T Tierlexikon.net
← Lexikon

Hornfrosch

H

Tierart – Amphibien > Froschlurche – Frösche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ceratophrys (Gattung mit mehreren Arten, bekannteste Art: Ceratophrys ornata – Schmuck-Hornfrosch)
  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
  • Familie: Ceratophryidae (Hornfrösche)
  • Gattung: Ceratophrys
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Regenwälder, Savannen und Grasländer Südamerikas
  • Größe: 10–17 cm Körperlänge (Weibchen größer als Männchen)
  • Gewicht: 300–600 g, in Einzelfällen bis zu 800 g
  • Lebenserwartung: 6–10 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Hornfrösche der Gattung Ceratophrys gehören zu den auffälligsten und massigsten Froschlurchen überhaupt. Ihr Körperbau ist extrem gedrungen und kugelig, mit einem unverhältnismäßig großen Kopf, der fast ein Drittel der gesamten Körperlänge ausmachen kann. Das namensgebende Merkmal sind die hornartigen Hautfortsätze über den Augen, die je nach Art unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Beim Schmuck-Hornfrosch (Ceratophrys ornata) sind sie vergleichsweise kurz, während sie beim Amazonas-Hornfrosch (Ceratophrys cornuta) als lange, spitze Zipfel hervortreten.

Die Haut ist warzig und dick, jedoch nicht verhornt im eigentlichen Sinne. Die Grundfärbung variiert artabhängig von sattem Grün über Braun bis hin zu Rotbraun, durchzogen von dunklen, unregelmäßigen Flecken oder Streifen. Diese Zeichnung dient als Tarnung im Laub des Waldbodens. Das enorm breite Maul ist ein weiteres Erkennungsmerkmal: Der Oberkiefer trägt kleine, zahnartige Knochenvorsprünge (Odontoidfortsätze), die dem Festhalten von Beutetieren dienen. Die Augen sind relativ groß und sitzen weit oben am Kopf, was dem eingegrabenen Frosch Rundumsicht ermöglicht.

Zwischen den Geschlechtern besteht ein deutlicher Sexualdimorphismus. Weibchen werden erheblich größer und schwerer als die Männchen. Männchen besitzen dunkle Kehlflecken und während der Paarungszeit sogenannte Brunftschwielen an den Daumen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Hornfrösche erstreckt sich über weite Teile Südamerikas. Die einzelnen Arten besiedeln unterschiedliche Habitate: Ceratophrys ornata kommt in den gemäßigten Grasländern und Pampas Argentiniens, Uruguays und Südbrasiliens vor. Ceratophrys cornuta hingegen bewohnt die tropischen Regenwälder des Amazonasbeckens, von Kolumbien über Peru bis nach Brasilien. Weitere Arten wie der Chilenische Hornfrosch (Ceratophrys stolzmanni) oder der Brasilianische Hornfrosch (Ceratophrys aurita) haben jeweils eigene, teils eng begrenzte Verbreitungsgebiete.

Allen Arten gemeinsam ist die Bevorzugung feuchter Biotope mit lockerem, grabfähigem Untergrund. Hornfrösche leben bodennah in Laubschichten, an Gewässerrändern oder in sumpfigen Senken. Sie meiden offenes Wasser und klettern nicht. Ihre gesamte Lebensweise ist an ein terrestrisches Dasein angepasst, wobei eine hohe Bodenfeuchtigkeit überlebenswichtig ist.

Ernährung

Hornfrösche sind ausgesprochen gefräßige Räuber mit einem extrem breiten Beutespektrum. Sie fressen praktisch alles, was sie überwältigen können: Insekten, Spinnen, Schnecken, Würmer, andere Frösche, kleine Eidechsen, junge Schlangen und sogar kleine Nagetiere. Die Jagdstrategie ist die eines Lauerjägers. Der Frosch gräbt sich bis auf Augenhöhe in den Boden ein und wartet reglos, bis ein Beutetier in Reichweite kommt. Der Zuschnappmechanismus erfolgt blitzschnell – die kräftigen Kiefer und die Odontoidfortsätze verhindern, dass die Beute entkommt.

In der Terrarienhaltung werden Hornfrösche mit Heimchen, Heuschrecken, Regenwürmern und gelegentlich nestjungen Mäusen gefüttert. Überfütterung ist ein häufiges Problem, da die Tiere kaum Sättigungsgrenzen zeigen.

Verhalten & Lebensweise

Hornfrösche sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, verbringen den Großteil des Tages eingegraben im Substrat. Sie sind strikte Einzelgänger ohne Revierverhalten im engeren Sinne – sie meiden einander schlicht, und bei Begegnungen kommt es nicht selten zu Kannibalismus. Die Tiere bewegen sich kaum aktiv fort; ihre kurzen, kräftigen Hinterbeine erlauben nur kurze Sprünge.

In Regionen mit ausgeprägter Trockenzeit können Hornfrösche eine Art Trockenstarre (Ästivation) einlegen. Dabei bilden sie einen Kokon aus eingetrockneten Hautschichten, der den Wasserverlust minimiert. In diesem Zustand können sie mehrere Monate ohne Nahrung und Wasser überdauern, bis erneute Regenfälle sie wieder aktivieren.

Bei Bedrohung reagieren Hornfrösche aggressiv: Sie reißen das Maul weit auf, stoßen Schreie aus und beißen kräftig zu. Dieser Verteidigungsmechanismus hat ihnen im Englischen den Beinamen „Pacman Frog" eingebracht – in Anlehnung an die gefräßige Videospielfigur.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung ist an die Regenzeit gekoppelt. Starke Niederschläge lösen bei den Männchen die Balzrufe aus – laute, durchdringende Rufe, die Weibchen über größere Distanzen anlocken. Die Paarung (Amplexus) findet in flachen, temporären Gewässern statt. Das Weibchen legt je nach Art zwischen 500 und