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Hausstaubmilbe

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Tierart – Spinnentiere > Sonstige Spinnentiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Dermatophagoides pteronyssinus (häufigste Art), Dermatophagoides farinae (Amerikanische Hausstaubmilbe)
  • Ordnung: Sarcoptiformes (Astigmata)
  • Familie: Pyroglyphidae (Hausstaubmilben)
  • Gattung: Dermatophagoides
  • Lebensraum: Menschliche Wohnräume, insbesondere Matratzen, Polstermöbel, Teppiche
  • Größe: 0,1–0,5 mm
  • Gewicht: ca. 5–10 Mikrogramm
  • Lebenserwartung: 2–4 Monate

Aussehen & Merkmale

Die Hausstaubmilbe gehört zur Klasse der Spinnentiere (Arachnida) und ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Ihr Körper ist oval, durchscheinend weißlich bis cremefarben und weist keine Segmentierung in Kopf, Brust und Hinterleib auf – stattdessen bildet er ein kompaktes Idiosoma. Wie alle ausgewachsenen Spinnentiere besitzt sie acht Beine, die mit feinen Haftlappen und Borsten ausgestattet sind. Die Larve schlüpft jedoch zunächst mit nur sechs Beinen und erhält das vierte Beinpaar erst nach einer Häutung.

Die Körperoberfläche ist von feinen Streifen durchzogen und trägt kurze Sinnesborsten (Setae), die der Orientierung und Wahrnehmung chemischer Reize dienen. Hausstaubmilben besitzen keine Augen. Die Mundwerkzeuge sind als Cheliceren ausgebildet und dienen dem Zerkleinern von Nahrungspartikeln. Ein Chitinpanzer – wie bei anderen Milbenarten üblich – fehlt weitgehend; die Cuticula ist dünn und durchlässig, was die Tiere stark abhängig von der Umgebungsfeuchte macht.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Hausstaubmilbe umfasst nahezu die gesamte bewohnte Welt. Überall dort, wo Menschen in geschlossenen Räumen leben, findet sich in der Regel auch eine Population dieser Milben. Ihr bevorzugtes Habitat sind warme, feuchte Innenräume mit Temperaturen zwischen 20 und 25 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent. Matratzen, Kopfkissen, Bettdecken, Polstermöbel und Teppichböden bieten ideale Bedingungen: Sie speichern Wärme und Feuchtigkeit und enthalten reichlich Nahrung in Form menschlicher Hautschuppen.

In Höhenlagen über 1.500 Metern nimmt die Populationsdichte deutlich ab, da die Luft dort trockener ist. Auch in Wüstenregionen und in Gebäuden mit sehr niedriger Luftfeuchtigkeit finden Hausstaubmilben kaum Überlebensbedingungen. In tropischen und subtropischen Klimazonen ist die Besiedlung besonders dicht. Neben Dermatophagoides pteronyssinus tritt in gemäßigten Breiten häufig die verwandte Art Dermatophagoides farinae auf, die etwas trockenere Verhältnisse toleriert. Eine weitere gelegentlich in Wohnräumen nachgewiesene Art ist die Vorratsmilbe (Lepidoglyphus destructor), die jedoch einer anderen Familie angehört.

Ernährung

Hausstaubmilben sind Saprophagen – sie ernähren sich von abgestorbenen organischen Substanzen. Ihre Hauptnahrung besteht aus menschlichen und tierischen Hautschuppen (Epidermisfragmenten), die in Bettwäsche, Textilien und Staub in großen Mengen vorhanden sind. Ein Mensch verliert täglich etwa 1,5 Gramm Hautschuppen, was einer Population von mehreren hunderttausend Milben als Nahrungsgrundlage ausreicht.

Die Hautschuppen werden nicht direkt verdaut, sondern zunächst durch Schimmelpilze der Gattungen Aspergillus und Penicillium vorbesiedelt und enzymatisch aufgeschlossen. Erst diese mikrobiell vorverdauten Partikel nimmt die Milbe auf. Die Verdauung erfolgt mithilfe potenter Proteasen, die im Kot der Milbe ausgeschieden werden – und die zugleich die Hauptallergene (insbesondere Der p 1 und Der f 1) darstellen.

Verhalten & Lebensweise

Hausstaubmilben sind lichtscheu und halten sich bevorzugt in dunklen, geschützten Nischen auf – etwa tief im Gewebe von Matratzen oder zwischen Teppichfasern. Eine strikte Einteilung in tag- oder nachtaktiv ist bei diesen Tieren nicht sinnvoll; ihre Aktivität richtet sich primär nach Temperatur und Feuchtigkeitsverhältnissen. Sie bewegen sich langsam kriechend fort und legen dabei nur wenige Zentimeter pro Stunde zurück.

Revierverhalten oder soziale Strukturen wie Rudel- oder Koloniebildung sind bei Hausstaubmilben nicht ausgeprägt. Die Tiere leben zwar in hoher Dichte zusammen – eine einzelne Matratze kann zwischen 100.000 und zehn Millionen Individuen beherbergen – interagieren jedoch kaum gezielt miteinander. Die Wasseraufnahme erfolgt nicht durch Trinken, sondern über eine hygroskopische Drüse (supracoxale Drüse), die Luftfeuchtigkeit absorbiert. Sinkt die relative Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent, trocknen die Tiere innerhalb weniger Tage aus und sterben.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung erfolgt geschlechtlich. Nach der Begattung legt das Weibchen über seine gesamte Lebensspanne von zwei bis vier Monaten zwischen 40 und 80 Eier einzeln in das textile Substrat ab. Die Eier sind oval, etwa 0,1 mm groß und klebrig, sodass sie gut an Fasern haften.

Die Entwicklung vom Ei zum adulten Tier verläuft über mehrere Stadien: Aus dem Ei schlüpft zunächst eine sechsbeinige Larve, die sich über ein Protonymphenstadium und ein Tritonymphenstadium zum geschlechtsreifen Adulttier häutet. Unter optimalen Bedingungen dauert der gesamte Entwicklungszyklus etwa drei bis vier Wochen. Bei ungünstigen Umweltbedingungen – vor allem bei niedriger Luftfeuchtigkeit – kann die Entwicklung stark verlangsamt werden oder ganz zum Erliegen kommen.