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Flugfrosch

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Tierart – Amphibien > Froschlurche – Frösche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Rhacophorus nigropalmatus (Wallace-Flugfrosch); Gattung Rhacophorus umfasst über 90 Arten
  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
  • Familie: Ruderfrösche (Rhacophoridae)
  • Gattung: Rhacophorus
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder Südostasiens
  • Größe: 8–12 cm (Kopf-Rumpf-Länge, je nach Art)
  • Gewicht: 8–15 g
  • Lebenserwartung: ca. 5–8 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Flugfrösche der Gattung Rhacophorus gehören zu den auffälligsten Vertretern der Froschlurche. Ihr Körper ist schlank und leicht abgeflacht, was die aerodynamischen Eigenschaften beim Gleitflug begünstigt. Die Haut ist glatt, teilweise leicht körnig und bei vielen Arten leuchtend grün gefärbt – eine wirksame Tarnung im Blätterdach tropischer Wälder. Die Bauchseite ist heller, oft gelblich oder weiß. Einige Arten zeigen an den Flanken und zwischen den Zehen kontrastreiche gelbe, orangefarbene oder blaue Farbflächen, die bei ausgebreiteten Gliedmaßen sichtbar werden.

Das hervorstechendste Merkmal sind die stark vergrößerten Schwimmhäute zwischen den langen Fingern und Zehen. Diese Spannhäute dienen nicht primär dem Schwimmen, sondern fungieren als Tragflächen beim Gleitflug. Zusätzlich besitzen Flugfrösche seitliche Hautlappen an Unterarmen und Fersen, die die Gleitfläche weiter vergrößern. Die Zehenenden tragen große Haftscheiben, die ein sicheres Greifen auf glatten Blattoberflächen und Rinde ermöglichen. Die Augen sind groß und seitlich am Kopf positioniert, was ein weites Sichtfeld ergibt – typisch für baumbewohnende, nachtaktive Amphibien.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Flugfrösche erstreckt sich über die tropischen und subtropischen Regionen Südostasiens. Besonders artenreich vertreten ist die Gattung auf der Malaiischen Halbinsel, Borneo, Sumatra, Java sowie in Teilen Indiens, Myanmars, Thailands, Vietnams und der südchinesischen Provinzen. Ihr bevorzugtes Habitat sind primäre und sekundäre tropische Regenwälder in Höhenlagen zwischen Meeresniveau und etwa 1.500 Metern.

Flugfrösche sind ausgesprochene Baumbewohner (arborikol). Sie halten sich überwiegend in der mittleren und oberen Kronenschicht auf, wo sie tagsüber an der Unterseite großer Blätter oder in Astgabeln ruhen. Die Nähe zu stehenden oder langsam fließenden Gewässern ist für die Fortpflanzung bedeutsam, da die Larven auf Wasser angewiesen sind. Das Biotop zeichnet sich durch hohe Luftfeuchtigkeit, konstant warme Temperaturen und eine dichte Vegetationsstruktur aus – Bedingungen, die für die feuchtigkeitsabhängige Hautatmung der Amphibien entscheidend sind.

Ernährung

Flugfrösche ernähren sich ausschließlich karnivor. Ihr Nahrungsspektrum umfasst Insekten wie Grillen, Motten, Käfer und Fliegen sowie Spinnen und andere kleine Gliederfüßer. Die Beute wird durch einen schnellen Zungenschlag erbeutet, wobei die klebrige Zungenoberfläche das Beutetier fixiert. Die Nahrungssuche findet vorwiegend in der Nacht statt, wenn die Tiere aktiv im Kronenbereich umherklettern und zwischen Ästen gleiten. Larven (Kaulquappen) sind dagegen omnivor und ernähren sich von Algen, Detritus und organischen Partikeln im Wasser.

Verhalten & Lebensweise

Flugfrösche sind nachtaktiv. Tagsüber verharren sie in Ruheposition, oft mit angezogenen Gliedmaßen auf Blättern sitzend, sodass die grüne Körperfärbung sie nahezu unsichtbar macht. Bei Einbruch der Dämmerung beginnen sie mit der Nahrungssuche und – während der Fortpflanzungszeit – mit der Balz.

Die namensgebende Gleitfähigkeit ist das zentrale Merkmal ihres Verhaltensrepertoires. Beim Sprung von einem erhöhten Punkt spreizen die Tiere alle vier Gliedmaßen und spannen die Schwimmhäute auf. Durch Verlagerung des Körpergewichts und Anpassung der Gliedmaßenstellung können sie die Flugrichtung steuern. Gleitflüge über Distanzen von 10 bis 15 Metern sind dokumentiert, bei günstigen Bedingungen auch mehr. Dieses Verhalten dient sowohl der Flucht vor Fressfeinden – darunter Baumschlangen, Greifvögel und große Spinnen – als auch der effizienten Fortbewegung zwischen weit auseinanderliegenden Bäumen. Im strengen physikalischen Sinne handelt es sich nicht um aktives Fliegen, sondern um kontrolliertes Gleiten.

Flugfrösche sind Einzelgänger ohne feste Revierstruktur. Außerhalb der Fortpflanzungszeit meiden sie den Kontakt zu Artgenossen weitgehend. Die Kommunikation erfolgt über arttypische Rufe, die vor allem während der Paarungszeit von den Männchen ausgestoßen werden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung ist eng an die Regenzeit gekoppelt. Männchen locken Weibchen mit rhythmischen, knarrenden oder klickenden Rufen an. Die Balz findet auf Ästen oder großen Blättern über Gewässern statt. Während der Paarung (Amplexus) produziert das Weibchen ein Schaumnest, indem es mit den Hinterbeinen ein Sekret zusammen mit Luft und Eiern zu einem stabilen Schaum verquirlt. Dieses Schaumnest wird an Blättern oder Zweigen befestigt, die über Wasser hängen.

Ein Gelege umfasst je nach Art 50 bis 100 Eier. Der Schaum schützt die sich entwickelnden Embryonen vor Austrocknung, UV-Strahlung und Fressfeinden. Nach