Florfliege
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Chrysoperla carnea (Gemeine Florfliege)
- Ordnung: Netzflügler (Neuroptera)
- Familie: Florfliegen (Chrysopidae)
- Lebensraum: Gärten, Wiesen, Waldränder, Hecken, Kulturlandschaften
- Größe: 10–15 mm Körperlänge, Flügelspannweite bis 30 mm
- Gewicht: unter 0,1 g
- Lebenserwartung: etwa 2–3 Monate als Imago; gesamter Lebenszyklus ca. 4–6 Monate
Aussehen & Merkmale
Florfliegen sind zarte, filigran gebaute Insekten mit einem schlanken, weichhäutigen Körper. Die Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea), die häufigste mitteleuropäische Art, trägt im Sommer eine hellgrüne Körperfärbung, die ihr den volkstümlichen Namen Grüne Florfliege oder Goldauge eingebracht hat. Im Herbst verfärbt sich der Körper vieler Arten bräunlich bis gelblich – eine Anpassung an die veränderte Umgebung im Winterquartier.
Auffälligstes Merkmal sind die großen, durchsichtigen Flügel mit einem dichten, netzartigen Adermuster, das der gesamten Ordnung der Netzflügler ihren Namen gibt. In Ruhestellung werden die Flügel dachartig über dem Hinterleib zusammengelegt. Die Augen schimmern metallisch golden, was den englischen Trivialnamen „green lacewing" ergänzend erklärt. Die fadenförmigen Fühler sind etwa körperlang und dienen der Orientierung sowie der Wahrnehmung chemischer Signale.
Neben der Gattung Chrysoperla umfasst die Familie Chrysopidae in Mitteleuropa weitere Gattungen wie Chrysopa, Nineta und Dichochrysa. Weltweit sind über 1.200 Arten beschrieben. Eine verwandte Familie innerhalb der Netzflügler sind die Braunen Florfliegen (Hemerobiidae), die kleiner und unscheinbarer braun gefärbt sind, ökologisch aber eine ähnliche Rolle einnehmen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gemeinen Florfliege erstreckt sich über weite Teile Europas, Nordafrikas, Zentralasiens und Nordamerikas. Die Art besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten: Von Auwiesen und Waldrändern über Heckenlandschaften bis hin zu urbanen Gärten und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Entscheidend für das Vorkommen ist ein ausreichendes Angebot an Blattläusen und anderen Kleininsekten als Nahrungsquelle für die Larven.
Im Herbst suchen adulte Florfliegen geschützte Überwinterungsplätze auf. Dachböden, Schuppen, Holzstapel und Mauerritzen dienen als Winterquartier. In dieser Phase fallen die Tiere häufig in Wohnräumen auf, wenn sie durch geöffnete Fenster ins Hausinnere gelangen. Als Kulturfolger profitieren sie von strukturreichen Gärten mit Blühstreifen und naturnahen Biotopen.
Ernährung
Die Ernährung unterscheidet sich grundlegend zwischen Larven und erwachsenen Tieren. Adulte Florfliegen der Gattung Chrysoperla ernähren sich ausschließlich von Honigtau, Nektar und Pollen. Ihre Mundwerkzeuge sind nicht für den Beutefang ausgelegt.
Die Larven hingegen sind ausgesprochene Räuber. Mit ihren sichelförmig gebogenen, hohlen Kieferzangen packen sie Blattläuse, stechen sie an und saugen sie aus. Eine einzelne Larve vertilgt während ihrer Entwicklung bis zu 500 Blattläuse – daher der treffende Beiname Blattlauslöwe. Neben Blattläusen stehen Spinnmilben, Thripse, kleine Raupen und die Eier anderer Insekten auf dem Speiseplan. Die Larven einiger Arten tarnen sich mit den ausgesaugten Hüllen ihrer Beutetiere und tragen diese als Tarnmantel auf dem Rücken.
Diese räuberische Lebensweise macht Florfliegenlarven zu einem der effektivsten natürlichen Gegenspieler von Schadinsekten. In der biologischen Schädlingsbekämpfung werden sie gezielt in Gewächshäusern und im Freiland eingesetzt.
Verhalten & Lebensweise
Florfliegen sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie an der Unterseite von Blättern oder in dichter Vegetation. Lichtquellen ziehen sie in der Dunkelheit an, weshalb sie häufig an beleuchteten Fenstern beobachtet werden.
Die Kommunikation zwischen den Geschlechtern erfolgt über Vibrationen, die durch rhythmisches Trommeln des Hinterleibs auf das Substrat – meist ein Blatt oder einen Zweig – erzeugt werden. Diese Substratvibrationen dienen als artspezifisches Erkennungssignal während der Balz und ermöglichen die Unterscheidung zwischen morphologisch nahezu identischen kryptischen Arten innerhalb des Chrysoperla carnea-Artenkomplexes.
Bei Bedrohung sondern adulte Florfliegen aus Drüsen am Prothorax ein übelriechendes Sekret ab, das potenzielle Fressfeinde wie Vögel und Fledermäuse abschreckt. Dieser chemische Abwehrmechanismus hat ihnen regional auch den wenig schmeichelhaften Namen Stinkfliege eingebracht.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung erfolgt nach einem artspezifischen Vibrations-Duett. Das Weibchen legt anschließend seine Eier einzeln oder in kleinen Gruppen auf Pflanzenteilen ab. Dabei setzt es jedes Ei auf einen dünnen, mehrere Millimeter langen Stiel aus erhärtetem Sekret. Diese gestielten Eier sind ein unverwechselbares Erkennungsmerkmal der Florfliegen und schützen die Gelege vor räuberischen Arthropoden und vor dem Kannibalismus der zuerst schlüpfenden Larven. Ein Weibchen produziert im Laufe seines