Knoblauchkröte
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pelobates fuscus
- Ordnung: Froschlurche (Anura)
- Familie: Krötenfrösche (Pelobatidae)
- Gattung: Pelobates
- Lebensraum: Sandige und lockere Böden in offenen bis halboffenen Landschaften, Agrarflächen, Heiden, Dünen
- Größe: 4–8 cm (Kopf-Rumpf-Länge)
- Gewicht: 6–20 g
- Lebenserwartung: Bis zu 10 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Die Knoblauchkröte ist ein gedrungen gebauter Froschlurch mit relativ großem Kopf und großen, auffälligen Augen. Die Pupillen sind senkrecht geschlitzt – ein Merkmal, das sie von den meisten heimischen Froschlurchen deutlich unterscheidet. Die Haut ist glatt bis fein warzig und wirkt im Vergleich zu echten Kröten (Familie Bufonidae) weniger rau. Die Grundfärbung der Oberseite variiert von hellgrau über gelbbraun bis olivbraun, durchsetzt mit dunkelbraunen oder rötlichen Flecken, die in ihrer Form und Anordnung individuell stark variieren. Die Unterseite ist heller, meist weißlich bis hellgrau, gelegentlich mit dunklen Punkten.
Ein zentrales Bestimmungsmerkmal befindet sich an den Hinterfüßen: Die Knoblauchkröte besitzt an der Ferse einen auffällig großen, harten und scharfkantigen Fersenhöcker (Metatarsaltuberkel), der als Grabwerkzeug dient. Dieser Höcker ist gelblich bis bräunlich gefärbt und ermöglicht es dem Tier, sich rückwärts in lockere Substrate einzugraben. Trommelfell und Ohrdrüsen (Parotiden) sind äußerlich kaum sichtbar, was die Knoblauchkröte ebenfalls von echten Kröten abgrenzt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Knoblauchkröte erstreckt sich über weite Teile Europas – von Ostfrankreich und den Niederlanden über Mitteleuropa bis nach Westsibirien und Kasachstan. In Deutschland liegt ein Verbreitungsschwerpunkt in den norddeutschen Tieflandgebieten, insbesondere in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Nach Süden und Westen hin wird das Vorkommen deutlich lückenhafter.
Das bevorzugte Habitat der Knoblauchkröte umfasst Gebiete mit sandigen, lehmig-sandigen oder lockeren Böden, die das Eingraben ermöglichen. Typische Biotope sind Ackerflächen, Gärten, Ruderalflächen, Binnendünen, Heideflächen und lichte Kiefernwälder auf Sandboden. Als Laichgewässer dienen stehende, möglichst fischfreie Gewässer wie Weiher, Teiche, Gräben, Überschwemmungstümpel und flache Seen mit dichtem Pflanzenbewuchs. Die Art meidet stark beschattete Wälder und verdichtete, schwere Tonböden, in die sie sich nicht eingraben kann.
Ernährung
Die Knoblauchkröte ernährt sich als adultes Tier ausschließlich von tierischer Kost. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Regenwürmer, Käfer, Spinnen, Schnecken, Asseln und verschiedene Insektenlarven. Die Nahrungsaufnahme erfolgt fast ausschließlich nachts während der oberirdischen Aktivitätsphasen. Beutetiere werden visuell und über Vibrationen wahrgenommen und mit einem schnellen Zungenschlag erbeutet.
Die Kaulquappen der Knoblauchkröte sind zunächst omnivor und ernähren sich von Algen, Detritus und abgestorbenen Pflanzenteilen. Im Laufe ihrer Entwicklung nehmen sie zunehmend auch tierische Nahrung auf, darunter kleine Wirbellose und gelegentlich Aas.
Verhalten & Lebensweise
Die Knoblauchkröte ist streng nachtaktiv und verbringt den Tag eingegraben im Boden – meist in einer Tiefe von 10 bis 30 cm, bei Trockenheit oder im Winter auch deutlich tiefer. Dank ihres kräftigen Fersenhöckers gräbt sie sich rückwärts spiralförmig in den Boden ein, wobei der Vorgang nur wenige Minuten dauert. Dieses grabende Verhalten macht sie an der Oberfläche tagsüber praktisch unsichtbar und ist ein Grund dafür, dass die Art vielerorts unterschätzt oder übersehen wird.
Die Winterruhe (Hibernation) verbringt die Knoblauchkröte tief im frostfreien Boden, gelegentlich auch in Kleinsäugerbauten oder unter Steinhaufen. Die Überwinterung dauert je nach Region von Oktober bis März. Nach der Schneeschmelze wandern die Tiere zu den Laichgewässern, wobei die Wanderdistanzen meist unter einem Kilometer liegen, in Ausnahmefällen aber bis zu zwei Kilometer betragen können.
Bei Bedrohung bläht sich die Knoblauchkröte auf, stellt sich auf die gestreckten Beine und sondert über Hautdrüsen ein Sekret ab, das einen deutlichen, knoblauchartigen Geruch verströmt. Dieser Geruch ist namensgebend und dient der Abschreckung von Fressfeinden wie Schlangen, Igeln, Greifvögeln und Marderartigen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit der Knoblauchkröte beginnt in Mitteleuropa gewöhnlich im März oder April und kann sich bis in den Mai hinein erstrecken. Die Männchen rufen unter Wasser, wobei die leisen, glockenartigen Rufe („glock-glock-glock") nur aus geringer Entfernung wahrnehmbar sind. Diese Unterwasser-Balzrufe sind ein weiteres Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen heimischen Froschlurchen.
Nach der Paarung, die im Amplexus (Klammergriff) erfolgt, legt das Weibchen dicke, wulstartige Laichschnüre ab, die um untergetauchte Pflanzenteile gewickelt werden. Eine Laichschnur enthält zwischen 1.000 und 3.500 Eier. Die Embryonalentwicklung dauert je nach Wassertemperatur etwa fünf bis zehn Tage.
Die Kaulquappen der Knoblauch