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Englische-schecke

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Rassen > Kaninchenrassen

Steckbrief

  • Herkunft: England, weiterentwickelt in Deutschland
  • Rassestandard: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), Abteilung Mittelgroße Rassen
  • Gewicht: 2,75 – 3,75 kg (Idealgewicht ca. 3,25 kg)
  • Körperbau: Gestreckt, leicht walzenförmig, sportlich
  • Fell: Kurz, dicht, mit glatter Grannenhaarstruktur
  • Farben: Weiße Grundfarbe mit schwarzer, blauer, havannafarbener, thüringer oder dreifarbiger Zeichnung
  • Lebenserwartung: 8 – 12 Jahre
  • Besonderheit: Punktierte Zeichnungsrasse mit streng definiertem Zeichnungsmuster

Herkunft & Geschichte

Die Englische Schecke zählt zu den ältesten und bekanntesten Zeichnungsrassen unter den Kaninchen. Ihre Abstammung lässt sich bis ins England des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen, wo gescheckte Kaninchen bereits auf Ausstellungen gezeigt und gezielt auf eine gleichmäßige Punktenzeichnung selektiert wurden. Die englische Bezeichnung „English Spot" verweist auf die charakteristischen Seitenzeichnungspunkte, die das Markenzeichen dieser Rasse darstellen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelangten die ersten Tiere nach Deutschland, wo ambitionierte Züchter die Rasse konsequent weiterentwickelten. Deutsche Zuchtverbände, allen voran der ZDRK, übernahmen die Standardisierung und legten präzise Zeichnungsmerkmale fest, die weit über die britischen Vorgaben hinausgingen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts etablierte sich die Englische Schecke als eine der anspruchsvollsten Zeichnungsrassen in der deutschen Rassekaninchenzucht. Die Zucht erfordert tiefes Verständnis der Farbgenetik, da aus Verpaarungen zweier typisch gezeichneter Schecken neben den gewünschten Schecken auch einfarbige Tiere (sogenannte Chaplins) und Weißlinge fallen – ein Umstand, der auf den intermediären Erbgang des Scheckungsfaktors zurückzuführen ist.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Englische Schecke besticht durch ihren eleganten, gestreckten Körperbau mit leichter Walzenform. Der Rumpf wirkt sportlich und schlank, ohne dabei schmal zu sein. Die Läufe sind mittellang und kräftig, der Kopf fein geschnitten mit aufrecht getragenen, gut behaarten Ohren von etwa 11 bis 13 cm Länge.

Das eigentliche Rassemerkmal ist die Zeichnung, die nach dem Rassestandard in mehrere Bereiche unterteilt wird:

  • Kopfzeichnung: Schmetterlingsförmiger Nasenfleck mit gleichmäßigen Flügeln und Dorn, vollständig gefärbte Ohren und klar abgegrenzte Augenringe.
  • Rumpfzeichnung: Ein durchgehender, schmaler Aalstrich verläuft vom Genick bis zur Blumenspitze. Beidseitig davon befindet sich die Seitenzeichnung – frei stehende, möglichst gleichmäßig verteilte Punkte auf den Flanken.
  • Seitenzeichnung: Die Punkte sollen erbsengroß, rund und gleichmäßig über die Seitenflächen verteilt sein. Kettenbildung oder Fleckenbildung gilt als Zeichnungsfehler.

Die häufigste und bekannteste Farbvariante ist schwarz-weiß, doch auch blaue, havannafarbene und dreifarbige Zeichnungen sind im Standard des ZDRK anerkannt. Das Fell selbst ist kurz, dicht anliegend und von feiner Struktur mit gutem Unterwolle-Anteil.

Charakter & Wesen

Die Englische Schecke gilt als lebhaftes, aufgewecktes und neugieriges Kaninchen. Im Vergleich zu vielen anderen Rassen zeigt sie einen ausgeprägten Bewegungsdrang und erkundet ihre Umgebung mit sichtlicher Begeisterung. Gegenüber ihren Bezugspersonen wird sie bei regelmäßigem, ruhigem Umgang erstaunlich zutraulich und entwickelt eine enge Bindung.

Im Wesen zeigt sich die Rasse überwiegend friedfertig und verträglich mit Artgenossen, was die Gruppenhaltung begünstigt. Junge Rammler können phasenweise etwas temperamentvoller auftreten, doch insgesamt ist die Englische Schecke ein umgängliches Tier. Ihre Wachsamkeit und Aufmerksamkeit machen sie zu einem reaktionsfreudigen Beobachter, der auf Veränderungen in seiner Umgebung schnell reagiert. Langeweile und Einzelhaltung verträgt diese intelligente Rasse schlecht – Beschäftigung und Sozialkontakt sind essenziell für ihr Wohlbefinden.

Haltung & Pflege

Aufgrund ihres sportlichen Körperbaus und ausgeprägten Bewegungsdrangs benötigt die Englische Schecke großzügige Haltungsbedingungen. Ein geräumiges Gehege mit mindestens 6 Quadratmetern für zwei Tiere plus täglichem Freilauf – idealerweise in einem gesicherten Gartenauslauf – ist die Mindestanforderung. Enge Buchten, wie sie in der Ausstellungszucht leider noch verbreitet sind, werden dem Bewegungsbedürfnis dieser Rasse nicht gerecht.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Das kurze, glatte Fell neigt nicht zum Verfilzen und muss nur während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst regelmäßig gebürstet werden, um lose Haare zu entfernen und die Verdauung durch verschlucktes Fell nicht zu belasten. Die regelmäßige Kontrolle von Krallen, Ohren, Zähnen und der Afterregion gehört zur Standardpflege.

Als Beschäftigung eignen sich Tunnel, Plattformen, Buddelkisten und Futtersuchspiele. Die Englische Schecke nimmt solche Angebote dankbar an und zeigt dann ihr verspieltes, aktives Naturell besonders deutlich.

Ernährung

Die Grundlage einer artgerechten Fütterung bildet hochwertiges Heu, das rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss. Es sorgt für den notwend