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Kreuzkröte

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Tierart – Amphibien > Froschlurche – Kröten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Epidalea calamita (früher Bufo calamita)
  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
  • Familie: Kröten (Bufonidae)
  • Gattung: Epidalea
  • Lebensraum: Offene, vegetationsarme Landschaften wie Sandgruben, Dünen, Brachflächen, Industriebrachen
  • Größe: 4–8 cm (Kopf-Rumpf-Länge)
  • Gewicht: 5–15 g
  • Lebenserwartung: Bis zu 15 Jahre, in der Regel 7–10 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Kreuzkröte ist eine eher kleine, gedrungen gebaute Kröte mit relativ kurzen Hinterbeinen. Ihre Haut ist warzig und trocken, wie es für Vertreter der Familie Bufonidae typisch ist. Die Grundfärbung der Oberseite variiert von grünlich-grau über olivbraun bis sandfarben, durchsetzt mit dunkleren Flecken und rötlichen Warzen. Das auffälligste Erkennungsmerkmal ist ein schmaler, hellgelber bis gelblich-weißer Längsstreifen, der über die Mitte des Rückens verläuft – das namensgebende „Kreuz" der Kreuzkröte. Dieser Rückenstreifen ist allerdings nicht bei allen Individuen gleich stark ausgeprägt und kann in seltenen Fällen fehlen.

Die Unterseite ist weißlich bis gräulich, oft mit dunkler Fleckung. Die Pupillen sind waagerecht-elliptisch, die Iris grünlich-gelb. Hinter den Augen befinden sich die für Kröten charakteristischen Ohrdrüsen (Parotiden), die bei der Kreuzkröte annähernd parallel zueinander angeordnet sind. Männchen besitzen eine violettlich-bläuliche Kehlschallblase, die während der Rufaktivität stark aufgebläht wird. Im Vergleich zur Erdkröte (Bufo bufo) und zur Wechselkröte (Bufotes viridis) ist die Kreuzkröte deutlich kleiner und kompakter gebaut.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Kreuzkröte erstreckt sich über weite Teile West- und Mitteleuropas. Es reicht von der Iberischen Halbinsel über Frankreich, die Benelux-Staaten und Großbritannien bis nach Deutschland, Dänemark und in das westliche Polen. Die östliche Verbreitungsgrenze verläuft durch Weißrussland und die Ukraine, die südliche durch Nordspanien und Italien. In Skandinavien kommt die Art nur in Südschweden vor.

Als Lebensraum bevorzugt die Kreuzkröte offene, sonnenexponierte Biotope mit lockerem, grabbarem Substrat. In der Naturlandschaft besiedelt sie Flussufer, Küstendünen und sandige Heiden. In Mitteleuropa ist sie heute jedoch stark auf Sekundärhabitate angewiesen: Sandgruben, Kiesgruben, Truppenübungsplätze, Industriebrachen und Baugebiete bieten ihr geeignete Bedingungen. Entscheidend für die Habitatwahl sind flache, temporäre Kleingewässer als Laichgewässer sowie vegetationsarme Flächen für die Landlebensweise. Die Art gilt als ausgesprochene Pionierin, die frisch entstandene Rohbodenflächen schnell besiedelt.

Ernährung

Die Kreuzkröte ernährt sich ausschließlich von tierischer Kost. Ihr Nahrungsspektrum umfasst Insekten wie Käfer, Ameisen und Fliegen sowie Spinnen, Asseln und Würmer. Die Beute wird mit einem kurzen Vorstoß der Zunge erbeutet. Wie andere Kröten jagt die Kreuzkröte vorwiegend in der Dämmerung und nachts. Kaulquappen ernähren sich von Algen, Detritus und organischem Material, das sie von Substratoberflächen abraspeln.

Verhalten & Lebensweise

Die Kreuzkröte ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbirgt sie sich in selbst gegrabenen Erdlöchern, unter Steinen, in Spalten oder in Nagetierbauten. Dank ihrer kurzen Hinterbeine bewegt sie sich nicht springend, sondern laufend fort – eine Eigenschaft, die sie unter den heimischen Froschlurchen einzigartig macht. Diese mausartige Fortbewegung ist im Feld ein gutes Bestimmungsmerkmal.

Die Überwinterung findet von Oktober bis März in frostfreien Verstecken im Boden statt. Die Kreuzkröte gräbt sich dazu in lockeres Substrat ein oder nutzt vorhandene Hohlräume. Die Art ist standorttreu, zeigt jedoch eine hohe Ausbreitungsbereitschaft, besonders bei Jungtieren. Wanderungen von mehreren Kilometern sind dokumentiert.

Bei Bedrohung sondert die Kreuzkröte über ihre Hautdrüsen ein bitter schmeckendes Sekret ab, das potenzielle Fressfeinde wie Ringelnattern, Reiher oder Igel abschrecken soll. Zusätzlich kann sie sich bei Gefahr flach auf den Boden pressen oder durch Aufblähen des Körpers größer erscheinen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit der Kreuzkröte erstreckt sich von April bis August und ist damit ungewöhnlich lang im Vergleich zu anderen heimischen Amphibienarten. Die Männchen rufen lautstark an flachen, temporären Gewässern – Pfützen, Radspuren, Überschwemmungstümpeln – und bilden dabei mitunter große Rufgemeinschaften. Der Ruf ist ein lautes, durchdringendes, mechanisch knarrendes Trillern, das bei günstigen Bedingungen über einen Kilometer weit hörbar ist. Die Kreuzkröte zählt damit zu den lautesten einheimischen Amphibien.

Die Paarung erfolgt wie bei anderen Kröten in axialer Amplexus-Stellung, bei der das Männchen das Weibchen hinter den Vorderbeinen umklammert. Das Weibchen legt ein- bis dreireihige Laichschnüre mit 2.000 bis 4.000 Eiern in flachem Wasser ab. Die Entwicklung verläuft in den aufgeheizten Flachwasserbereichen sehr rasch: Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und metamorphosieren bereits nach vier bis sechs Wochen. Diese schnelle Entwicklung ist eine Anpassung an die Nutzung temporärer Gewässer, die jederzeit austrocknen können. Allerdings geht ein hoher Anteil der