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Mönchsrobbe

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Robben & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Monachus (Gattung); die drei Arten sind die Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus), die Hawaii-Mönchsrobbe (Neomonachus schauinslandi) und die ausgestorbene Karibische Mönchsrobbe (Neomonachus tropicalis)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
  • Familie: Hundsrobben (Phocidae)
  • Lebensraum: Küstengewässer, Felshöhlen, Sandstrände – Mittelmeer, Nordostatlantik, Hawaii
  • Größe: 200–280 cm (Körperlänge)
  • Gewicht: 250–400 kg, Bullen teils schwerer
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Mönchsrobben gehören zu den größten Vertretern der Hundsrobben. Ihr Körper ist spindelförmig und kräftig gebaut, der Kopf relativ breit und flach mit großen, dunklen Augen. Die Bezeichnung „Mönchsrobbe" leitet sich vermutlich von der kapuzenartigen Fettfalte im Nackenbereich ab, die an eine Mönchskutte erinnert, sowie von der eher einzelgängerischen Lebensweise.

Das Fell ist kurz, dicht und glatt anliegend. Bei adulten Tieren variiert die Färbung von dunkelbraun bis schwarz auf der Oberseite; die Bauchseite ist heller, oft grau bis cremefarben. Neugeborene tragen ein wolliges, schwarzes Lanugofell, das nach etwa sechs Wochen durch das kürzere Erwachsenenfell ersetzt wird. Die Hinterflossen sind im Vergleich zu Ohrenrobben nicht nach vorne drehbar – ein typisches Merkmal der Phocidae. Die Vorderflossen sind kurz und mit kräftigen Krallen versehen, die beim Klettern auf Felsen und beim Greifen von Beute nützlich sind.

Unter der Haut liegt eine ausgeprägte Fettschicht (Blubber), die der Thermoregulation dient und als Energiereserve fungiert. Im Vergleich zu arktischen Robbenarten ist diese Speckschicht bei Mönchsrobben allerdings dünner, was mit ihrem wärmeren Habitat zusammenhängt.

Lebensraum & Verbreitung

Die Mönchsrobben bewohnen als einzige Robben dauerhaft subtropische und tropische Gewässer. Ihr Verbreitungsgebiet ist heute stark fragmentiert. Die Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus) kam einst im gesamten Mittelmeerraum, an der westafrikanischen Küste und bis zu den Kapverdischen Inseln vor. Heute beschränken sich die Restpopulationen auf wenige Gebiete in der Ägäis, an der türkischen Südküste, auf Madeira (Desertas-Inseln) sowie an der Küste Mauretaniens bei Cabo Blanco.

Die Hawaii-Mönchsrobbe besiedelt die nordwestlichen Hawaii-Inseln, ein abgelegenes Archipel mit geringer menschlicher Präsenz. Einzelne Tiere werden zunehmend auch an den Hauptinseln gesichtet.

Als Biotop bevorzugen Mönchsrobben felsige Küstenabschnitte mit Meereshöhlen, die als Ruheplätze und Wurfplätze dienen. Sandstrände werden ebenfalls genutzt, allerdings meiden die Tiere Bereiche mit starker menschlicher Aktivität. Die Karibische Mönchsrobbe, die letztmals 1952 gesichtet wurde, besiedelte Sandinseln und Korallenriffe in der Karibik, bevor sie durch Jagd und Habitatverlust ausgerottet wurde.

Ernährung

Mönchsrobben sind opportunistische Jäger und ernähren sich von einem breiten Spektrum mariner Beutetiere. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Fische wie Meeräschen, Aale, Zackenbarsche und Plattfische sowie Kopffüßer (Oktopusse, Kalmare) und Krebstiere. Die Jagd findet überwiegend in Küstennähe in Tiefen von 10 bis 80 Metern statt, wobei Tauchgänge bis über 200 Meter dokumentiert sind.

Die Mittelmeer-Mönchsrobbe jagt bevorzugt dämmerungs- und nachtaktiv, um Störungen durch Menschen zu vermeiden. Diese Verschiebung des Aktivitätsmusters gilt als Anpassung an die zunehmende Nutzung der Küstengewässer durch Fischerei und Tourismus. Ein erwachsenes Tier benötigt täglich etwa fünf bis zehn Prozent seines Körpergewichts an Nahrung.

Verhalten & Lebensweise

Im Gegensatz zu vielen anderen Robbenarten, die große Kolonien bilden, leben Mönchsrobben überwiegend einzelgängerisch oder in kleinen, lockeren Gruppen. Feste Rudel oder dauerhafte soziale Verbände sind nicht bekannt. An geeigneten Ruheplätzen – insbesondere in Höhlen – können sich jedoch mehrere Tiere einfinden, ohne dass ausgeprägte Sozialstrukturen erkennbar wären.

Die Tiere verbringen einen Großteil des Tages ruhend an Land oder in Höhlen und gehen zur Nahrungssuche ins Wasser. Ihre Fortbewegung an Land ist – wie bei allen Hundsrobben – unbeholfen: Sie robben auf dem Bauch vorwärts und stützen sich dabei auf die Vorderflossen. Im Wasser hingegen bewegen sie sich mit wellenförmigen Schlägen der Hinterflossen schnell und wendig.

Mönchsrobben sind ausgesprochen scheu und meiden den Kontakt mit Menschen. Störungen an ihren Ruheplätzen führen häufig dazu, dass Tiere geeignete Strände dauerhaft verlassen und sich in schwerer zugängliche Höhlen zurückziehen – ein Verhalten, das die Aufzucht von Jungtieren erschwert, da Höhlen bei Sturm überflutet werden können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Mittelmeer-Mönchsrobbe findet nicht streng saisonal statt, zeigt jedoch einen Schwerpunkt zwischen September und November. Die Tragzeit beträgt rund elf Monate. Das Weibchen bringt in der Regel ein einzelnes Jungtier zur