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Mähnenrobbe

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Robben & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Otaria flavescens (früher Otaria byronia)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
  • Familie: Ohrenrobben (Otariidae)
  • Gattung: Otaria
  • Lebensraum: Küstengewässer und Felsküsten Südamerikas, subantarktische Inseln
  • Größe: Bullen bis 2,70 m, Weibchen bis 2,00 m Körperlänge
  • Gewicht: Bullen 300–350 kg, Weibchen 140–150 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis 25 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Die Mähnenrobbe, auch als Südamerikanischer Seelöwe bezeichnet, zählt zu den größten Vertretern der Ohrenrobben. Namensgebend ist die dichte, verlängerte Behaarung im Hals- und Schulterbereich der erwachsenen Bullen, die an die Mähne eines Löwen erinnert. Dieses Merkmal fehlt bei Weibchen und Jungtieren vollständig, weshalb der Geschlechtsdimorphismus bei dieser Art besonders stark ausgeprägt ist.

Das Fell adulter Männchen ist dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt, wobei die Mähne häufig einen helleren, gelblich-braunen Ton aufweist. Weibchen und Jungtiere tragen ein kürzeres, gleichmäßig braunes bis ockerfarbenes Fell. Wie bei allen Ohrenrobben sind kleine, äußere Ohrmuscheln vorhanden – ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber den Hundsrobben (Phocidae), denen sichtbare Ohrmuscheln fehlen.

Der Körperbau ist massig und muskulös, besonders bei den Bullen, deren breiter Brustkorb und kräftiger Nacken für Kämpfe während der Paarungszeit von Vorteil sind. Die Vorderflossen sind groß und kräftig; sie dienen sowohl der Fortbewegung im Wasser als auch an Land. Anders als Hundsrobben können Mähnenrobben ihre Hinterflossen unter den Körper drehen und sich so vierfüßig an Land bewegen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Mähnenrobbe erstreckt sich entlang der gesamten Küste Südamerikas. An der Pazifikküste reicht es von Peru über Chile bis Kap Hoorn, an der Atlantikseite von Kap Hoorn nordwärts über Argentinien, Uruguay bis Südbrasilien. Einzelne Populationen besiedeln zudem die Falklandinseln und andere vorgelagerte Inselgruppen.

Als bevorzugtes Habitat dienen felsige Küstenabschnitte, Klippen und steinige Strände, die Schutz vor Brandung und Raubfeinden bieten. Sandstrände werden seltener aufgesucht. Die Tiere halten sich ganzjährig in den gemäßigten bis kühlen Gewässern des südlichen Atlantiks und Pazifiks auf. Während der Nahrungssuche entfernen sie sich mitunter mehrere Dutzend Kilometer von der Küste, kehren aber regelmäßig an feste Ruheplätze zurück. In einigen Hafenstädten – etwa Mar del Plata in Argentinien – haben sich Mähnenrobben dauerhaft an Hafenanlagen und Molen angesiedelt.

Ernährung

Mähnenrobben sind opportunistische Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Die Hauptnahrung bilden Fische verschiedener Arten, darunter Sardellen, Makrelen, Seehechte und Grundfische. Ergänzt wird der Speiseplan durch Tintenfische, Krebstiere und gelegentlich Muscheln. Vereinzelt wurde beobachtet, dass Bullen junge Südafrikanische Seebären oder Pinguine erbeuten – ein Verhalten, das jedoch nicht zur Regel gehört.

Die Jagd findet überwiegend in Küstennähe statt, wobei die Tauchgänge selten tiefer als 50–70 Meter reichen. Die Tiere jagen sowohl tagsüber als auch nachts, abhängig vom Beuteangebot und den lokalen Gegebenheiten. In Gebieten mit kommerziellem Fischfang geraten Mähnenrobben häufig in Konkurrenz mit Fischern, was lokal zu Konflikten führt.

Verhalten & Lebensweise

Mähnenrobben sind gesellige Tiere, die in Kolonien unterschiedlicher Größe leben. Außerhalb der Fortpflanzungszeit ruhen die Tiere oft dicht gedrängt auf Felsen oder an Stränden, wobei die Gruppenstruktur eher lose organisiert ist. Ein festes Revier im klassischen Sinn wird nur während der Paarungszeit von den Bullen beansprucht.

Im Wasser bewegen sich Mähnenrobben wendig und schnell. An Land wirken sie behäbiger, können sich jedoch bei Gefahr überraschend zügig fortbewegen. Die Kommunikation innerhalb der Kolonie erfolgt über ein vielfältiges Repertoire an Lautäußerungen – tiefes Brüllen der Bullen, Rufe der Weibchen und hohe Laute der Jungtiere dienen der gegenseitigen Erkennung und der Revierabgrenzung.

Zu den natürlichen Fressfeinden zählen Schwertwale (Orcas) und Weiße Haie, die besonders junge und unerfahrene Tiere erbeuten. An der patagonischen Küste ist das gezielte Strandungsjagdverhalten von Orcas dokumentiert, bei dem diese sich in flaches Wasser schieben, um Mähnenrobben direkt am Ufer zu greifen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt auf die Monate Dezember bis Februar, also den Südsommer. Die Bullen treffen einige Wochen vor den Weibchen an den Brutkolonien ein und kämpfen mit Rivalen um die besten Strandabschnitte. Dominante Männchen verteidigen Harems von bis zu 15 Weibchen. Die Kämpfe zwischen den Bullen sind heftig und hinterlassen häufig Narben und Bisswunden an Hals und Mähne.

Die Tragzeit beträgt rund elf bis zwölf Monate, wobei eine verzögerte Einnistung (Keimruhe) von etwa drei Monaten eingeschlossen ist. Kurz nach der Ankunft in der Kolonie bringen die