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Igel

I

Tierart – Säugetiere > Insektenfresser & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Erinaceus europaeus (Braunbrustigel), Erinaceus roumanicus (Nördlicher Weißbrustigel)
  • Ordnung: Eulipotyphla (Insektenfresser)
  • Familie: Erinaceidae (Igel)
  • Gattung: Erinaceus
  • Lebensraum: Hecken, Waldränder, Gärten, Parks, extensives Kulturland
  • Größe: 22–30 cm Kopf-Rumpf-Länge
  • Gewicht: 400–1.500 g (jahreszeitlich stark schwankend)
  • Lebenserwartung: 3–7 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis 10 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Igel besitzt einen gedrungenen, rundlichen Körper mit kurzen Beinen und einem kaum sichtbaren Schwanz von etwa 2 cm Länge. Sein auffälligstes Merkmal ist das Stachelkleid auf der Oberseite des Körpers: Rund 5.000 bis 8.000 Stacheln bedecken Rücken und Flanken. Jeder Stachel ist ein umgewandeltes Haar, hohl und etwa 2–3 cm lang, mit einer hellbraunen Grundfärbung und dunkler Bänderung. Die Unterseite – Bauch, Brust und Gesicht – ist mit grobem, bräunlichem Fell bedeckt. Die Augen sind klein und dunkel, die Ohren rundlich und relativ kurz. Die Schnauze ist spitz zulaufend und ständig in Bewegung, da der Igel sich stark auf seinen Geruchssinn verlässt. Die Pfoten tragen jeweils fünf Zehen mit kräftigen Krallen, die zum Graben und Scharren geeignet sind.

Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) und der Nördliche Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus) unterscheiden sich äußerlich nur geringfügig. Der Weißbrustigel zeigt einen hellen Brustfleck und hat tendenziell eine etwas hellere Bauchfärbung. In Mitteleuropa überlappt das Verbreitungsgebiet beider Arten in einem schmalen Streifen, der von Österreich über Tschechien bis ins Baltikum reicht.

Lebensraum & Verbreitung

Der Braunbrustigel ist über weite Teile West- und Mitteleuropas verbreitet – von der Iberischen Halbinsel über Frankreich und die Britischen Inseln bis nach Skandinavien und Italien. Sein Verbreitungsgebiet reicht ostwärts bis Polen und Westungarn. Der Weißbrustigel schließt sich östlich an und besiedelt Südost- und Osteuropa bis in den Kaukasus und nach Westsibirien.

Igel bevorzugen strukturreiche Habitate mit dichter Bodenvegetation, Hecken, Laubhaufen und Totholz. Waldränder, Streuobstwiesen, naturnahe Gärten und Parks bieten ideale Biotope, da sie sowohl Nahrung als auch Versteckmöglichkeiten bereithalten. Offene Ackerflächen und dichte geschlossene Wälder werden dagegen gemieden. In Siedlungsnähe profitieren Igel von Komposthaufen, Heckenstrukturen und extensiv gepflegten Grünflächen. In den Alpen kommt der Braunbrustigel bis auf etwa 1.500 Meter Höhe vor.

Ernährung

Igel sind Allesfresser mit einem deutlichen Schwerpunkt auf tierischer Kost. Ihre Hauptnahrung besteht aus Insekten und deren Larven – insbesondere Käfer, Raupen und Ohrwürmer. Daneben fressen sie Regenwürmer, Schnecken, Spinnen und gelegentlich Frösche, Eidechsen oder Vogeleier. Pflanzliche Nahrung wie Fallobst oder Beeren wird nur in geringem Umfang aufgenommen. Der Igel ist kein spezialisierter Jäger, sondern ein opportunistischer Sammler, der sich bei der Nahrungssuche auf seinen ausgezeichneten Geruchssinn und sein Gehör verlässt.

Entgegen einer verbreiteten Annahme ist Milch für Igel unverträglich, da sie den Milchzucker Laktose nicht verdauen können. Geeignete Zufütterung bei untergewichtigen Tieren besteht aus Katzenfeuchtfutter oder ungewürztem Rührei.

Verhalten & Lebensweise

Igel sind ausgesprochen nachtaktiv und einzelgängerisch. Tagsüber ruhen sie in Nestern aus Laub, Gras und Reisig, die sie unter Hecken, Holzstapeln oder in Hohlräumen anlegen. Nach Einbruch der Dämmerung durchstreifen sie auf der Nahrungssuche ein Streifgebiet von bis zu 100 Hektar, wobei die Aktionsräume von Männchen deutlich größer sind als die der Weibchen. Ein festes Revier im engeren Sinne verteidigen Igel nicht; die Streifgebiete verschiedener Individuen überlappen sich häufig.

Bei Gefahr rollt sich der Igel zu einer Kugel zusammen und richtet seine Stacheln auf. Diese Verteidigungsstrategie funktioniert gegen die meisten natürlichen Fressfeinde – Dachs und Uhu gehören zu den wenigen, die einen zusammengerollten Igel überwinden können. Gegen Fahrzeuge im Straßenverkehr ist dieses Verhalten allerdings wirkungslos.

Ein zentrales Element der Lebensweise ist der Winterschlaf. Ab Oktober, wenn Nahrung knapp wird und die Temperaturen sinken, bezieht der Igel ein gut isoliertes Winternest. Die Körpertemperatur sinkt von rund 36 °C auf etwa 5 °C, Herzschlag und Atmung werden drastisch reduziert. Der Winterschlaf dauert je nach Witterung bis März oder April. In dieser Zeit zehrt das Tier ausschließlich von seinen Fettreserven, weshalb ein Mindestgewicht von etwa 500–600 g vor dem Wintereinbruch überlebenswichtig ist.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit erstreckt sich von Mai bis August, mit einem Schwerpunkt im Juni. Das Paarungsverhalten wird gelegentlich als „Igelkarussell" bezeichnet: Das Männchen umkreist das Weibchen ausdauernd, oft stundenlang, wobei beide laut schnaufen und fauchen. Ist das Weibchen paarungsbereit, legt es seine Stacheln flach an.

Nach einer Trag