Hausmaus
HTierart – Säugetiere > Nagetiere
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Mus musculus
- Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
- Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
- Gattung: Mus
- Lebensraum: Menschliche Siedlungen, Gebäude, landwirtschaftliche Flächen, seltener Freiland
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 7–10 cm, Schwanzlänge 7–10 cm
- Gewicht: 12–30 g
- Lebenserwartung: 1–2 Jahre in freier Wildbahn, bis 3 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Die Hausmaus ist ein kleines, schlankes Nagetier mit einem rundlichen Körper und einer spitzen Schnauze. Das Fell ist auf der Oberseite graubraun bis dunkelgrau gefärbt, die Unterseite zeigt sich etwas heller, meist in einem schmutzigen Grau bis Gelbgrau. Im Gegensatz zur nah verwandten Waldmaus (Apodemus sylvaticus) fehlt der Hausmaus eine scharfe Farbgrenze zwischen Ober- und Unterseite. Die Augen sind relativ klein und dunkel, die Ohren groß, rund und nahezu unbehaart.
Der Schwanz ist annähernd so lang wie der restliche Körper und mit deutlich sichtbaren Schuppenringen besetzt, die von kurzen, feinen Haaren überdeckt werden. Die Hinterfüße sind im Vergleich zu Springmäusen und anderen Muridae-Arten relativ kurz. Ein artspezifisches Merkmal ist der charakteristische, leicht muffige Geruch, den die Tiere über ihren Urin und spezielle Hautdrüsen absondern. Anhand dieses Geruchs lässt sich ein Hausmausbefall in Gebäuden häufig erkennen, noch bevor die Tiere selbst gesichtet werden.
Lebensraum & Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Hausmaus liegt vermutlich in den Steppen- und Halbwüstenregionen Vorderasiens und des indischen Subkontinents. Von dort breitete sich die Art im Zuge der Neolithischen Revolution gemeinsam mit dem Menschen aus und besiedelte zunächst den Mittelmeerraum, dann ganz Europa und schließlich – durch Schifffahrt und Handel – nahezu alle Kontinente. Heute gilt die Hausmaus als eines der am weitesten verbreiteten Säugetiere der Erde. Sie fehlt lediglich in der Antarktis und einigen abgelegenen Inselgruppen.
Als ausgesprochener Kulturfolger ist die Hausmaus eng an den Menschen gebunden. Ihr bevorzugtes Habitat sind Gebäude aller Art: Wohnhäuser, Lagerhallen, Stallungen, Lebensmittelbetriebe und sogar Kühlhäuser. In Mitteleuropa leben Hausmäuse ganzjährig in Gebäuden (sogenannte kommensale Populationen), während sie in wärmeren Klimazonen auch im Freiland stabile Populationen bilden können – etwa auf landwirtschaftlichen Nutzflächen, an Feldrändern und in Gärten. Diese freilebenden Populationen werden gelegentlich als Ährenmäuse bezeichnet und siedeln sich im Herbst häufig wieder in Gebäude um.
Ernährung
Die Hausmaus ist ein Allesfresser (Omnivore) mit einer deutlichen Vorliebe für pflanzliche Nahrung. Getreide, Samen und Nüsse bilden die Hauptnahrungsquelle. Darüber hinaus frisst sie Früchte, grüne Pflanzenteile, Insekten und andere Wirbellose. In menschlichen Behausungen nimmt sie praktisch jedes verfügbare Nahrungsmittel an – von Brot und Schokolade bis hin zu Seife und Kerzenwachs.
Die tägliche Nahrungsaufnahme beträgt etwa 3–5 Gramm. Hausmäuse trinken relativ wenig und können ihren Wasserbedarf weitgehend über die Nahrung decken, solange diese einen ausreichenden Feuchtigkeitsgehalt besitzt. Diese Eigenschaft ist eine Anpassung an die trockenen Lebensräume ihrer ursprünglichen Heimat und verschafft der Art einen Vorteil bei der Besiedlung trockener Lagerräume und Dachböden.
Verhalten & Lebensweise
Hausmäuse sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, passen ihre Aktivitätsphasen jedoch flexibel an die Gegebenheiten an. In ungestörten Lagerhallen können sie auch tagsüber aktiv sein. Die Tiere leben in lockeren sozialen Gruppen, die aus einem dominanten Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachkommen bestehen. Dominante Männchen verteidigen ihr Revier aggressiv gegen fremde Artgenossen und markieren es intensiv mit Urin.
Innerhalb des Reviers legen Hausmäuse feste Laufwege an, denen sie entlang von Wänden und Kanten folgen. Diese Wechsel sind an den dunklen Schmierstreifen erkennbar, die das Körperfett der Tiere an den Oberflächen hinterlässt. Die Kommunikation erfolgt über Ultraschalllaute, Duftmarken und Körpersprache. Insbesondere Männchen erzeugen komplexe Ultraschallgesänge, die eine Rolle bei der Partnerwerbung spielen.
Hausmäuse sind ausgezeichnete Kletterer und können senkrechte raue Flächen erklimmen. Sie springen bis zu 30 cm hoch und zwängen sich durch Spalten von weniger als 7 mm Breite – eine Fähigkeit, die herkömmliche Gebäudeabdichtungen vor erhebliche Herausforderungen stellt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzungsrate der Hausmaus gehört zu den höchsten unter den Säugetieren. Unter günstigen Bedingungen – etwa in ganzjährig warmen, nahrungsreichen Gebäuden – pflanzen sich Hausmäuse das gesamte Jahr über fort. Die Tragzeit beträgt etwa 19–21 Tage. Pro Wurf bringt ein Weibchen 4–8 Jungtiere zur Welt, in Ausnahmefällen bis zu 12. Ein Weibchen kann jährlich 5–10 Würfe aufziehen.
Die Jungen kommen nackt, blind und taub zur Welt und wiegen etwa 1 Gramm. Die Augen öffnen sich nach rund 13–14 Tagen. Mit drei Wochen nehmen die Jungtiere erstmals feste Nahrung auf und werden kurz darauf entwöhnt. Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen