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Geburtshelferkröte

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Tierart – Amphibien > Froschlurche – Kröten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Alytes obstetricans
  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
  • Familie: Alytidae (Scheibenzüngler)
  • Gattung: Alytes
  • Lebensraum: Steinige Hänge, Steinbrüche, Geröllhalden, Gärten, Weinberge und lichte Wälder in Mittel- und Westeuropa
  • Größe: 3,5–5,5 cm (Kopf-Rumpf-Länge)
  • Gewicht: 5–15 g
  • Lebenserwartung: Bis zu 8 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft gelegentlich über 10 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Geburtshelferkröte ist eine der kleinsten einheimischen Krötenarten. Ihr gedrungener Körper wirkt plump, die Gliedmaßen sind relativ kurz. Die Haut ist warzig, jedoch weniger stark mit Drüsen besetzt als bei der verwandten Erdkröte (Bufo bufo). Die Grundfärbung der Oberseite variiert von grau über graubraun bis olivbraun, häufig mit dunklen Flecken oder undeutlichen Zeichnungsmustern. Die Unterseite ist heller, meist schmutzig weiß bis gelblich. Die Pupillen sind senkrecht geschlitzt – ein Merkmal, das die Geburtshelferkröte mit den übrigen Vertretern der Familie der Scheibenzüngler teilt und sie von vielen anderen europäischen Froschlurchen unterscheidet.

Die Parotoiddrüsen (Ohrdrüsen), die bei Echten Kröten (Bufonidae) markant hervortreten, sind bei der Geburtshelferkröte nur schwach ausgeprägt. Das Trommelfell ist deutlich sichtbar. Zwischen den Zehen der Hinterfüße fehlen Schwimmhäute weitgehend, was die überwiegend terrestrische Lebensweise dieser Art widerspiegelt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum, wobei die Männchen zur Fortpflanzungszeit an den verdickten Unterarmen erkannt werden können.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Geburtshelferkröte erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel über Frankreich und die Benelux-Staaten bis nach Deutschland und in die Schweiz. In Deutschland kommt sie vor allem in den westlichen und südwestlichen Landesteilen vor – etwa im Rheinland, im Saarland, in Teilen von Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Isolierte Vorkommen existieren auch in Niedersachsen und Thüringen. In Österreich fehlt die Art nahezu vollständig.

Als Habitat bevorzugt die Geburtshelferkröte sonnenexponierte, steinige Standorte mit lockerem Substrat, in dem sie sich tagsüber vergraben kann. Typische Biotope sind aufgelassene Steinbrüche, Trockenmauern, Geröllhalden, Bahndämme, alte Weinbergsmauern und Ruderalflächen. Zur Larvenentwicklung benötigt sie in der Nähe liegende Gewässer wie Tümpel, Weiher, Brunnenstuben oder langsam fließende Bäche. Die Art besiedelt sowohl Tieflagen als auch montane Bereiche; in den Pyrenäen wurde sie in Höhen bis über 2.400 m nachgewiesen.

Ernährung

Die Geburtshelferkröte ernährt sich ausschließlich von tierischer Kost. Auf dem Speiseplan stehen Insekten, Spinnen, Asseln, Schnecken, Regenwürmer und andere wirbellose Kleintiere. Die Nahrungsaufnahme findet fast ausschließlich nachts statt. Die Beute wird visuell geortet und mit einem schnellen Vorstoß der Zunge erbeutet. Als Scheibenzüngler besitzt Alytes obstetricans eine scheibenförmige, am Mundboden festgewachsene Zunge, die weniger weit vorgeschleudert werden kann als die freier Zungentypen anderer Froschlurche. Die Kaulquappen sind dagegen Allesfresser und weiden Algen sowie organische Ablagerungen von Steinen und Pflanzen ab.

Verhalten & Lebensweise

Die Geburtshelferkröte ist streng nachtaktiv. Tagsüber verbirgt sie sich in Spalten, unter Steinen oder in selbst gegrabenen Erdlöchern. Bei geeigneter Witterung – feuchtwarme Nächte nach Regen – verlassen die Tiere ihre Verstecke zur Nahrungssuche. Die Art ist standorttreu und bewegt sich in der Regel nur wenige Dutzend Meter von ihrem Tagesversteck entfernt.

Ein charakteristisches Merkmal ist der Ruf der Männchen: ein heller, glockenhafter Einzelton, der in regelmäßigen Abständen von etwa zwei bis drei Sekunden wiederholt wird. Dieser Ruf erinnert an das Läuten einer Glasglocke und hat der Geburtshelferkröte im Volksmund den Namen „Glockenfrosch" eingebracht. Die Rufsaison erstreckt sich von April bis August, wobei einzelne Männchen auch noch im September rufen können. Die Überwinterung findet in frostfreien Verstecken im Boden statt, etwa in Felsspalten, Kellern oder Mausfraßgängen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungsbiologie der Geburtshelferkröte ist unter den europäischen Amphibien einzigartig und namensgebend für die Art. Die Paarung findet an Land statt – nicht im Wasser, wie es bei den meisten anderen Froschlurchen üblich ist. Das Männchen ruft vom Eingang seines Verstecks aus und lockt damit paarungsbereite Weibchen an. Bei der Balz umklammert das Männchen das Weibchen in der Lendengegend (inguinaler Amplexus).

Das Weibchen gibt eine Laichschnur ab, die 20 bis 80 relativ große Eier enthält. Das Männchen befruchtet die Eier und wickelt sich die Laichschnur anschließend um die Hinterbeine. Über einen Zeitraum von drei bis sechs Wochen trägt es den Laich mit sich herum und sucht gezielt feuchte Verstecke auf, um die Eier vor dem Austrocknen zu schützen. Ein Männchen kann Laichschnüre mehrerer Weibchen gleichzeitig tragen. Sind die Embryonen weit genug entwickelt, begibt sich das Männchen zu einem geeigneten Gewässer und setzt die schlupfbereiten Kaulquappen dort ab.

Die Kaul