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Federwild

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Jäger- & Weidmannssprache > Jäger- & Weidmannssprache

Definition und Überblick

Als Federwild bezeichnet die Jägersprache sämtliche dem Jagdrecht unterliegenden Vogelarten. Der Begriff grenzt diese Gruppe klar vom Haarwild ab, das alle jagdbaren Säugetiere umfasst. Zusammen bilden Federwild und Haarwild die beiden Hauptkategorien des Wildes im deutschen Jagdrecht. Die Bezeichnung leitet sich vom namensgebenden Federkleid der Vögel ab, das in der Weidmannssprache auch als Gefieder, Balg oder bei Greifvögeln als Gewaff bezeichnet wird.

Das Bundesjagdgesetz (BJagdG) listet in § 2 die dem Jagdrecht unterliegenden Vogelarten auf. Nicht jeder wildlebende Vogel zählt automatisch zum Federwild – nur solche Arten, die ausdrücklich im Jagdgesetz genannt werden. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Arten mit einer festgelegten Jagdzeit und solchen, die zwar dem Jagdrecht unterliegen, aber ganzjährig geschont sind.

Einteilung des Federwildes

In der jagdlichen Praxis wird das Federwild nach verschiedenen Kriterien eingeteilt. Eine gängige Gliederung orientiert sich an der Lebensweise und dem Lebensraum der Arten:

  • Feldwild (Feldflüchter): Rebhuhn, Fasan, Wachtel – Arten, die vorwiegend in der offenen Feldflur leben
  • Wasserwild: Stockente, Krickente, Reiherente, Tafelente, Pfeifente, Graugans, Kanadagans, Blässhuhn und weitere Arten, die an Gewässer gebunden sind
  • Waldwild: Auerwild, Birkwild, Haselwild, Waldschnepfe, Ringeltaube, Hohltaube – Arten mit Bindung an Wald und Gehölz
  • Greifvögel und Eulen: Habicht, Sperber, Mäusebussard, Steinadler, Wanderfalke, Uhu und weitere – diese unterliegen dem Jagdrecht, sind aber durchweg ganzjährig geschont
  • Rabenvögel: Rabenkrähe, Nebelkrähe, Elster, Eichelhäher – teilweise mit Jagdzeit belegt

Eine weitere Unterscheidung trifft die Jägersprache zwischen Hochwild und Niederwild. Beim Federwild zählen nur Auerwild, Steinadler und Seeadler zum Hochwild. Alle übrigen Federwildarten gelten als Niederwild.

Weidmännische Begriffe rund um das Federwild

Die Weidmannssprache verwendet für Federwild eine Vielzahl spezieller Ausdrücke, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben. Einige der gebräuchlichsten Begriffe:

  • Der männliche Vogel heißt je nach Art Hahn (z. B. Fasanenhahn, Birkhahn) oder Erpel (bei Enten). Das weibliche Tier wird als Henne oder Ente bezeichnet, beim Auerwild als Auerhenne.
  • Die Jungen werden als Küken oder Gesperre (Rebhühner mit Küken) bezeichnet. Eine Rebhuhnfamilie heißt Kette, eine Gruppe von Fasanen Gesperre oder Schoof.
  • Das Fliegen heißt beim Federwild streichen, das Auffliegen aufstehen oder aufgehen. Das Niederlassen wird als einfallen bezeichnet.
  • Die Beine heißen Ständer, die Krallen Klauen, bei Greifvögeln Fänge mit Krallen. Der Schnabel wird als Schnabel oder bei Greifvögeln als Schnabel und bei Schnepfen als Stecher bezeichnet.
  • Die Augen des Federwildes heißen Seher, der Schwanz wird je nach Art als Stoß (Greifvögel), Spiel (Birkhahn), Fächer (Auerhahn) oder Bürzel bezeichnet.
  • Das Balzverhalten des Auerhahns wird Balz genannt, sein Gesang als Gsang mit den Strophen Knappen, Trillern, Hauptschlag und Schleifen.

Jagdliche Bedeutung und Jagdarten

Die Jagd auf Federwild hat in Mitteleuropa eine lange Tradition. Historisch spielten die Beizjagd (Jagd mit abgerichteten Greifvögeln) und die Lockjagd eine herausragende Rolle. Heute stehen vor allem folgende Jagdarten im Vordergrund:

  • Treibjagd und Drückjagd: Klassische Gesellschaftsjagden auf Fasan und Rebhuhn, bei denen Treiber das Wild den Schützen zutreiben. Dabei kommen häufig Vorstehhunde zum Einsatz.
  • Lockjagd: Besonders bei Krähen und Tauben verbreitet. Mithilfe von Lockbildern (aufgestellte Attrappen) werden die Vögel in Schussweite gelockt.
  • Entenstrich: Die Jagd auf Enten beim abendlichen oder morgendlichen Strich, also dem regelmäßigen Flug zwischen Ruheplatz und Nahrungsgewässer.
  • Schnepfenstrich: Die Jagd auf die Waldschnepfe beim Balzflug in der Abenddämmerung. Dieser Schnepfenstrich gilt als eine der traditionsreichsten Jagdarten auf Federwild.
  • Beizjagd: Die Jagd mit ausgebildeten Beizvögeln wie Habicht oder Wanderfalke, ausgeübt durch Falkner, die einen speziellen Falknerjagdschein benötigen.

Geschossen wird Federwild in der Regel mit der