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Elefantenspitzmaus

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Tierart – Säugetiere > Insektenfresser & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Elephantulus (Gattung); zahlreiche Arten, z. B. Elephantulus rufescens (Rotbraune Elefantenspitzmaus)
  • Ordnung: Macroscelidea (Rüsselspringer)
  • Familie: Macroscelididae (Rüsselspringer)
  • Verbreitungsgebiet: Afrika südlich der Sahara
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 10–15 cm, Schwanz 10–17 cm
  • Gewicht: 25–70 g je nach Art
  • Lebenserwartung: 2–4 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Elefantenspitzmäuse tragen ihren deutschen Namen aufgrund ihrer auffällig verlängerten, rüsselartigen Nase, die entfernt an den Rüssel eines Elefanten erinnert. Dieser flexible Nasenfortsatz ist hochbeweglich und dient als wichtiges Tastorgan bei der Nahrungssuche. Der Körperbau ist schlank und auf schnelle Fortbewegung ausgelegt: Die Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine, was den Tieren eine hüpfende, an Kängurus erinnernde Gangart verleiht.

Das Fell ist kurz, dicht und weich. Die Färbung variiert je nach Art und Habitat von sandfarben über rötlich-braun bis graubraun, wobei die Bauchseite in der Regel heller ausfällt. Die großen, runden Augen deuten auf gutes Sehvermögen hin – ein Unterschied zu vielen anderen kleinen Säugetieren vergleichbarer Größe. Die Ohren sind relativ groß und dünnhäutig, was auf ein ausgeprägtes Hörvermögen schließen lässt. Der Schwanz ist lang, dünn und meist spärlich behaart. Er dient beim schnellen Laufen als Balancierhilfe.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Elefantenspitzmäuse erstreckt sich über weite Teile des afrikanischen Kontinents südlich der Sahara. Verschiedene Arten besiedeln unterschiedliche Biotope: Trockensavannen, Halbwüsten, felsige Gebirgshänge, Buschland und lichte Wälder. Einige Arten wie die Nordafrikanische Elefantenspitzmaus (Petrosaltator rozeti) kommen auch in Nordafrika vor und bewohnen dort steinige, aride Habitate.

Innerhalb der Familie Macroscelididae existieren rund 20 beschriebene Arten in sechs Gattungen. Neben der artenreichen Gattung Elephantulus gehören dazu unter anderem Petrodromus (Vierzehenrüsselspringer), Rhynchocyon (Rüsselhündchen) und Macroscelides (Kurzohr-Elefantenspitzmaus). Die einzelnen Arten zeigen oft enge Bindung an bestimmte Bodentypen und Vegetationsstrukturen. In felsigem Terrain nutzen sie Spalten und Hohlräume als Unterschlupf, während Arten in Savannengebieten selbst gegrabene flache Mulden oder verlassene Baue anderer Kleinsäuger bewohnen.

Ernährung

Elefantenspitzmäuse sind überwiegend insektivor. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Ameisen, Termiten, Käfern, Spinnen und anderen wirbellosen Tieren. Mit ihrer beweglichen Rüsselnase stöbern sie Beutetiere in Laub, unter Steinen und in Bodenspalten auf. Die lange, klebrige Zunge hilft beim schnellen Ergreifen von Insekten. Ergänzend nehmen manche Arten auch pflanzliche Kost wie Samen, Beeren und junge Triebe zu sich, sodass sie streng genommen als Omnivoren gelten können. Der hohe Stoffwechsel der kleinen Tiere erfordert eine nahezu ständige Nahrungsaufnahme während der aktiven Phasen.

Verhalten & Lebensweise

Die meisten Elefantenspitzmausarten sind tagaktiv, einzelne Arten zeigen dämmerungsaktive oder auch nachtaktive Tendenzen – abhängig von Temperatur und Feinddruck im jeweiligen Habitat. Sie leben überwiegend einzelgängerisch oder in monogamen Paaren. Ein ausgeprägtes Sozialverhalten in größeren Gruppen oder Rudeln ist nicht bekannt.

Typisch für Elefantenspitzmäuse ist das Anlegen und Pflegen eines Wegenetzes innerhalb ihres Reviers. Diese freigelegten Pfade durch die Vegetation dienen der schnellen Flucht vor Fressfeinden. Die Tiere patrouillieren regelmäßig entlang dieser Wege und halten sie frei von Blättern und Zweigen. Bei Gefahr können Elefantenspitzmäuse Geschwindigkeiten von bis zu 28 km/h erreichen – eine beachtliche Leistung für ein Tier dieser Größe.

Zu den natürlichen Feinden zählen Greifvögel, Schlangen, kleinere Raubsäuger und Warane. Die Tiere verlassen sich bei der Feindvermeidung primär auf ihre Schnelligkeit und ihr gutes Gehör. Bei akuter Bedrohung trommeln einige Arten mit den Hinterfüßen auf den Boden – ein Warnverhalten, das auch von Hasen und anderen Kleinsäugern bekannt ist.

Fortpflanzung & Aufzucht

Elefantenspitzmäuse leben häufig in monogamen Paarbindungen, wobei die Partner ein gemeinsames Revier bewohnen, sich außerhalb der Paarungszeit jedoch eher aus dem Weg gehen. Die Tragzeit ist mit 45 bis 60 Tagen für ein Tier dieser Größe vergleichsweise lang. Pro Wurf kommen in der Regel ein bis zwei Jungtiere zur Welt, selten drei.

Die Jungtiere sind Nestflüchter: Sie werden mit offenen Augen und vollständig behaart geboren und sind bereits wenige Stunden nach der Geburt in der Lage, sich fortzubewegen. Gesäugt werden sie nur über einen kurzen Zeitraum von wenigen Wochen. Die Mutter besucht den Nachwuchs zum Säugen, hält sich aber ansonsten nicht ständig bei den Jungen auf. Nach etwa sechs bis acht Wochen sind die Jungtiere selbstständig und verlassen das elterliche Revier.

Bedrohung & Schutzstatus

Die meisten Arten der Elefantenspitzmäuse werden von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet)