Hasel
HTierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Leuciscus leuciscus
- Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
- Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
- Gattung: Leuciscus
- Lebensraum: Fließgewässer mit kiesigem Grund, Äschen- und Barbenregion
- Größe: 15–30 cm, selten bis 40 cm
- Gewicht: 100–300 g, Ausnahmen bis etwa 1 kg
- Lebenserwartung: 10–15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Hasel ist ein schlanker, seitlich leicht abgeflachter Süßwasserfisch mit stromlinienförmigem Körperbau. Der Rücken ist graugrün bis olivbraun gefärbt, die Flanken schimmern silbrig, und die Bauchseite ist weißlich. Die Schuppen sind mittelgroß, sitzen relativ fest und weisen einen leichten Glanz auf. Entlang der Seitenlinie finden sich 47 bis 54 Schuppen.
Der Kopf ist verhältnismäßig klein und spitz zulaufend, das Maul unterständig bis leicht endständig. Die Augen sind vergleichsweise groß mit silbriger bis gelblicher Iris. Die Rückenflosse setzt etwa in der Körpermitte an und ist relativ kurz. Die Afterflosse ist leicht eingebuchtet. Brust- und Bauchflossen sind gelblich bis rötlich getönt, während Rücken- und Schwanzflosse eher grau erscheinen. Die Schwanzflosse ist deutlich gegabelt, was den Hasel als wendigen Schwimmer in der Strömung ausweist.
Verwechslungen sind vor allem mit dem Döbel (Squalius cephalus) und dem Aitel möglich. Der Hasel unterscheidet sich jedoch durch seinen schlankeren Körper, das kleinere Maul und die konkav eingebuchtete Afterflosse – beim Döbel ist diese konvex gewölbt. Auch mit der jungen Nase (Chondrostoma nasus) kann eine Verwechslung auftreten, deren Maul jedoch deutlich unterständig und sichelförmig ist.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Hasels erstreckt sich über weite Teile Europas – von Frankreich und Großbritannien im Westen bis zum Ural im Osten. In Skandinavien kommt er bis nach Südfinnland vor. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist er in geeigneten Gewässern weit verbreitet und gehört zu den heimischen Fischarten.
Sein bevorzugtes Habitat sind klare, sauerstoffreiche Fließgewässer mit sandigem bis kiesigem Substrat. Typischerweise besiedelt der Hasel die Äschenregion und den Übergang zur Barbenregion, also die Mittelläufe von Flüssen und größeren Bächen. In der Forellenregion mit sehr starker Strömung fehlt er meist ebenso wie in stehenden oder stark eutrophierten Gewässern. Gelegentlich findet man ihn auch in klaren Seen mit Zuflüssen. Der Hasel gilt als Indikator für gute Wasserqualität, da er gegenüber Verschmutzung und Sauerstoffmangel empfindlich reagiert.
Ernährung
Der Hasel ist ein Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf tierischer Kost. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Insektenlarven, Anfluginsekten, Kleinkrebsen und Würmern. Besonders in den Sommermonaten nimmt er häufig Insekten von der Wasseroberfläche auf, wobei die typischen Ringmuster an der Oberfläche entstehen. Daneben frisst er auch Algen, Pflanzenteilchen und gelegentlich Fischeier. Jungfische ernähren sich zunächst von Zooplankton und Kleinstorganismen, bevor sie auf größere Nahrungspartikel umsteigen.
Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend in der Strömung, wo der Hasel an strömungsexponierten Stellen auf vorbeitreibende Nahrung wartet. Dieses Verhalten zeigt er bevorzugt in den Morgen- und Abendstunden.
Verhalten & Lebensweise
Der Hasel lebt gesellig und bildet Schwärme, die sich bevorzugt in mittleren Wassertiefen aufhalten. Besonders junge und halbwüchsige Tiere schließen sich zu großen Gruppen zusammen, während ältere Exemplare in kleineren Verbänden unterwegs sind. Die Schwarmbildung bietet Schutz vor Fressfeinden wie Hecht, Zander, Kormoran und Graureiher.
Die Art ist vorwiegend tagaktiv, zeigt aber in den Sommermonaten auch dämmerungsaktive Phasen, besonders bei der Nahrungsaufnahme an der Oberfläche. Im Winter zieht sich der Hasel in tiefere, ruhigere Gewässerabschnitte zurück und reduziert seine Aktivität. Er ist ein schneller und wendiger Schwimmer, der sich auch in moderater Strömung mühelos behauptet. Ein ausgeprägtes Revierverhalten zeigt der Hasel nicht; vielmehr nutzen die Schwärme gemeinsam geeignete Einstände wie unterspülte Ufer, Strömungskanten oder Bereiche hinter größeren Steinen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Laichzeit des Hasels fällt in den Zeitraum von März bis Mai, wobei der genaue Beginn von der Wassertemperatur abhängt – ab etwa 8 °C setzen die Laichaktivitäten ein. Damit zählt der Hasel zu den Frühjahrslaichern unter den heimischen Karpfenfischen.
Zur Fortpflanzung ziehen die Schwärme stromaufwärts zu flachen, kiesigen Gewässerabschnitten. Die Männchen entwickeln in der Laichzeit einen deutlichen Laichausschlag – kleine, weiße Tuberkel auf Kopf und Körper –, der als sekundäres Geschlechtsmerkmal dient. Die Weibchen legen ihre klebrigen Eier portionsweise über kiesigem Grund ab, wo sie an Steinen und Substrat haften bleiben. Ein Weibchen produziert je nach Körpergröße zwischen 2.000 und 10.000 Eier.
Die Embryonalentwicklung dauert je nach Wassertemperatur zwei bis vier Wochen. Die geschlüpften Larven leben zunächst vom Dottersack und suchen strömungsberuhigte Uferzonen auf. Eine aktive Brutpflege findet nicht statt. Die Jungfische