Hundefloh
HTierart – Insekten > Sonstige Insekten
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ctenocephalides canis
- Ordnung: Siphonaptera (Flöhe)
- Familie: Pulicidae (Echte Flöhe)
- Gattung: Ctenocephalides
- Lebensraum: Kosmopolitisch; an Säugetiere gebunden, vor allem an den Haushund und dessen unmittelbare Umgebung
- Größe: 1,5–3,2 mm (Weibchen etwas größer als Männchen)
- Gewicht: ca. 0,5–1 mg
- Lebenserwartung: Adulte Tiere bis zu 100 Tage; unter ungünstigen Bedingungen auch deutlich kürzer
Aussehen & Merkmale
Der Hundefloh ist ein kleines, flügelloses Insekt mit einem seitlich stark abgeflachten Körper. Diese laterale Kompression ist eine typische Anpassung an die Fortbewegung im dichten Fell des Wirts. Die Körperoberfläche ist glatt und von einer harten, dunkelbraun bis rotbraun gefärbten Chitinhülle umgeben. Zahlreiche nach hinten gerichtete Borsten und Stacheln an Kopf und Thorax erleichtern das Vorwärtskommen zwischen den Haaren und erschweren gleichzeitig das Herausstreifen durch den Wirt.
Ein wesentliches Bestimmungsmerkmal der Gattung Ctenocephalides sind die sogenannten Kämme (Ctenidien): Sowohl am Kopf (Genalkamm) als auch am Hinterrand des Pronotums (Pronotalcamm) befinden sich kräftige, zahnartige Strukturen. Bei Ctenocephalides canis ist der erste Zahn des Genalkamms ungefähr gleich lang wie der zweite – ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem nahe verwandten Katzenfloh (Ctenocephalides felis), bei dem der erste Zahn deutlich kürzer ausfällt. Die kräftigen Hinterbeine sind als Sprungbeine ausgebildet und ermöglichen Sprünge von bis zu 30 cm Höhe und 50 cm Weite.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Hundeflohs erstreckt sich über nahezu alle Kontinente. Als kosmopolitische Art kommt er überall dort vor, wo Hunde gehalten werden. Sein eigentliches Habitat ist weniger ein bestimmtes Biotop im ökologischen Sinne als vielmehr der Wirt selbst und dessen Umgebung – Hundeschlafplätze, Teppiche, Polstermöbel, Ritzen im Bodenbelag und ähnliche Rückzugsorte. In gemäßigten Klimazonen ist C. canis in Innenräumen ganzjährig aktiv, während die Populationsdichte im Freiland saisonalen Schwankungen unterliegt und in den warmen Monaten ihren Höhepunkt erreicht. Trotz seines Namens befällt der Hundefloh gelegentlich auch andere Säugetiere, darunter Katzen, Füchse, Igel und den Menschen.
Ernährung
Sowohl männliche als auch weibliche Hundeflöhe sind obligate Blutsauger. Mit ihren stechend-saugenden Mundwerkzeugen durchdringen sie die Haut des Wirts und nehmen Blutmahlzeiten auf, die das Mehrfache ihres eigenen Körpergewichts betragen können. Der Speichel, den der Floh beim Saugakt injiziert, enthält gerinnungshemmende und gefäßerweiternde Substanzen. Genau diese Speichelbestandteile lösen beim Wirt häufig allergische Reaktionen aus – die sogenannte Flohspeichelallergie-Dermatitis (FAD), eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Hunden. Adulte Flöhe können bei Nahrungsentzug je nach Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit mehrere Wochen ohne Blutmahlzeit überleben, was die Bekämpfung in befallenen Wohnräumen erschwert.
Verhalten & Lebensweise
Der Hundefloh ist überwiegend auf dem Wirt zu finden, den er nur selten freiwillig verlässt. Die Aktivität der adulten Tiere ist nicht streng an einen Tag-Nacht-Rhythmus gebunden, allerdings steigt die Nahrungsaufnahme in Ruhephasen des Wirts tendenziell an. Die Orientierung zum Wirt hin erfolgt über Wärmereize, CO₂-Gradienten, Vibrationen und Lichtveränderungen. Puppen im Kokon können durch solche Reize zum synchronen Schlupf angeregt werden, was erklären kann, warum leerstehende Wohnungen nach längerer Abwesenheit der Bewohner plötzlich massiv von frisch geschlüpften Flöhen befallen sein können.
Der Hundefloh ist kein Revier bildendes Tier; mehrere Individuen besiedeln denselben Wirt ohne erkennbares Territorialverhalten. Auf dem Fell bewegen sich die Parasiten rasch und geschickt vorwärts, wobei die seitliche Abflachung des Körpers und die Borstenreihen eine effiziente Fortbewegung zwischen den Haaren ermöglichen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung setzt eine Blutmahlzeit voraus. Erst nach der Nahrungsaufnahme beginnt das Weibchen mit der Eiproduktion. Pro Tag legt ein Weibchen durchschnittlich 20 bis 30 Eier, über seine gesamte Lebensspanne können es mehrere Hundert sein. Die Eier sind oval, weißlich und etwa 0,5 mm lang. Sie werden im Fell des Wirts abgelegt, fallen jedoch aufgrund ihrer glatten Oberfläche rasch herab und gelangen so in die unmittelbare Umgebung – Schlafplätze, Bodenspalten und Textilien.
Der Entwicklungszyklus umfasst eine vollständige Metamorphose (holometabol) mit vier Stadien: Ei, Larve, Puppe und Imago. Die Larven sind beinlose, wurmförmige, augenlose Tiere von weißlicher Farbe, die sich von organischem Material ernähren – insbesondere von eingetrocknetem Flohkot, der unverdautes Wirtsblut enthält. Es gibt drei Larvenstadien, bevor sich die Larve in einem seidigen Kokon verpuppt. Die gesamte Entwicklung vom Ei bis zum adulten Floh dauert je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit zwischen zwei Wochen und mehreren Monaten. In der Puppe kann der voll entwickelte Floh monatelang verharren, bis geeignete Wirtssignale den Schl