Glänzendschwarze Holzameise
GTierart – Insekten > Hautflügler
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Lasius fuliginosus (Latreille, 1798)
- Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
- Familie: Ameisen (Formicidae)
- Unterfamilie: Schuppenameisen (Formicinae)
- Gattung: Lasius
- Lebensraum: Laubwälder, Mischwälder, Parks und Gärten mit altem Baumbestand
- Größe: Arbeiterinnen 4–6 mm, Königinnen 6–8 mm, Männchen 4–5 mm
- Gewicht: Arbeiterinnen ca. 1–2 mg
- Lebenserwartung: Arbeiterinnen 1–3 Jahre, Königinnen bis zu 15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Die Glänzendschwarze Holzameise trägt ihren deutschen Namen zu Recht: Ihr gesamter Körper ist tiefschwarz gefärbt und weist einen auffälligen, seidigen Glanz auf, der sie von anderen einheimischen Ameisenarten gut unterscheidbar macht. Die Körperoberfläche der Arbeiterinnen ist mit feinen, anliegenden Härchen bedeckt, die bei Lichteinfall den charakteristischen Schimmer erzeugen. Die Kutikula – das Außenskelett der Ameise – ist gleichmäßig dunkel pigmentiert.
Der Körperbau folgt dem typischen Bauplan der Ameisen mit drei deutlich gegliederten Abschnitten: Kopf (Caput), Brust (Mesosoma) und Hinterleib (Gaster). Zwischen Brust und Hinterleib befindet sich ein einzelnes, aufrechtes Schuppen-Petiolus-Segment, das für die Unterfamilie der Formicinae typisch ist. Der Kopf ist herzförmig mit einer deutlichen Einbuchtung am Hinterhaupt und trägt kräftige Mandibeln sowie relativ große Facettenaugen. Die geknickten Antennen bestehen aus zwölf Gliedern bei den Arbeiterinnen und dreizehn bei den Männchen.
Königinnen sind deutlich größer und massiger als Arbeiterinnen. Die geflügelten Geschlechtstiere – sowohl Jungköniginnen als auch Männchen – besitzen zwei Paar durchsichtige Flügel, die nach dem Hochzeitsflug von den Königinnen abgeworfen werden.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Lasius fuliginosus erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis: von Westeuropa über Mitteleuropa und Osteuropa bis nach Zentralasien und Japan. In Deutschland ist die Art nahezu flächendeckend verbreitet und gehört zu den häufigeren Ameisenarten in geeigneten Habitaten.
Bevorzugte Biotope sind Laub- und Mischwälder mit altem Baumbestand, insbesondere mit Eichen, Buchen und Linden. Die Art besiedelt auch Streuobstwiesen, verwilderte Gärten, Friedhöfe und Parkanlagen, sofern Altholz mit Hohlräumen vorhanden ist. Als Nistplatz dienen vorwiegend hohle oder morsche Bäume, in deren Inneren die Kolonien ausgedehnte Kartonnester errichten. Gelegentlich finden sich Nester auch in Dachstühlen, Fachwerk oder anderen Holzkonstruktionen, was die Art zu einem potenziellen Materialschädling macht.
Ernährung
Die Glänzendschwarze Holzameise ist omnivor mit einer deutlichen Präferenz für zuckerhaltige Nahrung. Den größten Anteil an der Energieversorgung einer Kolonie liefert Honigtau – die zuckerhaltigen Ausscheidungen von Blattläusen und Schildläusen. Lasius fuliginosus betreibt intensive Trophobiose, also eine systematische „Haltung" und Pflege von Blattlauskolonien. Die Ameisen beschützen ihre Blattlausherden vor Fressfeinden und transportieren sie bei Bedarf auf frische Pflanzentriebe.
Ergänzt wird die Nahrung durch erbeutete Insekten und andere Gliedertiere, die als Proteinquelle vor allem für die Larvenaufzucht dienen. Die Arbeiterinnen jagen einzeln oder in lockeren Gruppen entlang etablierter Ameisenstraßen, die sich häufig über Dutzende Meter vom Nest bis zu ergiebigen Nahrungsquellen erstrecken. Auch reife Früchte und Baumsäfte werden genutzt.
Verhalten & Lebensweise
Lasius fuliginosus gehört zu den tagaktiven Ameisenarten, ist aber auch in den Dämmerungsstunden und in warmen Sommernächten außerhalb des Nestes unterwegs. Die Kolonien legen gut markierte, oft rinnenförmig eingetiefte Straßensysteme an, die von den Arbeiterinnen intensiv mit Spurpheromonen markiert werden. Diese Ameisenstraßen verlaufen häufig an Baumstämmen entlang und führen zu Blattlauskolonien in der Baumkrone.
Gegenüber anderen Ameisenarten tritt Lasius fuliginosus territorial und aggressiv auf. Zur Verteidigung setzen die Arbeiterinnen Ameisensäure ein, die aus der Giftdrüse am Hinterleib versprüht wird. Zusätzlich produzieren sie Abwehrstoffe wie Undecane und Dendrolasin – ein für die Art spezifisches Terpenoid.
Die Nester stellen eine architektonische Besonderheit dar: Die Ameisen errichten aus zerkauten Holzfasern, Erde und Honigtau ein schwammartiges Kartonmaterial, das von dem symbiontischen Pilz Cladosporium myrmecophilum durchwachsen wird. Dieser Pilz stabilisiert das Nestmaterial und verleiht ihm eine dunkelbraune bis schwarze Färbung. Das fertige Kartonnest kann im Inneren eines hohlen Baumes mehrere Zehntausend Kammern umfassen und sich über Meter erstrecken.
Fortpflanzung & Aufzucht
Der Hochzeitsflug findet in Mitteleuropa typischerweise zwischen Juni und August statt, meist an warmen, schwülen Tagen. Geflügelte Jungköniginnen und Männchen schwärmen aus dem Nest und paaren sich in der Luft. Die Männchen sterben kurz nach der Paarung.
Eine befruchtete Jungkönigin kann jedoch keine eigenständige Kolonie gründ