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Gründling

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Gobio gobio
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
  • Gattung: Gründlinge (Gobio)
  • Lebensraum: Fließgewässer und klare Seen mit sandigem oder kiesigem Grund
  • Größe: 8–15 cm, maximal etwa 20 cm
  • Gewicht: 15–80 g, selten über 100 g
  • Lebenserwartung: 4–8 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Gründling ist ein kleiner, langgestreckter Süßwasserfisch mit spindelförmigem Körperbau. Der Rücken ist olivbraun bis graugrün gefärbt, die Flanken heller mit einer Reihe dunkler Flecken entlang der Seitenlinie. Die Bauchseite erscheint weißlich bis silbrig. Die Schuppen sind relativ groß und sitzen fest in der Haut. Entlang der Seitenlinie zählt man in der Regel 38 bis 44 Schuppen.

Ein auffälliges Erkennungsmerkmal sind die zwei Barteln am Mundwinkel des unterständigen Mauls. Diese Barteln dienen als Tastorgane und helfen dem Fisch bei der Nahrungssuche am Gewässergrund. Der Kopf ist verhältnismäßig groß, die Augen sitzen hoch und seitlich. Die Rückenflosse ist kurz und steht etwa in der Körpermitte, die Schwanzflosse ist deutlich gegabelt. Alle Flossen weisen dunkle Fleckenreihen auf, wobei dies bei der Schwanz- und der Rückenflosse am deutlichsten ausgeprägt ist.

Der Gründling lässt sich von ähnlich aussehenden Arten wie der Schmerle oder dem Steinbeißer durch seinen runderen Körperquerschnitt und die nur zwei Barteln unterscheiden – Schmerlen besitzen sechs, Steinbeißer ebenfalls sechs Barteln.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Gründlings erstreckt sich über weite Teile Europas und reicht ostwärts bis nach Zentralasien. In Mitteleuropa ist die Art nahezu flächendeckend anzutreffen. Sie fehlt auf der Iberischen Halbinsel, in Süditalien, in Nordskandinavien sowie auf den meisten Mittelmeerinseln. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gehört der Gründling zu den häufigen heimischen Fischarten.

Sein bevorzugtes Habitat sind fließende Gewässer mit sandigem, kiesigem oder steinigem Grund. Typische Biotope sind Bäche und Flüsse der Barben- und Äschenregion, also Abschnitte mit mäßiger bis stärkerer Strömung und gut durchlüftetem Wasser. Der Gründling besiedelt aber auch flache Uferpartien größerer Flüsse, klare Seen und gelegentlich Kanäle. Entscheidend ist eine gute Wasserqualität – stark verschmutzte oder sauerstoffarme Gewässer meidet er. Daher gilt sein Vorkommen auch als Indikator für sauberes Wasser.

Der Name „Gründling" leitet sich von seiner bodennahen Lebensweise ab – er hält sich vornehmlich am Grund auf. Regional sind auch die Bezeichnungen Gressling, Grundel oder Greßling gebräuchlich, wobei er nicht mit den echten Grundeln (Familie Gobiidae) verwechselt werden sollte.

Ernährung

Der Gründling ernährt sich als typischer Bodenfisch überwiegend von wirbellosen Kleintieren, die er mit seinen Barteln am Gewässergrund aufspürt. Zu seinem Nahrungsspektrum zählen Insektenlarven – insbesondere Zuckmücken- und Eintagsfliegenlarven –, Kleinkrebse, Würmer und Schnecken. Ergänzend nimmt er Fischlaich, pflanzliches Material und organische Partikel auf, die er aus dem Sediment filtert.

Bei der Nahrungsaufnahme wühlt der Gründling charakteristisch im Sand oder Kies und nimmt das Substrat ins Maul, um essbare Bestandteile herauszufiltern. Nicht verwertbare Partikel werden über die Kiemen wieder ausgestoßen. Diese Ernährungsweise macht ihn zu einem wichtigen Glied im Nahrungsnetz der Gewässerökosysteme, da er einerseits Bodenfauna reguliert und andererseits selbst als Beute für Raubfische wie Barsch, Hecht, Aal und Forelle dient.

Verhalten & Lebensweise

Gründlinge sind gesellige Fische, die in kleinen bis mittelgroßen Schwärmen zusammenleben. Diese Schwärme halten sich tagsüber in strömungsarmen Bereichen über sandigem oder kiesigem Grund auf. Die Tiere sind vorwiegend tagaktiv und suchen während der hellen Stunden nach Nahrung. Bei Dunkelheit ruhen sie dicht über dem Boden.

Gegenüber Artgenossen zeigt der Gründling kaum territoriales Verhalten – es werden keine Reviere verteidigt. Die Schwarmbildung bietet Schutz vor Fressfeinden, zu denen neben Raubfischen auch Graureiher, Eisvögel und Fischotter gehören. Bei Gefahr flüchten die Tiere blitzschnell in Deckung zwischen Steinen oder Wasserpflanzen.

Der Gründling ist standorttreu und unternimmt keine ausgedehnten Wanderungen. Saisonale Ortswechsel beschränken sich auf kurze Strecken, etwa das Aufsuchen flacherer, wärmerer Gewässerabschnitte zur Laichzeit.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit des Gründlings fällt in die Monate Mai bis Juni, wenn die Wassertemperatur etwa 12 bis 18 °C erreicht. Die Männchen entwickeln zur Balzzeit einen feinen Laichausschlag – kleine weiße Knötchen auf Kopf und Vorderkörper –, der nach dem Ablaichen wieder verschwindet.

Das Weibchen gibt seine Eier in mehreren Schüben über kiesigem oder steinigem Substrat in flachem, gut durchströmtem Wasser ab. Die klebrigen, etwa 1,5 mm großen Eier haften an Steinen und Pflanzenteilen. Ein Weibchen produziert pro Laichsaison zwischen 1.000 und 3.000 Eier. Die Embryonalentwicklung dauert je nach Wassertemperatur 10 bis 30 Tage.