenz für nährstoffreiche, leicht verdauliche Arten der Gattungen Halophila und Halodule. Mit seiner Greiflippe reißt er ganze Pflanzen mitsamt Wurzeln aus dem Substrat, weshalb er im Englischen auch als „Sea Pig" (Seeschwein) bezeichnet wird – ein Verweis auf die wühlende Fressweise, die an die Nahrungssuche von Schweinen erinnert.

Ein ausgewachsenes Tier kann pro Tag bis zu 40 Kilogramm Seegras vertilgen. Die ständige Nahrungsaufnahme hinterlässt charakteristische Fressspuren auf dem Meeresboden: breite, kahle Bahnen, sogenannte Feeding Trails, die aus der Luft gut sichtbar sind. Gelegentlich nehmen Dugongs auch wirbellose Meerestiere wie Seescheiden oder kleine Krebstiere auf, allerdings handelt es sich dabei wahrscheinlich um Beifang bei der Seegrasaufnahme.

Verhalten & Lebensweise

Dugongs sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, wobei das Aktivitätsmuster stark von Gezeiten, Wassertemperatur und Nahrungsverfügbarkeit abhängt. Sie leben nicht in festen Gruppen oder Rudeln, sondern treten meist als Einzelgänger oder in losen, temporären Verbänden von zwei bis sechs Tieren auf. In besonders nahrungsreichen Gebieten können sich jedoch größere Ansammlungen von bis zu mehreren hundert Individuen bilden.

Die Fortbewegung erfolgt langsam und gleichmäßig durch wellenförmige Bewegungen der Schwanzflosse. Typische Schwimmgeschwindigkeiten liegen bei etwa zehn Kilometern pro Stunde, bei Gefahr sind kurzzeitig auch über zwanzig Kilometer pro Stunde möglich. Dugongs müssen regelmäßig zum Atmen an die Oberfläche kommen; die Tauchgänge dauern durchschnittlich ein bis drei Minuten, unter Stress bis zu acht Minuten. Die Kommunikation untereinander erfolgt über kurze, zwitschernde oder pfeifende Lautäußerungen, die unter Wasser über mehrere hundert Meter hörbar sein können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungsrate des Dugongs ist auffallend niedrig. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife erst mit etwa zehn bis siebzehn Jahren. Eine Balz im klassischen Sinne gibt es nicht, doch männliche Tiere konkurrieren in der Paarungszeit durch körperlichen Kontakt, Rammen und gelegentliche Bissverletzungen um die Gunst der Weibchen.

Die Tragzeit beträgt rund dreizehn bis fünfzehn Monate. In der Regel wird ein einzelnes Kalb geboren, Zwillingsgeburten sind extrem selten. Das Neugeborene wiegt etwa 20 bis 35 Kilogramm und ist sofort schwimmfähig. Es wird über einen Zeitraum von achtzehn Monaten bis zu zwei Jahren gesäugt, wobei die Zitzen des Weibchens im Brustbereich hinter den Vorderflossen liegen – ein Anblick, der vermutlich den antiken Seefahrermythen über Meerjungfrauen