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Geweihgarnele

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Tierart – Wirbellose > Krebstiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Caridina multidentata (früher Caridina japonica)
  • Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
  • Familie: Süßwassergarnelen (Atyidae)
  • Gattung: Caridina
  • Lebensraum: Fließgewässer und Bäche in subtropischen und tropischen Regionen Ostasiens
  • Größe: 3–5 cm (Weibchen etwas größer als Männchen)
  • Gewicht: ca. 1–2 g
  • Lebenserwartung: 2–3 Jahre, unter optimalen Bedingungen bis 5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Geweihgarnele verdankt ihren deutschen Trivialnamen nicht etwa einem tatsächlichen Geweih, sondern den langen, auffällig geformten Fächern an ihren vorderen Greifwerkzeugen, die an Geweihstangen erinnern können. Im Englischen ist sie unter dem Namen „Amano Shrimp" bekannt – benannt nach dem japanischen Aquarianer Takashi Amano, der sie in den 1990er-Jahren als Algenfresser populär machte.

Der Körper ist weitgehend transparent bis leicht gräulich und zeigt eine charakteristische Zeichnung aus rötlich-braunen Punkten und Strichen, die in Längsreihen entlang des Körpers verlaufen. Weibchen lassen sich anhand dieser Musterung von Männchen unterscheiden: Bei weiblichen Tieren bestehen die Markierungen aus länglichen Strichen, bei Männchen eher aus einzelnen Punkten. Der Carapax – der chitinöse Rückenschild, der den Kopfbrustraum bedeckt – ist durchscheinend und lässt bei tragenden Weibchen die Eiermasse im Nackenbereich erkennen.

Wie alle Zehnfußkrebse besitzt Caridina multidentata fünf Paar Schreitbeine (Pereiopoden) sowie weitere Schwimmbeine (Pleopoden) am Hinterleib. Das Rostrum – der dornförmige Stirnfortsatz – ist vergleichsweise lang und trägt zahlreiche Zähne, was sich im Artepitheton „multidentata" (vielzähnig) widerspiegelt.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Geweihgarnele erstreckt sich über Japan (vor allem die südlichen Inseln Kyūshū und Shikoku), Taiwan und Teile des östlichen Chinas. Dort besiedelt sie vorwiegend schnell fließende, sauerstoffreiche Bergbäche und Flussläufe in subtropischen Wäldern. Das bevorzugte Habitat sind kühle, klare Gewässer mit steinigem oder kiesigem Untergrund, in denen sich reichlich Aufwuchs – also Algenbeläge auf Steinen und Totholz – bildet.

Die Art ist an Biotope gebunden, die eine Verbindung zum Meer aufweisen. Dieser Umstand hängt mit der besonderen Larvalentwicklung zusammen: Die Larven benötigen Brackwasser, um sich vollständig entwickeln zu können. Flussabschnitte ohne Zugang zu Küstengewässern werden daher nicht dauerhaft besiedelt.

Ernährung

Die Geweihgarnele ist ein ausgeprägter Allesfresser (Omnivore) mit starker Tendenz zum Aufwuchsfresser. In ihrem natürlichen Lebensraum weidet sie mit ihren fächerförmigen Greifwerkzeugen Algenbeläge, Biofilme und Detritus von Steinen, Pflanzen und Totholz ab. Neben Grünalgen und Kieselalgen nimmt sie auch abgestorbenes Pflanzenmaterial, Mikroorganismen und gelegentlich Aas zu sich.

In der Aquaristik wird die Art gezielt als biologische Algenkontrolle eingesetzt. Eine Gruppe von Geweihgarnelen kann spürbar zur Reduzierung von Fadenalgen und Aufwuchsalgen in bepflanzten Aquarien beitragen. Ergänzend sollte die Ernährung durch spezielles Garnelenfutter, Gemüsescheiben oder getrocknetes Laub (etwa Seemandelbaumblätter) ergänzt werden.

Verhalten & Lebensweise

Geweihgarnelen sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigen aber auch tagsüber Aktivität, besonders bei der Nahrungssuche. Sie leben gesellig und bilden in der Natur lose Gruppen, ohne dass ein ausgeprägtes Revierverhalten zu beobachten wäre. Bei ausreichendem Nahrungsangebot sind Konflikte unter Artgenossen selten.

Die Tiere häuten sich regelmäßig, da ihr Chitinpanzer (Exoskelett) nicht mitwächst. Nach jeder Häutung ist die Garnele für einige Stunden bis Tage besonders verletzlich und zieht sich in Verstecke zwischen Steinen, Wurzeln oder Pflanzen zurück. Die abgestreifte Hülle (Exuvie) wird häufig von Artgenossen gefressen, da sie wertvolles Chitin und Mineralstoffe enthält.

Gegenüber anderen Arten verhält sich die Geweihgarnele friedlich. Sie ist weder räuberisch noch territorial und eignet sich daher gut zur Vergesellschaftung mit kleinen, friedfertigen Fischarten und anderen Wirbellosen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Geweihgarnele folgt dem sogenannten „primitiven Reproduktionstyp" unter den Süßwassergarnelen. Das Weibchen trägt nach der Paarung zwischen 1.000 und 2.000 sehr kleine Eier unter dem Hinterleib an den Pleopoden. Die Tragzeit beträgt vier bis sechs Wochen, abhängig von der Wassertemperatur.

Nach dem Schlupf werden die Larven als planktonische Zoealarven ins Wasser entlassen. In der Natur werden diese durch die Strömung flussabwärts in Flussmündungen und Brackwasserzonen getragen. Die Larven durchlaufen dort mehrere Entwicklungsstadien (Metamorphosen) und benötigen Salzwasser mit einem Salzgehalt von etwa 30–35 Promille. Nach der vollständigen Metamorphose zur juvenilen Garnele wandern die Jungtiere flussaufwärts in Süßwasserhabitate zurück.

Diese Abhängigkeit von Brackwasser macht die Nachzucht in Gefangenschaft anspruchsvoll. Im reinen Süßwasseraquarium findet zwar regelmä