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Maulwurf

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Tierart – Säugetiere > Insektenfresser & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Talpa europaea (Europäischer Maulwurf)
  • Ordnung: Eulipotyphla (Insektenfresser)
  • Familie: Talpidae (Maulwürfe)
  • Gattung: Talpa
  • Lebensraum: Wiesen, Weiden, Gärten, Laubwälder, Parklandschaften
  • Größe: 12–17 cm Körperlänge, Schwanz ca. 2–4 cm
  • Gewicht: 60–120 g
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Europäische Maulwurf besitzt einen walzenförmigen, kompakten Körper, der optimal an das unterirdische Leben angepasst ist. Sein Fell ist samtig-dicht, kurz und besitzt keinen festen Strich – die Haare können also in jede Richtung umgelegt werden. Diese Eigenschaft verhindert, dass sich Erde im Fell festsetzt, wenn sich das Tier durch enge Gänge vorwärts und rückwärts bewegt. Die Fellfarbe variiert von schwarz über dunkelgrau bis gelegentlich bräunlich; selten treten auch cremefarbene oder gescheckte Exemplare auf.

Das auffälligste Merkmal sind die kräftigen, schaufelartigen Vorderpfoten. Sie sind nach außen gedreht und mit breiten, flachen Krallen versehen, die als hocheffiziente Grabwerkzeuge dienen. Ein zusätzlicher sichelförmiger Knochen, das sogenannte Sesambein, verbreitert die Grabfläche der Hand. Die Hinterbeine sind deutlich kleiner und dienen vor allem dem Abstemmen im Gang.

Die Augen des Maulwurfs sind stark reduziert und von Fell überwachsen. Sie können lediglich Hell-Dunkel-Unterschiede wahrnehmen. Ohrmuscheln fehlen vollständig; die Gehöröffnungen sind von einer Hautfalte bedeckt. Trotzdem hört der Maulwurf gut und reagiert auf Bodenvibrationen. Sein Tastsinn ist hervorragend ausgebildet: Feine Tasthaare an der Schnauze (Vibrissen) sowie an der Schwanzspitze liefern ständig Informationen über die unmittelbare Umgebung.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Talpa europaea erstreckt sich über weite Teile Europas – von Großbritannien und Frankreich im Westen bis nach Westsibirien im Osten. Im Norden reicht das Areal bis Südfinnland und Schweden, im Süden bis nach Nordspanien, Italien und den Balkan. In Irland, Island und dem größten Teil Skandinaviens fehlt die Art.

Als Habitat bevorzugt der Maulwurf tiefgründige, lockere und nicht zu trockene Böden, die sich gut graben lassen. Wiesen, Weiden, Laubmischwälder mit humusreicher Erde, Gärten und Parkanlagen bieten ideale Bedingungen. Staunasse Böden, reine Sandböden und Fels meidet er. In Gebirgsregionen kommt er bis etwa 2.000 Meter Höhe vor, sofern die Bodenqualität es erlaubt. Die Nähe zu menschlichen Siedlungen wird nicht gescheut – die charakteristischen Maulwurfshügel auf Rasenflächen sind ein verbreitetes Zeugnis seiner Anwesenheit.

Ernährung

Der Maulwurf ist ein reiner Fleischfresser und ernährt sich überwiegend von wirbellosen Tieren. Den Hauptanteil seiner Nahrung machen Regenwürmer aus, die bis zu 90 Prozent des Speiseplans stellen können. Daneben frisst er Engerlinge, Schnaken- und Käferlarven, Schnecken, Tausendfüßer und gelegentlich kleine Wirbeltiere wie Mäuse oder Eidechsen.

Sein Stoffwechsel ist extrem hoch. Ein Maulwurf muss täglich etwa die Hälfte seines eigenen Körpergewichts an Nahrung aufnehmen. Bereits nach wenigen Stunden ohne Futter kann er verhungern. Um Engpässe zu überbrücken, legt er Vorratskammern an: Regenwürmern wird durch einen gezielten Biss in den Kopfbereich das Vorderende gelähmt, sodass sie lebend, aber fluchtunfähig gelagert werden können.

Verhalten & Lebensweise

Der Maulwurf lebt als Einzelgänger und beansprucht ein eigenes Revier, das je nach Nahrungsangebot zwischen 300 und 3.000 Quadratmeter groß sein kann. Artgenossen werden außerhalb der Paarungszeit aggressiv vertrieben – Begegnungen können zu heftigen Kämpfen führen.

Er ist weder tag- noch nachtaktiv im klassischen Sinn, sondern folgt einem eigenen Rhythmus: Typisch sind drei bis vier Aktivitätsphasen innerhalb von 24 Stunden, jeweils gefolgt von Ruhephasen im Nest. Da er unterirdisch lebt, spielt der Tag-Nacht-Wechsel an der Oberfläche kaum eine Rolle.

Das Gangsystem eines Maulwurfs kann sich über mehrere hundert Meter erstrecken und besteht aus oberflächennahen Jagdgängen sowie tiefer gelegenen Wohngängen. In der Mitte des Systems liegt der sogenannte Kessel – eine mit Laub und trockenem Gras ausgepolsterte Nestkammer, die als Schlafplatz dient. Die beim Graben anfallende Erde wird nach oben geschoben und bildet die typischen Maulwurfshügel. Ein einzelnes Tier kann pro Tag bis zu 20 Meter neue Gänge anlegen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in Mitteleuropa in die Monate Februar bis April. In dieser kurzen Phase suchen die Männchen aktiv nach Weibchen und erweitern dafür ihr Gangsystem erheblich. Die Tragzeit beträgt etwa vier Wochen. Das Weibchen bringt in einer vergrößerten und besonders gut gepolsterten Nestkammer einmal jährlich einen Wurf von drei bis fünf Jungtieren zur Welt.

Die Jungtiere kommen nackt, blind und hilflos zur Welt und wiegen bei der Geburt etwa 3,5 Gramm. Ihr Fell entwickelt sich innerhalb von zwei Wochen. Mit etwa fünf Wochen öffnen sich die Augen. Die Mutter säugt die Jungen rund vier bis fünf Wochen lang. Danach werden sie selbstständig und