Holländer-haubenhuhn
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Steckbrief
- Herkunft: Niederlande
- Rassestandard: Anerkannt durch den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) und den Europäischen Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht (EE)
- Gewichtsklasse: Leichte Rasse
- Gewicht Hahn: 2,0 – 2,5 kg
- Gewicht Henne: 1,5 – 2,0 kg
- Legeleistung: ca. 140 – 170 Eier pro Jahr
- Eigewicht: ca. 40 – 50 g, weiße Schale
- Lebenserwartung: 7 – 10 Jahre
- Farbschläge: Weiß-Schwarzhaubig, Schwarz-Weißhaubig, Blau-Weißhaubig, Schwarz, Weiß, weitere seltene Varianten
Herkunft & Geschichte
Das Holländer Haubenhuhn zählt zu den ältesten europäischen Hühnerrassen und blickt auf eine Geschichte zurück, die sich bis ins 15. Jahrhundert nachweisen lässt. Bereits auf niederländischen Gemälden des Goldenen Zeitalters – unter anderem bei Malern wie Jan Steen und Melchior d'Hondecoeter – sind Haubenhühner mit ihrer charakteristischen Kopfhaube deutlich erkennbar abgebildet. Die Abstammung der Rasse wird auf einheimische Landhühner der Niederlande zurückgeführt, die über Jahrhunderte gezielt auf eine üppige Federhaube selektiert wurden.
Ursprünglich handelte es sich um ein verbreitetes Wirtschaftshuhn, das auf Bauernhöfen sowohl zur Eierproduktion als auch als Fleischlieferant gehalten wurde. Mit der Industrialisierung der Geflügelhaltung und dem Aufkommen leistungsstärkerer Hybridrassen verlor das Holländer Haubenhuhn seine wirtschaftliche Bedeutung und wurde zunehmend als Zierhuhn geschätzt. Heute wird es vornehmlich von engagierten Züchtern erhalten, die sich im Zuchtverband und in Sondervereinen für den Fortbestand dieser historisch bedeutsamen Rasse einsetzen. In Deutschland kümmert sich der Sonderverein der Züchter des Holländischen Haubenhuhns gezielt um Zuchtprogramme und die Einhaltung des Rassestandards.
Aussehen & Rassemerkmale
Das auffälligste Merkmal des Holländer Haubenhuhns ist die große, kugelrunde Federhaube, die den gesamten Oberkopf bedeckt. Diese Haube sitzt auf einer knöchernen Schädelerhebung, der sogenannten Protuberanz, und fällt gleichmäßig nach allen Seiten ab, ohne die Sicht des Tieres wesentlich einzuschränken. Beim Hahn ist die Haube etwas lockerer und leicht nach hinten gerichtet, während die Henne eine besonders dichte, kompakt geformte Haube trägt.
Der Körperbau ist mittelgroß, schlank und aufrecht. Der Rumpf wirkt gestreckt, die Brust ist gut gerundet, und der Schwanz wird mittelhoch getragen. Auffällig ist das Fehlen eines Kammes – an dessen Stelle befindet sich die beschriebene Schädelwölbung. Die Kehllappen sind mittellang und rot, die Ohrscheiben weiß. Die Läufe sind unbefiedert und je nach Farbschlag schieferblau bis dunkelgrau.
Der bekannteste und beliebteste Farbschlag ist Weiß-Schwarzhaubig: Das Körpergefieder ist reinweiß, während die Haube tiefschwarze Federn trägt. Dieser kontrastreiche Farbschlag verleiht der Rasse ihr unverwechselbares Erscheinungsbild und ist auf Ausstellungen besonders gefragt. Der Rassestandard legt großen Wert auf die symmetrische Form der Haube, die Reinheit der Farben und die korrekte Körperhaltung.
Charakter & Wesen
Holländer Haubenhühner gelten als lebhaft, neugierig und durchaus temperamentvoll. Sie sind aktive Hühner, die gerne scharren und ihr Umfeld erkunden. Gegenüber ihrem Halter zeigen sie sich bei regelmäßigem Kontakt relativ zutraulich, bleiben aber in der Regel etwas zurückhaltender als ausgesprochene Schoßhühner-Rassen. Als wachsam können die Hähne durchaus bezeichnet werden – sie beobachten ihre Umgebung aufmerksam und warnen die Gruppe bei Gefahr.
Im Sozialverhalten innerhalb der Gruppe sind Holländer Haubenhühner verträglich, sofern ihnen ausreichend Platz zur Verfügung steht. Die Haube kann allerdings dazu führen, dass Artgenossen anderer Rassen an den Federn zupfen, weshalb eine gemeinsame Haltung mit anderen Rassen gut durchdacht sein sollte. Untereinander harmonieren sie am besten in reinrassigen Gruppen.
Haltung & Pflege
Die Haltung von Holländer Haubenhühnern erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit als die durchschnittlicher Legerassen. Zentral ist der Schutz der Federhaube: Bei feuchtem Wetter kann die Haube durchnässen und verkleben, was Hautreizungen und Infektionen begünstigt. Ein überdachter Auslauf oder zumindest trockene Rückzugsmöglichkeiten sind daher unerlässlich. Die Tränken sollten so konzipiert sein, dass die Haubenfedern beim Trinken nicht nass werden – Nippeltränken oder spezielle Haubenhuhntränken sind hier empfehlenswert.
Regelmäßige Federpflege gehört zum Haltungsalltag. Die Haube sollte auf Verschmutzungen, Parasiten und verfilzte Stellen kontrolliert werden. Vor Ausstellungen ist eine gründliche Reinigung und Formung der Haube üblich. Der Auslauf sollte großzügig bemessen sein, da die Tiere ihren Bewegungsdrang gerne ausleben. Gleichzeitig ist eine sichere Einzäunung wichtig, denn die eingeschränkte Sicht durch die Haube macht die Hühner anfälliger für Raubtierangriffe, da sie Greifvögel und andere Feinde später bemerken.
Der Stall sollte trocken, zugluftfrei und gut belüftet sein. Beschäftigung in Form von Sandbädern, erhöhten Sitzstangen und abwechslungsreicher Geländestruktur sorgt für Wohlbefinden und beugt