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Sturmschwalbe

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Tierart – Vögel > Seevögel – Hochsee

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Hydrobates pelagicus
  • Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
  • Familie: Sturmschwalben (Hydrobatidae)
  • Gattung: Hydrobates
  • Lebensraum: Offene See, Hochsee, Küstenklippen (Brutzeit)
  • Größe: 14–18 cm Körperlänge, Flügelspannweite 36–39 cm
  • Gewicht: 20–30 g
  • Lebenserwartung: Bis zu 30 Jahre, im Durchschnitt etwa 11 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Europäische Sturmschwalbe ist der kleinste Seevogel Europas und erreicht kaum die Größe eines Haussperlings. Ihr Gefieder ist überwiegend rußschwarz bis dunkelbraun mit einem auffälligen weißen Bürzelfleck, der im Flug gut sichtbar ist und ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal darstellt. Die Unterflügeldecken zeigen einen blassen, weißlichen Streifen. Der Schwanz ist leicht gegabelt, was sie im Flug von verwandten Arten wie der Wellenläufer-Sturmschwalbe (Oceanites oceanicus) unterscheidet.

Der Schnabel ist kurz, schwarz und weist die für Röhrennasen typischen röhrenförmigen Nasenöffnungen auf, die der gesamten Ordnung ihren Namen geben. Diese Strukturen dienen der Ausscheidung überschüssigen Salzes und spielen eine Rolle beim Geruchssinn. Die Beine sind relativ lang im Verhältnis zum Körper, schwarz gefärbt und mit Schwimmhäuten versehen. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden – es besteht kein Geschlechtsdimorphismus.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Europäischen Sturmschwalbe erstreckt sich über den nordöstlichen Atlantik und das westliche Mittelmeer. Brutkolonien finden sich auf Inseln und Küstenklippen vor Großbritannien, Irland, Island, den Färöer-Inseln, Norwegen, der Bretagne, den Kanaren, Madeira sowie auf Mittelmeerinseln vor Malta, Sardinien und den Balearen. Es werden zwei Unterarten unterschieden: Hydrobates pelagicus pelagicus im Atlantik und Hydrobates pelagicus melitensis im Mittelmeer.

Außerhalb der Brutzeit verbringen Sturmschwalben den Großteil ihres Lebens auf offener See. Sie sind ausgeprägte Hochseevögel, die das Festland meiden und nur zur Brut an Land kommen. Im Winter ziehen die atlantischen Populationen südwärts bis vor die Küsten Südafrikas und Namibias. Die Mittelmeer-Population bleibt dagegen weitgehend standorttreu in ihrem Habitat. Das bevorzugte Biotop auf See umfasst nährstoffreiche Meeresgebiete mit kalten Auftriebszonen.

Ernährung

Sturmschwalben ernähren sich hauptsächlich von kleinen Fischen, Planktonkrebsen, Flohkrebsen (Amphipoda), Ruderfußkrebsen (Copepoda) und Tintenfischlarven. Sie nehmen auch Fischlaich und ölhaltige Nahrungsreste auf, die an der Wasseroberfläche treiben. Die Vögel folgen gelegentlich Schiffen und nutzen das durch Schiffsschrauben aufgewühlte Wasser, um aufgescheuchte Kleinstlebewesen zu erbeuten.

Die charakteristische Nahrungsaufnahme erfolgt im sogenannten Patter-Feeding: Der Vogel flattert dicht über der Wasseroberfläche, lässt die Beine herabhängen und „läuft" mit ausgestreckten Füßen über das Wasser, während er mit dem Schnabel Nahrungspartikel von der Oberfläche pickt. Dieses Verhalten gab der gesamten Vogelgruppe im Englischen den Namen „Storm Petrel" – abgeleitet von Petrus, der über das Wasser wandelte.

Verhalten & Lebensweise

An den Brutkolonien sind Sturmschwalben streng nachtaktiv, um Fressfeinden wie Großmöwen und Raubmöwen zu entgehen. Sie kehren erst bei völliger Dunkelheit zu ihren Nisthöhlen zurück und verlassen diese vor der Morgendämmerung. Auf offener See sind sie dagegen tag- und nachtaktiv. Der Flug ist flatternden, schmetterlingsartigen Charakters, niedrig über den Wellenkämmen und oft mit abrupten Richtungswechseln.

Sturmschwalben sind gesellige Vögel, die in teils großen Kolonien brüten, auf See jedoch einzeln oder in lockeren Gruppen unterwegs sind. Sie orientieren sich nachts an den Brutkolonien über den Geruchssinn und über akustische Signale. Die Rufe, die sie an den Brutplätzen ausstoßen, sind arttypische, schnurrende und zwitschernde Lautfolgen, die häufig mit einem abschließenden Schluckauf-Laut enden. Außerhalb der Brutzeit sind sie weitgehend stumm.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit beginnt je nach Population zwischen Mai und Juli. Die Balz findet überwiegend nachts statt, wobei die Paare einander durch Duettgesänge an der Bruthöhle erkennen. Sturmschwalben sind monogam und zeigen eine hohe Brutplatztreue – Paare nutzen dieselbe Höhle oft über viele Jahre.

Die Nester werden in Felsspalten, zwischen Geröll, in Erdlöchern oder verlassenen Kaninchenbauten angelegt. Das Weibchen legt ein einzelnes weißes Ei, das beide Elternteile abwechselnd über einen Zeitraum von 38 bis 42 Tagen bebrüten. Die Brutablösung erfolgt in Schichten von mehreren Tagen, während derer der jeweils andere Partner auf See Nahrung sucht.

Das Küken schlüpft mit dichtem grauem Daunengefieder und wird von beiden Altvögeln mit einem öligen, vorverdauten Nahrungsbrei gefüttert. Nach etwa 56 bis 73 Tagen ist der Jungvogel flügge und verlässt die Bruthöhle eigenständig – meist nachts und ohne Begleitung der Eltern. Die Geschlechtsreife wird im Alter von vier bis fünf Jahren erreicht.

Bedrohung & Schutzstatus

Die IUCN stuft die Europäische Stu