Grasfrosch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Rana temporaria
- Ordnung: Froschlurche (Anura)
- Familie: Echte Frösche (Ranidae)
- Gattung: Rana
- Lebensraum: Feuchte Wiesen, Wälder, Gärten, Moore, Gewässernähe
- Größe: 6–9 cm (Kopf-Rumpf-Länge), Weibchen meist größer als Männchen
- Gewicht: 20–50 g
- Lebenserwartung: 5–10 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis 12 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Grasfrosch zählt zu den häufigsten einheimischen Amphibien Mitteleuropas und ist zugleich einer der variabelsten in seiner Färbung. Die Oberseite kann braun, rötlichbraun, olivfarben, gelblich oder grau gefärbt sein. Einzelne Exemplare erscheinen nahezu schwarz. Die Haut ist glatt bis leicht warzig und zeigt oft unregelmäßig verteilte dunkle Flecken. Die Unterseite ist heller, meist gelblich-weiß bis gräulich, und kann bei Weibchen während der Laichzeit eine deutliche Marmorierung aufweisen.
Ein verlässliches Bestimmungsmerkmal ist der dunkle Schläfenfleck, der sich als dreieckiger Bereich hinter dem Auge bis zum Trommelfell erstreckt. Dieses Temporalfeld – namensgebend für den Artnamen temporaria – unterscheidet den Grasfrosch zuverlässig von ähnlichen Arten wie dem Moorfrosch (Rana arvalis) oder dem Springfrosch (Rana dalmatina). Die Pupillen sind waagerecht elliptisch, die Iris goldbraun. Die Hinterbeine sind kräftig gebaut und mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen versehen, wobei diese nicht bis zu den Zehenspitzen reichen. Der Fersenhöcker an der Innenseite des Fußes ist flach und klein – ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zum Moorfrosch, dessen Fersenhöcker deutlich höher ausgebildet ist.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Rana temporaria erstreckt sich über weite Teile Europas – vom Norden Spaniens über Mitteleuropa bis nach Skandinavien und in die westlichen Teile Sibiriens. In den Alpen kommt der Grasfrosch bis auf Höhen von etwa 2.500 Metern vor und gehört damit zu den höchststeigenden Amphibien Europas.
Als Lebensraum nutzt der Grasfrosch eine breite Palette an Biotopen. Er besiedelt Laubwälder, Feuchtwiesen, Moorlandschaften, Heckenlandschaften und Gärten. Entscheidend ist das Vorhandensein von Feuchtigkeit und geeigneten Laichgewässern in erreichbarer Nähe. Außerhalb der Fortpflanzungszeit lebt der Grasfrosch weitgehend terrestrisch und kann sich mehrere hundert Meter von Gewässern entfernen. Er bevorzugt Habitate mit dichter Bodenvegetation, die ihm Deckung und ein feuchtes Mikroklima bieten.
Ernährung
Adulte Grasfrösche ernähren sich ausschließlich von lebender Beute. Auf ihrem Speiseplan stehen Insekten, Spinnen, Asseln, Schnecken und Regenwürmer. Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend in der Dämmerung und nachts, wenn die Tiere aktiv auf Beutefang gehen. Der Grasfrosch ist ein Ansitzjäger, der auf vorbeikommende Beutetiere wartet und diese mit einem schnellen Zungenschlag erbeutet. Kaulquappen ernähren sich dagegen überwiegend pflanzlich – sie raspeln Algenbeläge von Steinen und abgestorbenen Pflanzenteilen und nehmen zusätzlich Detritus auf.
Verhalten & Lebensweise
Der Grasfrosch ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbirgt er sich unter Steinen, Totholz, in Laubstreu oder in Erdlöchern. Bei feuchter Witterung kann er jedoch auch tagsüber aktiv sein. Außerhalb der Laichzeit lebt er einzelgängerisch und zeigt kein ausgeprägtes Territorialverhalten.
Die Überwinterung erfolgt je nach Region an Land oder im Wasser. Landüberwinterer suchen frostfreie Verstecke unter Baumwurzeln, in Steinhaufen oder Komposthaufen auf. Wasserüberwinterer nutzen den Gewässergrund stehender oder langsam fließender Gewässer und nehmen Sauerstoff über die Haut auf. Die Winterstarre beginnt in Mitteleuropa meist im Oktober oder November und endet – abhängig von Höhenlage und Witterung – zwischen Februar und April.
Fortpflanzung & Aufzucht
Der Grasfrosch gehört zu den Frühlaichern unter den heimischen Amphibien. Bereits ab Ende Februar, bei milden Temperaturen auch früher, wandern die Tiere zu ihren angestammten Laichgewässern. Diese Wanderung findet bevorzugt in regnerischen Nächten statt, wobei die Frösche oft dieselben Gewässer aufsuchen, in denen sie selbst als Kaulquappe aufgewachsen sind – ein Phänomen, das als Geburtsortstreue bezeichnet wird.
Am Laichgewässer beginnt die Balz. Die Männchen rufen mit einem leisen, dumpfen Knurren, das unter Wasser abgegeben wird und eine deutlich geringere Lautstärke erreicht als die Rufe verwandter Arten wie des Wasserfroschs. Zur Paarung umklammert das Männchen das Weibchen in der sogenannten Amplexus-Stellung hinter den Vorderbeinen. Das Weibchen legt einen einzelnen Laichballen ab, der zwischen 700 und 4.500 Eier enthalten kann. Die gallertartigen Laichballen quellen nach der Ablage auf und bilden an der Wasseroberfläche oft großflächige Ansammlungen, die aus den Gelegen zahlreicher Weibchen bestehen.
Die Embryonalentwicklung dauert je nach Wassertemperatur zwei bis vier Wochen. Die schlüpfenden Kaulquappen sind zunächst dunkel gefärbt und tragen äußere Kiemen, die bald von einer Hautfalte überwachsen werden. Die Metamorphose zum lungenatmenden Jungfrosch ist nach etwa zwei bis drei Monaten abgeschlossen. Die frisch metamorphosierten