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Elritze

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Phoxinus phoxinus
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
  • Gattung: Phoxinus
  • Lebensraum: Klare, sauerstoffreiche Fließgewässer und Seen
  • Größe: 6–10 cm, maximal bis 14 cm
  • Gewicht: 5–15 g, selten bis 25 g
  • Lebenserwartung: 5–8 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Elritze ist ein kleiner, schlanker Süßwasserfisch mit langgestrecktem, im Querschnitt annähernd rundem Körper. Im Vergleich zu vielen anderen Karpfenfischen wirkt sie fast zylindrisch. Die Schuppen sind außerordentlich klein und in die Haut eingebettet, sodass sich der Fisch glatt anfühlt. Entlang der Seitenlinie zählt man 80 bis 90 dieser winzigen Schuppen – eine ungewöhnlich hohe Zahl für einen Fisch dieser Größe.

Die Grundfärbung des Rückens ist olivgrün bis bräunlich, die Flanken zeigen ein wechselndes Muster aus dunklen und hellen Flecken, die sich zu einer unregelmäßigen Längsbinde zusammenfügen können. Die Bauchseite ist silbrig bis weißlich. Zur Laichzeit verändert sich das Erscheinungsbild der Männchen drastisch: Kehle und Bauch färben sich leuchtend rot, die Flanken nehmen einen intensiven Grünton an, und an Kopf und Vorderrücken bilden sich kleine, punktförmige Laichausschläge. Diese Hochzeitsfärbung gehört zu den auffälligsten unter den einheimischen Kleinfischen.

Der Kopf ist relativ groß, das Maul endständig und klein. Die Rückenflosse sitzt weit hinten, etwa auf Höhe der Bauchflossen. Die Schwanzflosse ist leicht eingebuchtet. Eine Fettflosse fehlt, wie bei allen Karpfenartigen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Elritze erstreckt sich über weite Teile Europas und Nordasiens – von den Britischen Inseln und Skandinavien über Mitteleuropa bis nach Sibirien. In Südeuropa fehlt sie weitgehend; auf der Iberischen Halbinsel, in Süditalien und auf dem südlichen Balkan kommt sie natürlicherweise nicht vor.

In Mitteleuropa bewohnt die Elritze vor allem die Forellen- und Äschenregion der Fließgewässer. Ihr bevorzugtes Habitat sind klare, kühle, sauerstoffreiche Bäche und Flüsse mit kiesigem oder steinigem Grund. Man findet sie auch in sauberen Seen, insbesondere in Voralpenseen und Gebirgsseen, sofern die Wasserqualität stimmt. Entscheidend für das Vorkommen sind Wassertemperaturen, die im Sommer dauerhaft unter 20 °C bleiben, sowie ein hoher Sauerstoffgehalt. Träge, verschlammte oder stark verbaute Gewässer meidet sie.

In Deutschland war die Elritze einst in nahezu allen geeigneten Mittelgebirgs- und Vorgebirgsbächen verbreitet. Durch Gewässerverbau, Verschmutzung und den Verlust naturnaher Bachläufe sind die Bestände in vielen Regionen zurückgegangen. Stabile Populationen existieren noch in den Alpen, im Schwarzwald, im Harz und in Teilen der norddeutschen Tiefebene, wo kalte Quellbäche geeignete Biotope bieten.

Ernährung

Die Elritze ist ein Allesfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Den Hauptanteil ihrer Nahrung bilden Kleintiere: Insektenlarven – insbesondere Zuckmücken-, Eintagsfliegen- und Köcherfliegenlarven –, Kleinkrebse, Würmer und andere wirbellose Organismen der Gewässersohle. Daneben nimmt sie Anflugnahrung von der Wasseroberfläche auf, also ins Wasser gefallene Insekten.

Pflanzliche Kost wie Algenaufwuchs und Detritus ergänzt den Speiseplan, vor allem wenn tierische Nahrung knapp ist. Im Frühjahr werden auch Fischlaich und kleinste Fischlarven gefressen, was die Elritze gelegentlich in Konflikt mit fischereilichen Interessen bringt – ein Vorwurf, der angesichts der geringen Größe des Fisches allerdings kaum ins Gewicht fällt.

Verhalten & Lebensweise

Elritzen sind ausgesprochen gesellige Fische, die in Schwärmen von oft mehreren Dutzend bis mehreren Hundert Individuen leben. Die Schwarmbildung dient dem Schutz vor Fressfeinden – darunter Bachforelle, Groppe, Eisvogel und Graureiher. Einzelne Tiere abseits des Schwarms werden deutlich häufiger erbeutet.

Die Art ist überwiegend tagaktiv. Tagsüber stehen die Schwärme in strömungsberuhigten Bereichen hinter Steinen, in Kolken oder am Rand der Hauptströmung und suchen nach Nahrung. Nachts ziehen sie sich in Deckung zwischen Steinen und Pflanzenbeständen zurück. Elritzen sind standorttreu, unternehmen aber zur Laichzeit kurze Wanderungen flussaufwärts zu geeigneten Laichplätzen.

Ein für die ökologische Forschung relevantes Verhalten ist die sogenannte Schreckreaktion: Wird eine Elritze verletzt, setzt sie aus spezialisierten Hautzellen einen Schreckstoff (Ostariophysan-Alarmpheromon) frei. Artgenossen in der Umgebung reagieren darauf mit sofortiger Flucht oder engem Zusammenrücken des Schwarms. Karl von Frisch beschrieb dieses Phänomen erstmals 1938 an der Elritze und legte damit den Grundstein für die Erforschung chemischer Kommunikation bei Fischen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit fällt in die Monate Mai bis Juli, wenn die Wassertemperaturen 12 bis 18 °C erreichen. Die Männchen besetzen in dieser Phase keine festen Reviere, sondern konkurrieren im Schwarm um die Weibchen. Die Balz findet in flachen, strömungsreichen Gewässerabschnitten mit kiesigem Untergrund statt.

Das Weibchen gibt portionsweise