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Herbstmilbe

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Tierart – Spinnentiere > Sonstige Spinnentiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Neotrombicula autumnalis
  • Ordnung: Trombidiformes (Prostigmata)
  • Familie: Trombiculidae (Laufmilben)
  • Gattung: Neotrombicula
  • Lebensraum: Wiesen, Gärten, Waldränder, Parks – bevorzugt feuchte, niedrige Vegetation
  • Größe: Larven ca. 0,2–0,3 mm; adulte Tiere bis 2 mm
  • Gewicht: Nicht messbar im klassischen Sinne (Mikrogramm-Bereich)
  • Lebenserwartung: Gesamter Lebenszyklus ca. 1 Jahr

Aussehen & Merkmale

Die Herbstmilbe durchläuft mehrere Entwicklungsstadien, die sich äußerlich deutlich voneinander unterscheiden. Die parasitische Larve ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen: Sie misst nur etwa 0,2 bis 0,3 Millimeter und besitzt – im Gegensatz zu den adulten Tieren – lediglich drei Beinpaare. Ihre Körperfarbe variiert von blassgelb bis intensiv orange-rot, wobei sie nach der Nahrungsaufnahme eine deutlich dunklere, rötliche Färbung annimmt.

Die adulten Herbstmilben erreichen eine Körperlänge von bis zu zwei Millimetern und tragen vier Beinpaare, wie es für Spinnentiere typisch ist. Ihr Körper ist dicht mit feinen, gefiederten Borsten (Setae) besetzt, die dem Tier ein samtiges Erscheinungsbild verleihen. Die Körperoberfläche zeigt keine deutliche Segmentierung; stattdessen verschmelzen die Körperabschnitte zu einer kompakten, rundlich-ovalen Form. Die kräftig rote Färbung der adulten Milben führt gelegentlich zur Verwechslung mit der deutlich größeren Samtmilbe (Trombidium holosericeum), die ebenfalls zur Ordnung der Trombidiformes gehört, aber einer anderen Familie angehört.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Herbstmilbe erstreckt sich über weite Teile Europas, von Südskandinavien bis in den Mittelmeerraum. Auch in Teilen Asiens und Nordafrikas kommt die Art vor. In Mitteleuropa ist sie flächendeckend verbreitet und zählt zu den häufigsten ektoparasitischen Milbenarten.

Als bevorzugtes Habitat dienen der Herbstmilbe extensiv bewirtschaftete Wiesen, Gärten, Streuobstwiesen, Waldlichtungen und Parkrasen. Die Larven halten sich vorwiegend in der bodennahen Vegetationsschicht auf, an Grashalmen und niedrigen Pflanzen, wo sie auf vorbeikommende Wirte warten. Entscheidend für das Vorkommen ist eine ausreichende Bodenfeuchte; trockene, sandige Standorte werden gemieden. Besonders hohe Populationsdichten treten in Biotopen mit dichter, niedriger Grasnarbe und kalkhaltigem Boden auf.

Ernährung

Die Ernährungsweise der Herbstmilbe unterscheidet sich grundlegend zwischen den Entwicklungsstadien. Ausschließlich die Larven ernähren sich parasitisch: Sie befallen Wirbeltiere – Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien – sowie den Menschen. Dabei stechen sie mit ihren Cheliceren (Mundwerkzeugen) in die oberste Hautschicht ein und injizieren ein Speichelsekret, das Enzyme enthält. Dieses Sekret löst das umliegende Gewebe auf und bildet ein sogenanntes Stylostom, eine röhrenförmige Struktur aus verhärteter Gewebeflüssigkeit, über die die Larve das verflüssigte Zellmaterial aufsaugt. Blut wird dabei nicht direkt aufgenommen – die Herbstmilbe ist daher streng genommen kein Blutsauger, sondern ein Gewebeparasit.

Die Nymphen und adulten Milben leben dagegen freilebend im Boden und ernähren sich räuberisch von kleinen Arthropoden, deren Eiern sowie von organischem Material. Sie spielen damit im Boden-Ökosystem eine Rolle als Prädatoren der Mikrofauna.

Verhalten & Lebensweise

Herbstmilben sind in Mitteleuropa vorwiegend von Juli bis Oktober aktiv, mit einem Befallshöhepunkt im August und September – daher der deutsche Name. Die Larven zeigen ein ausgeprägtes Wirtssuchverhalten: Sie klettern bei warmem, trockenem Wetter auf Grashalme und Blattspitzen und warten dort in kleinen Aggregationen auf vorbeikommende Wirte. Dieser Lauertyp der Wirtsfindung wird als „Questing" bezeichnet. Die Larven reagieren dabei auf Erschütterungen, Körperwärme und CO₂-Konzentrationen in der umgebenden Luft.

Nach dem Kontakt mit einem Wirt wandern die Larven zu Hautstellen mit dünner Epidermis – beim Menschen typischerweise Knöchel, Kniekehlen, Leistengegend oder Achselhöhlen. Die Saugdauer beträgt in der Regel ein bis drei Tage. Danach lassen sich die vollgesogenen Larven fallen und ziehen sich in den Boden zurück, um sich zum nächsten Stadium zu häuten.

Adulte Herbstmilben führen ein verborgenes Leben in den oberen Bodenschichten und der Streuschicht. Sie sind überwiegend bei Dämmerung und nachts aktiv.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Lebenszyklus der Herbstmilbe umfasst vier Stadien: Ei, Larve, Nymphe und Adultus. Die Weibchen legen im Frühjahr ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen in feuchtem Boden ab. Aus den Eiern schlüpfen nach einigen Wochen die sechsbeinigen Larven, die sofort mit der Wirtssuche beginnen.

Nach der parasitischen Nahrungsaufnahme häuten sich die Larven über ein Ruhestadium (Protonymphe) zur freilebenden Deutonymphe und schließlich zum adulten Tier. Nymphen und Adulte durchlaufen keine weitere parasitische Phase. Die gesamte Entwicklung vom Ei bis zum geschlechtsreifen Tier dauert etwa ein Jahr, wobei in Mitteleuropa in der Regel eine Generation pro Jahr ausgebildet wird (univoltiner Zyklus). In wärmeren Regionen können gelegentlich zwei Generationen auftreten.

Eine Brutpflege findet nicht statt. Die Überlebensrate der Larven hängt stark dav