Manati
MTierart – Säugetiere > Meeressäuger – Robben & Co
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Trichechus (Gattung mit drei Arten: Trichechus manatus – Karibik-Manati, Trichechus senegalensis – Afrikanischer Manati, Trichechus inunguis – Amazonas-Manati)
- Ordnung: Sirenia (Seekühe)
- Familie: Trichechidae (Rundschwanzseekühe)
- Lebensraum: Flache Küstengewässer, Flussmündungen, Süßwasserflüsse, Lagunen und Mangrovenzonen
- Größe: 2,5 bis 4,5 Meter Körperlänge
- Gewicht: 200 bis 600 kg, in Einzelfällen über 1.000 kg
- Lebenserwartung: 40 bis 60 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Manatis besitzen einen massigen, spindelförmigen Körper, der an beiden Enden verjüngt ist. Die Haut ist dick, faltig und graubraun gefärbt, häufig von Algenbelägen und Seepocken überzogen, was ihr ein grünliches Erscheinungsbild verleihen kann. Ein Fell im eigentlichen Sinne fehlt; stattdessen sind über den gesamten Körper einzelne, borstenartige Tasthaare (Vibrissen) verteilt, die der taktilen Orientierung dienen. Besonders dicht stehen diese Sinneshaare an der Oberlippe, die zweilappig ausgebildet und äußerst beweglich ist – ein wichtiges Werkzeug bei der Nahrungsaufnahme.
Die Vorderextremitäten sind zu paddelförmigen Flossen umgebildet, an deren Enden sich bei Trichechus manatus und Trichechus senegalensis rudimentäre Nägel befinden. Dem Amazonas-Manati fehlen diese Nägel, was seinen Artnamen inunguis (lateinisch: „ohne Nägel") erklärt. Hintergliedmaßen sind vollständig zurückgebildet. Die breite, horizontal abgeflachte Schwanzflosse ist – im Gegensatz zur gegabelten Fluke der Dugongs – rundlich und schaufelförmig, was der Familie ihren deutschen Namen Rundschwanzseekühe eingebracht hat.
Die kleinen Augen liegen weit auseinander und sind durch eine Nickhaut geschützt. Äußere Ohrmuscheln fehlen; die Gehöröffnungen sind winzig, das Hörvermögen dennoch gut ausgebildet. Das Skelett weist massiv verdickte Rippen und Langknochen auf (Pachyostose), die als Ballast wirken und den Tieren das Abtauchen erleichtern.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der drei Manati-Arten erstreckt sich über tropische und subtropische Regionen der Neuen und der Alten Welt. Der Karibik-Manati (T. manatus) bewohnt Küstengewässer, Buchten und Flussmündungen entlang der atlantischen Küste von Florida bis Nordbrasilien, einschließlich der Karibischen Inseln. Sein Habitat umfasst Salz-, Brack- und Süßwasser, wobei die Tiere saisonale Wanderungen in wärmere Gewässer unternehmen, wenn die Wassertemperatur unter etwa 20 °C fällt.
Der Amazonas-Manati (T. inunguis) lebt ausschließlich im Süßwasser des Amazonasbeckens und seiner Nebenflüsse. Während der Regenzeit dringt er in die überfluteten Wälder (Várzea- und Igapó-Biotope) ein, um sich dort an der reichen Wasservegetation zu bedienen. In der Trockenzeit zieht er sich in tiefere Flussabschnitte und Seen zurück.
Der Afrikanische Manati (T. senegalensis) kommt an der westafrikanischen Küste und in Flusssystemen von Senegal bis Angola vor. Er nutzt Mangrovengebiete, Küstenlagunen und Binnenflüsse – ein für Seekühe ungewöhnlich breites Spektrum an Biotopen.
Ernährung
Manatis sind reine Pflanzenfresser (Herbivoren). Ihr Nahrungsspektrum umfasst Seegras, Wasserhyazinthen, verschiedene Süßwasser- und Meeresalgen sowie Ufervegetation. Täglich nehmen sie etwa 5 bis 10 Prozent ihres Körpergewichts an pflanzlicher Nahrung auf – bei einem ausgewachsenen Tier entspricht das bis zu 50 Kilogramm pro Tag. Die geteilte, muskulöse Oberlippe ermöglicht es den Tieren, Pflanzen gezielt zu greifen und zum Maul zu führen.
Ein anatomisches Sondermerkmal ist der ständige Zahnwechsel: Die Backenzähne rücken von hinten nach vorne nach und ersetzen abgenutzte Zähne, die am vorderen Kieferende ausfallen. Dieses als Marschzahngebiss bezeichnete System gleicht den hohen Abrieb durch kieselige Pflanzenbestandteile und Sand aus und findet sich sonst nur bei Elefanten – den engsten lebenden Verwandten der Seekühe.
Verhalten & Lebensweise
Manatis sind überwiegend tagaktiv und verbringen sechs bis acht Stunden täglich mit Fressen. Die restliche Zeit wird mit Ruhen, langsamem Umherschwimmen und sozialer Interaktion verbracht. Typische Schwimmgeschwindigkeiten liegen bei 5 bis 8 km/h; kurzzeitig können sie auf etwa 25 km/h beschleunigen.
Feste Reviere verteidigen Manatis nicht. Sie gelten als gesellig, ohne jedoch dauerhafte Gruppenstrukturen oder Rudel auszubilden. Lockere Ansammlungen von bis zu 20 Tieren entstehen an warmen Quellen, in nahrungsreichen Gewässerabschnitten oder während der Paarungszeit. Die Kommunikation erfolgt über Quietsch-, Pieps- und Pfeiflaute, die insbesondere zwischen Muttertier und Kalb eine wichtige Rolle spielen.
Manatis müssen regelmäßig zum Atmen auftauchen. Im Ruhezustand geschieht dies alle drei bis fünf Minuten; bei aktiver Fortbewegung häufiger. Im Schlaf können sie bis zu 20 Minuten unter Wasser verharren, da der Stoffwechsel dann stark heruntergefahren wird.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Gesch