Flussbarsch
FTierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Perca fluviatilis
- Ordnung: Barschartige (Perciformes)
- Familie: Echte Barsche (Percidae)
- Gattung: Perca
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer, gelegentlich Brackwasser
- Größe: 15–35 cm (maximal bis 50 cm)
- Gewicht: 0,2–1,5 kg (maximal bis 3 kg, in Ausnahmefällen darüber)
- Lebenserwartung: 10–15 Jahre, selten über 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Flussbarsch besitzt einen seitlich leicht abgeflachten, hochrückigen Körperbau, der ihn von vielen anderen heimischen Süßwasserfischen unterscheidet. Auffälligstes Merkmal sind die 6 bis 9 dunklen Querstreifen auf den Flanken, die sich vom Rücken bis zur Bauchlinie erstrecken. Die Grundfärbung variiert je nach Gewässer und Alter von olivgrün bis messingfarben, wobei der Bauch deutlich heller, oft weißlich bis gelblich ausfällt.
Charakteristisch sind die zwei voneinander getrennten Rückenflossen. Die vordere Dorsalflosse wird von harten Stachelstrahlen gestützt und trägt am hinteren Rand einen auffälligen dunklen Fleck. Die hintere Rückenflosse besteht aus weichen Gliederstrahlen. Bauch-, After- und Schwanzflosse sind häufig intensiv orange bis rötlich gefärbt – ein Merkmal, das bei Männchen während der Laichzeit besonders ausgeprägt ist.
Die Schuppen des Flussbarsches sind Kammschuppen (Ctenoidschuppen), deren rauer Hinterrand dem Fisch eine griffige Oberfläche verleiht. Wie bei den meisten Perciden sitzt das Maul leicht oberständig bis endständig und ist mit feinen Bürstenzähnen auf beiden Kiefern, dem Pflugscharbein und den Gaumenbeinen besetzt. Der Kiemendeckel trägt einen deutlichen Dorn, der beim Handling Verletzungen verursachen kann.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Perca fluviatilis erstreckt sich über weite Teile Europas und Nordasiens – von Irland und Skandinavien bis nach Sibirien und Nordchina. In Mitteleuropa zählt der Flussbarsch zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Süßwasserfischen. Durch Besatzmaßnahmen wurde er außerdem in Australien, Neuseeland und Südafrika eingeführt, wo er teils als invasive Art gilt.
Als Habitat bevorzugt der Flussbarsch stehende bis langsam fließende Gewässer: Seen, Weiher, Altarme, Kanäle und die Mittel- bis Unterläufe von Flüssen. Er kommt sowohl in klaren als auch in leicht trüben Gewässern vor und toleriert einen breiten Temperaturbereich. Entscheidend für die Besiedlung eines Biotops ist das Vorhandensein von Struktur – Krautfelder, Totholz, Steinhaufen oder Steilufer dienen als Deckung und Jagdrevier. In Brackwassergebieten der Ostsee tritt der Flussbarsch ebenfalls regelmäßig auf und verträgt Salzgehalte bis etwa 12 Promille.
Ernährung
Der Flussbarsch ist ein opportunistischer Raubfisch, dessen Nahrungsspektrum sich mit zunehmendem Wachstum deutlich verschiebt. Jungfische ernähren sich überwiegend von Zooplankton, insbesondere von Wasserflöhen und Hüpferlingen. Ab einer Körperlänge von etwa 8 bis 10 cm nehmen Insektenlarven, Würmer und kleine Krebstiere einen größeren Anteil an der Nahrung ein.
Adulte Flussbarsche ab circa 15 cm Länge stellen zunehmend auf Fischnahrung um. Zum Beutespektrum gehören dann Rotaugen, Ukelei, Gründlinge und – ein häufig beobachtetes Phänomen – auch der eigene Nachwuchs. Dieser Kannibalismus kann in nahrungsarmen Gewässern einen erheblichen Einfluss auf die Populationsstruktur haben. Die Jagd erfolgt überwiegend in den Dämmerungsphasen am Morgen und Abend sowie tagsüber bei bedecktem Himmel, wobei die Fische ihre Beute aktiv im Schwarm jagen.
Verhalten & Lebensweise
Junge Flussbarsche leben in lockeren Schwärmen, die aus mehreren Dutzend bis hunderten Individuen bestehen können. Diese Schwarmbildung dient dem Schutz vor Fressfeinden wie Hecht, Zander und fischfressenden Vögeln. Mit zunehmender Körpergröße lösen sich die Schwärme auf, und größere Exemplare führen eine eher solitäre oder kleingruppenorientierte Lebensweise.
Der Flussbarsch ist ein tagaktiver Fisch mit ausgeprägter Aktivität in den Dämmerungsstunden. Nachts ruhen die Tiere in Grundnähe oder zwischen Strukturen. Innerhalb eines Gewässers zeigen Flussbarsche saisonale Wanderungen: Im Sommer halten sie sich häufig in flacheren, pflanzenreichen Uferzonen auf, während sie im Winter in tiefere Bereiche abwandern. Ein ausgeprägtes Revierverhalten ist vor allem bei größeren Individuen zu beobachten, die bestimmte Unterstände über längere Zeit beanspruchen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Laichzeit des Flussbarsches fällt in Mitteleuropa auf die Monate März bis Mai, wenn die Wassertemperatur 7 bis 8 °C übersteigt. Eine eigentliche Balz im engeren Sinne findet nicht statt. Die Weibchen geben ihre Eier in Form gallertartiger Laichbänder ab, die an Wasserpflanzen, Totholz, Steinen oder anderem Substrat haften. Ein einzelnes Laichband kann je nach Größe des Weibchens zwischen 2.000 und über 300.000 Eier enthalten.
Die Eier entwickeln sich je nach Wassertemperatur innerhalb von zwei bis drei Wochen. Die frisch geschlüpften Larven sind etwa 5 bis 6 mm lang und ernähren sich zunächst von ihrem Dottersack, bevor sie auf exogene Nahrung umstellen. Die Geschlechtsreife wird bei Männchen mit zwei bis drei Jahren, bei