Korallenfingerfrosch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Litoria caerulea
- Ordnung: Froschlurche (Anura)
- Familie: Laubfrösche (Pelodryadidae)
- Gattung: Litoria (Ranoidea)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Regenwälder, Feuchtgebiete, Siedlungsnähe
- Größe: 7–12 cm (Kopf-Rumpf-Länge)
- Gewicht: 30–60 g, gelegentlich bis 100 g
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn kürzer
Aussehen & Merkmale
Der Korallenfingerfrosch ist ein großer, kräftig gebauter Laubfrosch mit glatter, wachsartig glänzender Haut. Die Grundfärbung der Oberseite variiert zwischen einem satten Grün und einem bläulich-grünen Ton – je nach Temperatur, Lichteinfall und Stimmung des Tieres. Mitunter zeigen einzelne Exemplare kleine, unregelmäßig verteilte weiße Flecken auf Rücken und Flanken. Die Bauchseite ist cremefarben bis weißlich und deutlich heller als die Dorsalfärbung.
Seinen deutschen Trivialnamen verdankt der Frosch den auffälligen Haftscheiben an Fingern und Zehen, die eine korallenrote bis orangefarbene Unterseite aufweisen. Diese Haftscheiben ermöglichen dem Tier ein sicheres Klettern auf glatten Oberflächen wie Blättern, Baumrinde und sogar Glasscheiben. Die Augen sind groß, seitlich am Kopf positioniert und besitzen eine horizontal geschlitzte, goldgelbe Iris – ein typisches Merkmal nachtaktiver Amphibien. Über dem Trommelfell befindet sich eine deutlich erkennbare Hautfalte, die sich bis zur Schulter erstreckt. Die Hinterbeine sind muskulös und mit ausgeprägten Schwimmhäuten versehen.
Im englischsprachigen Raum ist die Art unter dem Namen „White's Tree Frog" oder „Dumpy Tree Frog" bekannt. Letzterer Name rührt von der Neigung gut genährter Exemplare her, Fettpolster im Kopf- und Körperbereich anzusammeln, was ihnen ein gedrungenes, fast plumpes Erscheinungsbild verleiht.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Korallenfingerfroschs umfasst den Norden und Osten Australiens sowie das südliche Neuguinea und einige vorgelagerte Inseln. Die Art besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten: von tropischen Regenwäldern über lichte Eukalyptuswälder und Savannen bis hin zu landwirtschaftlich genutzten Flächen und menschlichen Siedlungen. In Australien trifft man Korallenfingerfrösche regelmäßig in Badezimmern, Regenrinnen, Wassertanks und auf Veranden an.
Als Biotop bevorzugt der Korallenfingerfrosch Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit und Zugang zu stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Er hält sich vorwiegend in Bäumen und Sträuchern auf und sucht tagsüber geschützte Verstecke in Baumhöhlen, unter Rindenstücken oder zwischen dichten Blättern auf. In trockenen Perioden kann er sich in kühle, feuchte Rückzugsorte zurückziehen und dort seinen Stoffwechsel verlangsamen.
Ernährung
Der Korallenfingerfrosch ist ein opportunistischer Insektenfresser. Sein Nahrungsspektrum umfasst Grillen, Heuschrecken, Motten, Käfer, Spinnen und andere Wirbellose. Größere Exemplare erbeuten gelegentlich auch kleine Wirbeltiere wie junge Mäuse oder kleinere Frösche. Die Jagd erfolgt überwiegend in der Dämmerung und nachts, wobei der Frosch reglos auf einem Ansitzplatz verharrt und auf vorbeikommende Beute wartet. Bewegliche Objekte lösen einen schnellen Zuschnappreflex aus, bei dem die breite, klebrige Zunge zum Einsatz kommt. Die Beute wird im Ganzen verschlungen, da Frösche keine Zähne zum Kauen besitzen. Überschüssige Nahrung wird als Fettreserven gespeichert, was bei gut gefütterten Tieren zu den charakteristischen Fettpolstern führt.
Verhalten & Lebensweise
Der Korallenfingerfrosch ist überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Tagsüber ruht er an geschützten Stellen, wobei er seinen Körper flach an die Unterlage presst und die Gliedmaßen eng anlegt, um den Wasserverlust über die Haut zu minimieren. Die Art gilt als ausgesprochen standorttreu und verteidigt kein ausgeprägtes Revier, zeigt aber eine starke Bindung an bestimmte Ruheplätze.
Im Vergleich zu vielen anderen Laubfröschen ist der Korallenfingerfrosch auffallend ruhig und wenig schreckhaft. Er toleriert die Nähe des Menschen gut und lässt sich häufig ohne Fluchtreaktion beobachten. Bei Bedrohung sondert die Haut ein leicht toxisches Sekret ab, das für den Menschen ungefährlich ist, aber auf Schleimhäuten ein leichtes Brennen verursachen kann. Dieses Hautsekret enthält antimikrobielle Peptide, die den Frosch vor Pilz- und Bakterieninfektionen schützen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzungszeit fällt in die Regenzeit, die je nach Verbreitungsgebiet zwischen November und Februar liegt. Die Männchen versammeln sich an stehenden Gewässern wie Tümpeln, überfluteten Wiesen oder mit Regenwasser gefüllten Behältern und locken die Weibchen mit lauten, tiefen Rufen an. Der Ruf erinnert an ein rhythmisches, wiederholtes Bellen und ist über mehrere hundert Meter hörbar.
Während der Balz umklammert das Männchen das Weibchen im sogenannten Amplexus von hinten. Das Weibchen gibt zwischen 200 und 2.000 Eier ins Wasser ab, die vom Männchen gleichzeitig besamt werden. Die gallertartigen Eier sinken auf den Gewässergrund oder heften sich an Pflanzenteile. Nach etwa drei Tagen schlüpfen die Kaulquappen, die sich von Algen, Detritus und pflanzlichem Material ern