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Felsenspringer

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Tierart – Insekten > Sonstige Insekten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Archaeognatha (Ordnung); bekannteste mitteleuropäische Art: Machilis germanica
  • Ordnung: Archaeognatha (Felsenspringer)
  • Familie: Machilidae (häufigste Familie), daneben Meinertellidae
  • Lebensraum: Felsige Oberflächen, Geröllhalden, Mauern, Baumrinde, Küstenfelsen
  • Größe: 8–20 mm Körperlänge, je nach Art
  • Gewicht: Unter 0,1 g
  • Lebenserwartung: Etwa 2–4 Jahre, bei manchen Arten bis zu 5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Felsenspringer besitzen einen langgestreckten, spindelförmigen Körper, der zur Hinterleibsspitze hin deutlich schmaler wird. Charakteristisch ist der stark gewölbte, buckelförmige Thorax, der dem Tier ein gedrungenes Profil verleiht. Der Körper ist dicht mit Schuppen bedeckt, die je nach Art silbrig, grau, bräunlich oder leicht metallisch glänzen. Diese Schuppen ähneln in ihrer Struktur denen der verwandten Fischchen (Zygentoma), lösen sich bei Berührung leicht ab und dienen unter anderem als Schutz vor Fressfeinden.

Am Kopf fallen die großen, zusammenstoßenden Facettenaugen auf – ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber den Fischchen, deren Augen deutlich kleiner sind oder ganz fehlen. Zwischen den Facettenaugen sitzen drei Punktaugen (Ocellen). Die langen, perlschnurartigen Fühler (Antennen) können nahezu Körperlänge erreichen. Die Mundwerkzeuge sind frei sichtbar und vom ursprünglichen, beißend-kauenden Typ; die Maxillarpalpen sind auffallend lang und mehrgliedrig.

Am Hinterleibsende tragen Felsenspringer drei lange Schwanzfäden (Cerci und Terminalfilum), wobei der mittlere Faden – das Terminalfilum – deutlich länger ist als die beiden seitlichen Cerci. An den Abdominalsegmenten finden sich kleine, griffelartige Anhänge (Styli) sowie ausstülpbare Bläschen (Coxalvesikel), die der Feuchtigkeitsaufnahme dienen. Die Tiere sind flügellos – nicht durch sekundären Verlust, sondern weil sie einer stammesgeschichtlich sehr alten Insektenlinie angehören, die nie Flügel entwickelt hat.

Lebensraum & Verbreitung

Felsenspringer sind weltweit verbreitet und kommen auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Küsten bis in Gebirgslagen über 4.000 Meter Höhe. In Mitteleuropa sind rund 30 Arten nachgewiesen, darunter die häufige Machilis germanica, Lepismachilis y-signata und verschiedene Vertreter der Gattung Trigoniophthalmus.

Das bevorzugte Habitat sind felsige, steinige Standorte mit ausreichend Feuchtigkeit. Typische Biotope umfassen natürliche Felswände, Geröllhalden, Blockschuttfelder, Trockenmauern und Küstenklippen. Einige Arten besiedeln auch Baumstämme und leben unter Borke. Im Gegensatz zu den verwandten Fischchen meiden Felsenspringer menschliche Gebäude und sind daher kaum als Kulturfolger anzutreffen. Sie benötigen eine gewisse Luftfeuchtigkeit in ihren Rückzugsräumen, weshalb sie sich bevorzugt in Spalten, unter Steinen und in Moospolstern aufhalten.

Ernährung

Die Nahrung der Felsenspringer besteht überwiegend aus Algen, Flechten, Moosen und organischen Ablagerungen auf Gesteinsoberflächen. Mit ihren kauenden Mundwerkzeugen schaben sie den Aufwuchs von Felsen und Rinde ab. Gelegentlich werden auch abgestorbene pflanzliche Substanzen und Detritus aufgenommen. Die Tiere sind damit typische Aufwuchsfresser und spielen in ihrem Mikrohabitat eine Rolle im Abbau organischer Beläge.

Verhalten & Lebensweise

Felsenspringer sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Felsspalten, unter Steinen oder in Moospolstern und werden erst bei nachlassendem Licht aktiv. Bei einigen Arten wurde auch Tagesaktivität beobachtet, insbesondere bei bedecktem Himmel oder in schattigen Habitaten.

Ihren Namen verdanken die Tiere ihrer auffälligen Sprungtechnik: Werden sie gestört, schnellen sie durch ruckartige Bewegungen des Abdomens mehrere Zentimeter weit in die Luft. Dieser Fluchtmechanismus funktioniert ähnlich wie bei den Springschwänzen (Collembola), ist aber unabhängig davon entstanden. Die Sprünge erfolgen ungezielt und dienen ausschließlich der Feindvermeidung.

Ein territoriales Verhalten im engeren Sinne oder die Bildung von Gruppen ist nicht bekannt. Die Tiere leben einzelgängerisch, können aber an günstigen Standorten in höherer Dichte auftreten. Ihre Fortbewegung auf Felsen ist erstaunlich sicher – die Tarsen sind mit speziellen Haftstrukturen ausgestattet, die das Klettern auf glatten Gesteinsflächen ermöglichen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Felsenspringer verläuft indirekt, ohne Kopulation. Das Männchen setzt ein Spermienpaket (Spermatophore) auf einem Faden oder direkt auf dem Substrat ab. Bei einigen Arten geht dem ein kurzes Balzverhalten voraus, bei dem das Männchen das Weibchen mit den Fühlern und Maxillarpalpen berührt und es zur Spermatophore hinleitet. Das Weibchen nimmt das Spermienpaket anschließend mit der Geschlechtsöffnung auf.

Die Eier werden einzeln oder in kleinen Gruppen in Felsspalten, unter Steinen oder in Moospolster abgelegt. Die Entwicklung verläuft als direkte Entwicklung ohne Metamorphose (ametabol): Die schlüpfenden Jungtiere gleichen den adulten Tieren bereits in der Grundform und durchlaufen lediglich eine Reihe von Häutungen. Dabei wachsen sie mit jeder Häutung und erlangen nach etwa acht