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Großchinchilla

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Rassen > Kaninchenrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Frankreich / England, weiterentwickelt in Deutschland
  • Rassestandard: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), Abteilung Mittelgroße Rassen
  • Gewicht: 4,5 bis 5,5 kg (Idealgewicht laut Rassestandard), Mindestgewicht 4,0 kg
  • Körperlänge: ca. 55–65 cm
  • Körperform: leicht gedrungen, walzenförmig, gut bemuskelt
  • Fell/Farben: Aschgrau mit deutlichem Chinchilla-Faktor (Zonenfärbung); Unterfarbe dunkelblaugrau, Zwischenfarbe perlweiß, Deckfarbe aschgrau mit schwarzer Schleierung
  • Lebenserwartung: 8 bis 10 Jahre bei artgerechter Haltung

Herkunft & Geschichte

Die Geschichte des Großchinchilla ist eng mit der Zucht des kleinen Chinchillakaninchens verknüpft. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen Züchter in Frankreich und England damit, Kaninchen zu selektieren, deren Fellfarbe an das südamerikanische Chinchilla-Nagetier erinnerte. Diese sogenannte Chinchilla-Färbung mit ihrer charakteristischen Zonierung der Haare – bestehend aus einer blaugrauen Unterfarbe, einem weißen Zwischenring und einer schwarz geschleierten Deckfarbe – war auf dem Pelzmarkt äußerst begehrt.

Um größere Felle zu gewinnen und gleichzeitig ein wirtschaftlich nutzbares Fleischkaninchen zu erhalten, kreuzten Züchter die ursprünglichen Chinchillakaninchen mit größeren Rassen. In Frankreich spielte dabei insbesondere die Einkreuzung von Riesenkaninchen wie dem Géant des Flandres eine Rolle. In Deutschland nahmen sich ambitionierte Züchter ab den 1920er-Jahren der Rasse an und verfeinerten den Typ durch gezielte Selektion. Das Großchinchilla wurde schließlich als eigenständige Rasse vom ZDRK anerkannt und gehört seither zur Abteilung der mittelgroßen Rassen. Seine Abstammung verbindet somit die ästhetische Fellfärbung des Chinchillakaninchens mit der Robustheit und Größe schwerer Wirtschaftsrassen.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Großchinchilla ist ein kräftiges, gut proportioniertes Kaninchen mit walzenförmigem Körperbau. Der Rumpf ist breit und gleichmäßig bemuskelt, die Hinterhand gut gerundet. Der Kopf wirkt kräftig, bei Häsinnen ist eine kleine, gut geformte Wamme zulässig. Die Ohren sind fleischig, gut behaart und erreichen eine Länge von etwa 13 bis 15 cm.

Das eigentliche Markenzeichen der Rasse ist das Fell. Das Haar ist dicht, griffig und weist eine Länge von etwa 3 cm auf. Die Zonenfärbung – im Fachbegriff als Chinchilla-Faktor bezeichnet – ist das wichtigste Bewertungskriterium auf Ausstellungen. Die Unterfarbe soll möglichst dunkelblaugrau sein und etwa die Hälfte der Haarlänge einnehmen. Darauf folgt ein möglichst klar abgegrenzter, reinweißer Zwischenring. Die Deckfarbe zeigt ein helles Aschgrau mit einer deutlichen schwarzen Schleierung, die durch schwarze Haarspitzen entsteht. An der Bauchdecke soll die Farbe möglichst rein weiß sein, die Augenfarbe ist braun mit einem dunklen Rand. Ein gleichmäßiges Farbbild über den gesamten Körper, eine saubere Abgrenzung der einzelnen Farbzonen und eine intensive Schleierung gelten laut Rassestandard als besonders wünschenswert.

Charakter & Wesen

Das Großchinchilla gilt als ausgeglichenes, gutmütiges Kaninchen. Erfahrene Züchter schätzen die Rasse für ihr ruhiges und dabei aufmerksames Wesen. Die Tiere sind neugierig, ohne dabei hektisch oder schreckhaft zu sein, was sie im Umgang sehr angenehm macht. Gegenüber ihren Haltern zeigen sie sich zutraulich und entwickeln mit regelmäßigem, ruhigem Kontakt ein ausgesprochen vertrauensvolles Verhältnis.

In der Gruppe verhalten sich Großchinchillas in der Regel sozialverträglich. Wie bei allen Kaninchenrassen ist die Vergesellschaftung am einfachsten, wenn die Tiere von klein auf zusammengehalten werden. Einzelne Rammler können zur Geschlechtsreife territorial reagieren – eine frühzeitige Kastration kann hier sinnvoll sein. Insgesamt lässt sich das Wesen als freundlich, gelassen und menschenbezogen beschreiben.

Haltung & Pflege

Als mittelgroße Rasse benötigt das Großchinchilla ausreichend Platz. Pro Tier sollten mindestens 2 bis 3 Quadratmeter Grundfläche zur Verfügung stehen, zuzüglich eines täglichen Auslaufs in einem gesicherten Bereich. Sowohl die Haltung in großzügigen Außengehegen als auch in geräumigen Innenställen mit Freilaufmöglichkeit ist geeignet. Wichtig ist ein wetterfester, zugluftfreier Rückzugsort, da die Tiere Nässe und Durchzug empfindlich gegenüberstehen.

Die Fellpflege ist beim Großchinchilla verhältnismäßig unkompliziert. Das dichte Fell sollte regelmäßig – etwa einmal wöchentlich – kontrolliert und bei Bedarf vorsichtig gebürstet werden. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst empfiehlt sich eine intensivere Pflege, um lose Unterwolle zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen. Die Krallen müssen regelmäßig überprüft und bei zu geringem Abrieb fachgerecht gekürzt werden. Das Gehege sollte mindestens zweimal wöchentlich gründlich gereinigt werden, die Toilettenecken täglich.

Zur Beschäftigung eignen sich Tunnel, erhöhte Ebenen, Weidenbrücken und Nagematerial aus unbehandeltem Holz. Ein strukturiertes Gehege fördert das natürliche Erkundungsverhalten und beugt Langeweile vor.

Ernährung

Die Basis einer artgerechten Ernährung bildet hochwertiges Heu, das ständig und in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen muss