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Havanna

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Rassen > Kaninchenrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Niederlande (um 1898)
  • Rassestandard: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), Standard Nr. enthält die Havanna unter den Kleinen Rassen
  • Gewicht: 2,5–3,25 kg (Idealgewicht ca. 3,0 kg)
  • Körperbau: Gedrungen, walzenförmig, kompakt
  • Fell: Kurz, dicht, mit feiner Unterwolle und gutem Glanz
  • Farben: Dunkel schokoladenbraun (havannafarbig), gleichmäßig durchgefärbt bis zum Haarboden
  • Lebenserwartung: 8–12 Jahre bei artgerechter Haltung

Herkunft & Geschichte

Die Havanna-Kaninchen gehören zu den ältesten eigenständig gezüchteten Kaninchenrassen. Ihre Entstehung geht auf das Jahr 1898 zurück, als in der niederländischen Stadt Utrecht bei einem Wurf gewöhnlicher Stallkaninchen ein Jungtier mit ungewöhnlich intensiver, schokoladenbrauner Fellfarbe auftauchte. Der niederländische Züchter Honders erkannte das Potenzial dieser seltenen Farbmutation und begann, gezielt auf die Fixierung dieses Merkmals hinzuarbeiten.

Bereits 1908 gelangten die ersten Havanna-Kaninchen nach Deutschland, wo sie unter Züchtern rasch Begeisterung auslösten. Der Name „Havanna" leitet sich von der Farbe ab, die an die Tönung hochwertiger Havanna-Zigarren erinnert. In Frankreich ist die Rasse auch unter dem Namen „Fée de Marbourg" bekannt, da französische Züchter die Rasse über die Stadt Marburg kennenlernten, wo deutsche Zuchtpioniere sie weiter veredelt hatten.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts etablierte sich die Havanna als fester Bestandteil der europäischen Rassekaninchenzucht. Der ZDRK führt sie im Standard unter den Kleinen Rassen. Auch der britische BRC (British Rabbit Council) und die amerikanische ARBA (American Rabbit Breeders Association) erkennen die Havanna als eigenständige Rasse an, wobei in den USA neben der klassischen Schokoladenfarbe auch weitere Farbschläge wie Blau und Schwarz zugelassen sind.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Havanna-Kaninchen besticht durch seinen kompakten, gedrungenen Körperbau. Der Rumpf ist walzenförmig und wirkt kräftig, ohne dabei plump zu erscheinen. Die Hinterpartie ist gut abgerundet, die Rückenlinie verläuft leicht geschwungen. Der Kopf sitzt dicht am Körper, ist kurz und breit mit einer deutlich ausgeprägten Stirnpartie. Die Ohren sind mittellang (idealerweise 9,5–11 cm), fleischig und stehen aufrecht mit schöner Rundung an den Spitzen.

Das Markenzeichen der Rasse ist zweifellos die einzigartige Fellfarbe. Das Deckhaar zeigt ein sattes, warmes Schokoladenbraun mit einem unverkennbaren rötlichen Schimmer, der besonders bei natürlichem Licht zur Geltung kommt. Im Rassestandard wird gefordert, dass die Farbe gleichmäßig über den gesamten Körper verteilt ist und bis zum Haarboden durchreicht. Die Unterfarbe soll ein etwas matteres Blaubraun zeigen. Das Fell selbst ist kurz, dicht anliegend und von ausgezeichnetem Glanz – ein Qualitätsmerkmal, das erfahrene Preisrichter auf Ausstellungen besonders bewerten.

Die Augen der Havanna sind dunkelbraun mit einem leichten rubinroten Durchschein. Die Krallen sollten dunkel pigmentiert sein, was als harmonische Ergänzung zum Gesamterscheinungsbild gilt.

Charakter & Wesen

Havanna-Kaninchen gelten unter Züchtern als ausgesprochen ruhig, ausgeglichen und zutraulich. Sie entwickeln eine enge Bindung zu ihren Bezugspersonen und zeigen häufig ein neugieriges, aber nicht nervöses Verhalten. Diese Gelassenheit macht sie zu idealen Tieren auch für weniger erfahrene Halter.

Im täglichen Umgang erweisen sich Havannas als gutmütig und verspielt, ohne dabei hektisch zu werden. Sie lassen sich gerne streicheln und reagieren auf regelmäßige Zuwendung mit wachsendem Vertrauen. In der Gruppe verhalten sie sich meist friedlich und verträglich, was die Vergesellschaftung mit Artgenossen erleichtert. Einzelhaltung ist – wie bei allen Kaninchenrassen – nicht artgerecht, da Kaninchen ausgeprägte Sozialwesen sind.

Haltung & Pflege

Für die artgerechte Haltung von Havanna-Kaninchen sollte ein Gehege mit mindestens 6 Quadratmetern Grundfläche für zwei Tiere eingeplant werden. Täglicher Auslauf in einem gesicherten Bereich ist unerlässlich, damit die Tiere ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachkommen können. Die Haltung im Außengehege ist ganzjährig möglich, sofern ein witterungsgeschützter, isolierter Rückzugsbereich vorhanden ist.

Die Fellpflege gestaltet sich bei der Havanna unkompliziert. Das kurze, dichte Fell neigt nicht zum Verfilzen und bedarf nur während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst einer regelmäßigen Pflege mit einer weichen Bürste, um lose Haare zu entfernen und die Bildung von Haarballen im Verdauungstrakt zu minimieren. Eine Beschäftigung durch Tunnel, Versteckmöglichkeiten, Knabberhölzer und Buddelkisten fördert das Wohlbefinden und beugt Verhaltensauffälligkeiten vor.

Ernährung

Die Ernährung der Havanna entspricht den allgemeinen Grundsätzen einer artgerechten Kaninchenfütterung. Heu bildet als Raufutter die Basis und sollte rund um die Uhr in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen. Es sichert den kontinuierlichen Zahnabrieb und eine gesunde Verdauung.

Ergänzend werden täglich frisches Grünfutter und Gemüse angeboten: Kräuter wie Petersilie, Dill und Löwenzahn, Blattgemüse wie Chicorée, Endivie und Feldsalat sowie Wurzelgemüse wie Möhren und Fenchel. Obst sollte aufgrund des hohen Zuckergehalts nur in geringen