Eissturmvogel
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Fulmarus glacialis
- Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
- Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
- Gattung: Fulmarus
- Lebensraum: Offene See, Steilküsten, arktische und subarktische Meeresgebiete
- Größe: 43–52 cm Körperlänge, Flügelspannweite 100–115 cm
- Gewicht: 600–1.000 g
- Lebenserwartung: 30–40 Jahre, Einzelnachweise von über 50 Jahren
Aussehen & Merkmale
Der Eissturmvogel erinnert auf den ersten Blick an eine Möwe, gehört jedoch zu einer völlig anderen Ordnung – den Röhrennasen. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist der kräftige, hakenförmige Schnabel mit den namensgebenden röhrenförmigen Nasenöffnungen auf dem Oberschnabel. Diese sogenannten Nasenröhren dienen der Ausscheidung überschüssigen Salzes über spezielle Salzdrüsen, eine Anpassung an das Leben auf hoher See.
Das Gefieder tritt in zwei Farbmorphen auf. Die helle Morphe, die in gemäßigten Breiten überwiegt, zeigt eine weiße Unterseite, einen weißen Kopf und eine graublaue bis aschgraue Oberseite. Die dunkle Morphe ist nahezu einheitlich rauchgrau bis schiefergrau gefärbt und kommt vor allem in arktischen Populationen vor. Zwischen beiden Extremen existieren zahlreiche Übergänge. Die Flügel sind lang und schmal, der Körperbau gedrungen mit kurzem Schwanz. Die Beine sind relativ kurz, die Füße mit Schwimmhäuten versehen. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel gelblich bis grünlich-grau.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Eissturmvogels erstreckt sich über den gesamten Nordatlantik und den Nordpazifik. Er besiedelt arktische, subarktische und kaltgemäßigte Meeresregionen. Große Brutkolonien finden sich auf Island, den Färöer-Inseln, in Norwegen, Schottland, Irland sowie auf Spitzbergen, Nowaja Semlja und entlang der kanadischen Küste. Im Nordpazifik brütet die Art von Alaska über die Aleuten bis nach Kamtschatka und auf den Kurilen.
Sein bevorzugtes Habitat ist die offene Hochsee. Außerhalb der Brutzeit verbringt der Eissturmvogel Monate weit entfernt von jeder Küste über dem offenen Ozean. Zur Brut sucht er steile Felsklippen und Felsvorsprünge auf, gelegentlich auch flache Küstenabschnitte oder Gebäudedächer in küstennahen Siedlungen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat die Art ihr Brutareal nach Süden ausgeweitet. In der Nordsee brütet sie seit den 1970er-Jahren auf Helgoland – der einzigen deutschen Brutkolonie.
Ernährung
Der Eissturmvogel ist ein opportunistischer Nahrungsgeneralist. Sein Speiseplan umfasst Fisch, Tintenfisch, Krebstiere, Quallen und Zooplankton. Er nimmt Nahrung von der Wasseroberfläche auf, taucht gelegentlich kurz unter und folgt häufig Fischereifahrzeugen, um Beifang und Fischabfälle zu erbeuten. Diese Strategie hat ihm den Ruf eines typischen Schiffsfolgers eingebracht.
Bei der Nahrungssuche nutzt er seinen ausgeprägten Geruchssinn – eine bei Vögeln eher seltene Eigenschaft, die bei Röhrennasen jedoch gut entwickelt ist. So kann er etwa Dimethylsulfid wahrnehmen, eine Substanz, die Phytoplankton bei Fraß durch Zooplankton freisetzt und dem Vogel indirekt nahrungsreiche Meeresgebiete anzeigt.
Verhalten & Lebensweise
Der Eissturmvogel ist tagaktiv und verbringt den größten Teil seines Lebens fliegend über dem Meer. Sein Flugstil ist typisch für Sturmvögel: Er gleitet mit steifen, geraden Flügeln dicht über der Wasseroberfläche und nutzt Aufwinde und Wellendynamik im sogenannten dynamischen Segelflug. Aktiver Flügelschlag wechselt sich mit langen Gleitphasen ab. An Land bewegt er sich aufgrund der kurzen Beine eher unbeholfen.
Außerhalb der Brutzeit lebt die Art pelagisch und einzelgängerisch, versammelt sich aber an ergiebigen Nahrungsquellen rasch in größeren Trupps. Eissturmvögel sind ausgesprochen standorttreu gegenüber ihrem Brutplatz. Beringte Individuen wurden über Jahrzehnte immer wieder an denselben Felsvorsprüngen nachgewiesen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Geschlechtsreife tritt spät ein, meist erst im Alter von 6 bis 12 Jahren. Die Balz beginnt bereits im Winter, wenn die Vögel die Brutkolonien aufsuchen. Dort zeigen Paare ein ausgiebiges Balzritual mit gegenseitigem Schnabelklappern, Kopfnicken und lauten, gackernden Rufen. Eissturmvögel führen in der Regel eine monogame Dauerehe, die über viele Brutperioden Bestand hat.
Das Weibchen legt ein einzelnes weißes Ei auf einen kahlen Felsvorsprung, manchmal in eine flache Mulde mit spärlichem Nistmaterial. Beide Elternvögel bebrüten das Ei abwechselnd über einen Zeitraum von etwa 47 bis 53 Tagen. Das Küken schlüpft mit dichtem grauweißem Daunengefieder und wird von beiden Eltern mit vorverdautem Fisch und Magenöl gefüttert. Nach rund 46 bis 53 Tagen ist der Jungvogel flügge und verlässt eigenständig die Kolonie. Es gibt nur eine Brut pro Jahr; bei Verlust des Eies findet kein Nachgelege statt.
Bedrohung & Schutzstatus
Die IUCN stuft den Eissturmvogel derzeit als „Least Concern" (nicht gefährdet) ein. Der weltweite Bestand wird auf mehrere Millionen Brutpaare geschätzt. Dennoch bestehen reg