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Floh

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Tierart – Insekten > Sonstige Insekten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Siphonaptera (Ordnung)
  • Ordnung: Siphonaptera (Flöhe)
  • Wichtige Familien: Pulicidae (Echte Flöhe), Ceratophyllidae (Vogelflöhe), Tungidae (Sandflöhe)
  • Bekannte Arten: Menschenfloh (Pulex irritans), Katzenfloh (Ctenocephalides felis), Hundefloh (Ctenocephalides canis), Rattenfloh (Xenopsylla cheopis), Sandfloh (Tunga penetrans)
  • Lebensraum: Weltweit verbreitet; gebunden an die Nester, Bauten und Schlafstätten ihrer Wirtstiere
  • Größe: 1–6 mm (je nach Art)
  • Gewicht: ca. 0,5–1,5 mg
  • Lebenserwartung: Adulte Tiere etwa 2–3 Monate, unter günstigen Bedingungen bis zu 1,5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Flöhe sind kleine, flügellose Insekten mit einem seitlich stark abgeflachten Körper. Diese Abflachung ist eine Anpassung an das Leben im Fell, Gefieder oder in der Behaarung ihrer Wirtstiere, da sie sich so mühelos zwischen den Haaren oder Federn bewegen können. Die Körperoberfläche ist mit nach hinten gerichteten Borsten und Chitinstacheln besetzt, die ein Herausstreifen aus dem Haarkleid des Wirts erschweren.

Der Kopf trägt kurze, keulenförmige Antennen, die in Gruben versenkt werden können. Die Mundwerkzeuge sind zu einem Stechrüssel umgebildet, der perfekt zum Durchstechen der Wirtshaut und zum Saugen von Blut geeignet ist. Viele Arten besitzen sogenannte Ctenidien – kammartige Reihen von kräftigen Borsten am Kopf und am Hinterrand des ersten Brustsegments (Pronotum). Form und Anordnung dieser Kämme sind wichtige taxonomische Bestimmungsmerkmale.

Die Hinterbeine der Flöhe sind auffällig verlängert und kräftig ausgebildet. Sie ermöglichen die charakteristischen Sprünge, für die Flöhe bekannt sind. Die Körperfarbe reicht von gelbbraun bis dunkelbraun, abhängig von Art und Ernährungszustand.

Lebensraum & Verbreitung

Flöhe kommen auf allen Kontinenten vor, einschließlich der Antarktis, wo einzelne Arten auf Seevögeln parasitieren. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von tropischen Regenwäldern bis in arktische Regionen. Weltweit sind rund 2.500 Arten beschrieben, von denen etwa 80 in Mitteleuropa vorkommen.

Das Habitat der Flöhe ist nicht primär der Wirt selbst, sondern dessen unmittelbare Umgebung. Erwachsene Flöhe leben zwar auf dem Wirtstier, doch Eier, Larven und Puppen entwickeln sich in Nestern, Bauten, Teppichen, Ritzen und Schlafplätzen. Der Katzenfloh – die in Mitteleuropa häufigste Art an Haustieren – findet sich entsprechend nicht nur im Fell von Katzen und Hunden, sondern vor allem in Polstermöbeln, Schlafkörben und Teppichböden menschlicher Wohnungen. Der Menschenfloh (Pulex irritans) war über Jahrhunderte ein ständiger Begleiter des Menschen, ist in Mitteleuropa durch verbesserte Hygiene jedoch selten geworden.

Ernährung

Alle adulten Flöhe sind obligate Blutsauger (Hämatophagen). Sie ernähren sich ausschließlich vom Blut warmblütiger Wirte – überwiegend Säugetiere, seltener Vögel. Beim Stechakt wird Speichel in die Wunde injiziert, der gerinnungshemmende und betäubende Substanzen enthält. Diese Speichelproteine sind für die typische allergische Reaktion verantwortlich, die sich als juckende Quaddeln an der Einstichstelle zeigt. Bei empfindlichen Tieren und Menschen kann sich eine Flohspeichelallergie-Dermatitis entwickeln.

Die Larven der Flöhe leben dagegen nicht parasitisch. Sie ernähren sich von organischen Partikeln in ihrer Umgebung: Hautschuppen, Haaren, Fasern und vor allem vom getrockneten, unverdauten Blut, das adulte Flöhe als Kot ausscheiden. Dieser sogenannte Flohkot ist für die Larvenentwicklung essenziell.

Verhalten & Lebensweise

Flöhe sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Ihre Wirtsfindung erfolgt über verschiedene Reize: Körperwärme, ausgeatmetes Kohlendioxid, Vibrationen und Schattenwurf lösen das Anspringen aus. Flöhe können bis zu 30 cm weit und 15 cm hoch springen – das entspricht dem 150-Fachen ihrer eigenen Körperlänge. Diese Sprungleistung verdanken sie einem elastischen Protein namens Resilin, das in einem speziellen Sprungapparat an den Hinterbeinen gespeichert ist und wie eine gespannte Feder wirkt.

Viele Floharten zeigen eine ausgeprägte Wirtsspezifität, können aber bei Abwesenheit ihres Hauptwirts auf alternative Wirte ausweichen. So befällt der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) neben Katzen auch Hunde, Kaninchen und Menschen. Adulte Flöhe verbringen einen Großteil ihrer Zeit auf dem Wirt, wobei sie mehrmals täglich Blut saugen. Bei Störung verlassen sie den Wirt und suchen Schutz in der Umgebung.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Flöhe verläuft über eine vollständige Metamorphose (Holometabolie) mit den Stadien Ei, Larve, Puppe und Imago. Ein Weibchen legt nach einer Blutmahlzeit täglich etwa 20–30 Eier, im Laufe seines Lebens bis zu mehrere Hundert. Die ovalen, weißlichen Eier werden lose ins Fell des Wirts gelegt, von wo sie in die Umgebung – Schlafplätze, Teppiche, Bodenspalten – herabfallen.

Nach wenigen Tagen schlüpfen beinlose, wurmförmige Larven, die sich über drei Larvenstadien entwickeln. Diese Phase dauert je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit ein