Eintagsfliege
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ephemeroptera (Ordnung, mit über 3.000 beschriebenen Arten weltweit)
- Ordnung: Eintagsfliegen (Ephemeroptera)
- Wichtige Familien: Ephemeridae, Baetidae, Heptageniidae, Caenidae, Leptophlebiidae
- Lebensraum: Süßgewässer (Bäche, Flüsse, Seen, Teiche); adulte Tiere in Gewässernähe
- Größe: 3–40 mm Körperlänge (je nach Art), Schwanzfäden (Cerci) oft nochmals so lang wie der Körper
- Gewicht: Wenige Milligramm (artabhängig ca. 2–30 mg)
- Lebenserwartung: Larvalstadium 1–3 Jahre; Imagines wenige Stunden bis maximal wenige Tage
Aussehen & Merkmale
Eintagsfliegen besitzen einen schlanken, weichen Körper mit großen, häutigen Flügeln. Die Vorderflügel sind deutlich größer als die Hinterflügel, die bei manchen Familien – etwa den Baetidae – vollständig reduziert sind. In Ruhestellung werden die Flügel senkrecht über dem Körper zusammengelegt, was Eintagsfliegen auf den ersten Blick von anderen Fluginsekten unterscheidet. Die Flügeladern bilden ein dichtes Netzwerk, das den Flügeln trotz ihrer Zartheit eine gewisse Stabilität verleiht.
Am Hinterleib tragen Eintagsfliegen zwei oder drei lange, fadenförmige Schwanzanhänge (Cerci bzw. Terminalfilum), die bei einigen Gattungen wie Ephemera deutlich länger als der restliche Körper werden. Die Facettenaugen sind besonders bei Männchen auffällig groß und turbanartig nach oben gewölbt – eine Anpassung an das Erkennen der Weibchen während des Schwarmfluges. Die Mundwerkzeuge der adulten Tiere sind vollständig zurückgebildet und funktionslos, da die Imagines keine Nahrung mehr aufnehmen.
Die Larven (Nymphen) sehen grundlegend anders aus als die geflügelten Adulten. Sie besitzen seitlich am Hinterleib blattförmige oder büschelförmige Tracheenkiemen, mit denen sie unter Wasser atmen. Ihre Körperform variiert je nach Lebensweise stark: Grabende Larven der Ephemeridae haben kräftige Beine und eine gedrungene Gestalt, während stromlinienförmige Larven der Heptageniidae (Flachkopf-Eintagsfliegen) an das Leben in starker Strömung angepasst sind.
Lebensraum & Verbreitung
Eintagsfliegen kommen auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von tropischen Tieflandflüssen bis zu kalten Gebirgsbächen. In Mitteleuropa sind rund 140 Arten nachgewiesen, in Deutschland etwa 110. Die Larven besiedeln ausschließlich Süßgewässer – von schnell fließenden Bächen über langsam strömende Flüsse bis hin zu stehenden Gewässern wie Seen und Weihern.
Das jeweilige Habitat hängt stark von der Art ab. Larven der Gattung Baetis bevorzugen sauerstoffreiche Fließgewässer, während Arten der Familie Caenidae auch in schlammigen Stillgewässern gedeihen. Da viele Eintagsfliegenlarven empfindlich auf Gewässerverschmutzung reagieren, gelten sie als wichtige Bioindikatoren für die Wasserqualität. Ihr Vorkommen oder Fehlen lässt Rückschlüsse auf den ökologischen Zustand eines Biotops zu.
Ernährung
Die Larven der Eintagsfliegen ernähren sich je nach Art und Mundwerkzeugtyp unterschiedlich. Viele Arten sind Weidegänger, die Algenaufwuchs (Biofilm) von Steinen und Pflanzenteilen abraspeln. Andere filtrieren organische Partikel und Detritus aus dem Wasser oder fressen zerfallendes Pflanzenmaterial (Fallaub). Einige wenige Gattungen, darunter manche Vertreter der Siphlonuridae, erbeuten gelegentlich auch kleine Wirbellose.
Adulte Eintagsfliegen nehmen keinerlei Nahrung zu sich. Ihr Verdauungstrakt ist mit Luft gefüllt und dient lediglich der Gewichtsreduktion beim Flug. Sämtliche Energie, die für Flug, Paarung und Eiablage benötigt wird, stammt aus den Reserven, die während des Larvalstadiums angelegt wurden.
Verhalten & Lebensweise
Das auffälligste Verhalten adulter Eintagsfliegen ist der Schwarmflug. Große Schwärme, überwiegend aus Männchen bestehend, steigen in der Dämmerung oder bei bestimmten Wetterbedingungen über Gewässern auf und führen einen charakteristischen Auf-und-Ab-Tanz aus. Dieses rhythmische Steigen und Sinken dient der Balz und dem Anlocken der Weibchen. An manchen Gewässern können diese Schwärme so dicht sein, dass sie auf Wetterradar sichtbar werden – ein Phänomen, das wiederholt an den Großen Seen Nordamerikas dokumentiert wurde.
Die Larven leben am Gewässergrund, in Sediment, unter Steinen oder zwischen Wasserpflanzen. Je nach Art sind sie tag- oder nachtaktiv und zeigen teils ausgeprägte Driftbewegungen, bei denen sie sich gezielt von der Strömung tragen lassen, um neue Lebensräume zu besiedeln. Diese sogenannte Invertebratendrift erreicht besonders in den Nachtstunden ihren Höhepunkt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Eintagsfliegen durchlaufen eine unvollständige Metamorphose (Hemimetabolie), besitzen aber als einzige rezente Insektenordnung ein geflügeltes Vorstadium, die Subimago. Die Larve steigt nach Abschluss ihrer Entwicklung an die Wasseroberfläche und häutet sich zur Subimago, einem bereits geflügelten, aber noch nicht geschlechtsreifen Stadium mit trüben Flügeln und matter Körperoberfläche. Innerhalb weniger Minuten bis Stunden häutet sich die Subimago ein weiteres Mal zur voll ausgereiften Imago – ein unter Insekten einzigartiger Vorgang.
Die Paarung erfolgt im Flug innerhalb der Schwärme. Das Männchen ergre