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Holzbiene

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Tierart – Insekten > Hautflügler

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Xylocopa violacea (Große Holzbiene)
  • Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
  • Familie: Echte Bienen (Apidae)
  • Unterfamilie: Holzbienen (Xylocopinae)
  • Gattung: Xylocopa
  • Lebensraum: Waldränder, Streuobstwiesen, Gärten, sonnige Habitate mit Totholzangebot
  • Größe: 20–28 mm (Körperlänge)
  • Gewicht: ca. 0,5–1,0 g
  • Lebenserwartung: ca. 12–14 Monate (Imaginalstadium)

Aussehen & Merkmale

Die Große Holzbiene ist die größte heimische Wildbienenart in Mitteleuropa und bereits durch ihre schiere Körpergröße unverwechselbar. Der gesamte Körper – Kopf, Thorax und Abdomen – ist dicht schwarz behaart. Im Gegenlicht schimmert die Behaarung je nach Lichteinfall metallisch blauviolett bis schwärzlich-blau, was der Art auch ihren wissenschaftlichen Artnamen violacea eingebracht hat. Die Flügel sind rauchig dunkelbraun getönt und weisen bei bestimmtem Lichteinfall ebenfalls einen bläulichen Schimmer auf.

Das Facettenauge ist groß und dunkel. Die Fühler sind relativ kurz und bei den Männchen leicht nach außen gebogen. Die Mandibeln sind kräftig gebaut und dienen dem Nagen von Nistgängen in Holz. Die Beine tragen eine dichte Sammelbehaarung (Scopa) an den Hinterschienen, die zum Transport von Pollen genutzt wird – im Unterschied zur Honigbiene fehlt ein Körbchen. Weibchen und Männchen lassen sich durch die Körpergröße unterscheiden: Männchen sind etwas kleiner und besitzen keinen Stachel.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Großen Holzbiene erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Sie kommt von Nordafrika über Südeuropa bis nach Mittel- und Osteuropa vor. In Asien reicht das Areal bis nach China und Japan. In Deutschland galt Xylocopa violacea lange als Bewohnerin der wärmebegünstigten Regionen im Südwesten – Oberrheingraben, Rhein-Main-Gebiet, unteres Neckartal. Seit den 1990er-Jahren breitet sich die Art im Zuge der Klimaerwärmung deutlich nach Norden und Osten aus und wird mittlerweile auch in Norddeutschland regelmäßig nachgewiesen.

Als Habitat bevorzugt die Holzbiene sonnenexponierte, strukturreiche Biotope. Typische Lebensräume sind Streuobstwiesen, naturnahe Gärten, Weinbergsbrachen, lichte Waldränder und Parks. Entscheidend für das Vorkommen ist ein ausreichendes Angebot an morschem oder zumindest weichem Totholz zur Nestanlage sowie ein kontinuierliches Blütenangebot vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst.

Neben der Großen Holzbiene kommen in Mitteleuropa zwei weitere Arten der Gattung vor: die Kleine Holzbiene (Xylocopa iris) und die Östliche Holzbiene (Xylocopa valga). Letztere ähnelt X. violacea stark, unterscheidet sich aber durch die Flügelfärbung und die Form der männlichen Fühler.

Ernährung

Holzbienen sind polylektisch, das heißt, sie nutzen Pollen und Nektar eines breiten Spektrums von Blütenpflanzen. Zu den bevorzugten Nahrungsquellen zählen Lippenblütler (Lamiaceae) wie Salbei, Ziest und Taubnessel, Schmetterlingsblütler (Fabaceae) wie Blauregen und Wicken sowie verschiedene Korbblütler (Asteraceae). Im Frühjahr werden häufig Blüten von Obstbäumen besucht. Die kräftigen Mandibeln ermöglichen es der Holzbiene, auch Blüten mit tiefen Kronröhren seitlich aufzubeißen und so an Nektar zu gelangen, ohne die Blüte regulär zu bestäuben – ein Verhalten, das als Nektarraub bezeichnet wird.

Der Transport des Pollens erfolgt trocken in der Scopabehaarung der Hinterbeine. Pollen und Nektar werden als Proviant in den Brutzellen des Nestes eingelagert.

Verhalten & Lebensweise

Holzbienen sind tagaktiv und fliegen bei warmem, sonnigem Wetter. Ihre Flugzeit beginnt oft schon im März und kann bis in den Oktober andauern. Die Tiere sind Solitärbienen – jedes Weibchen baut und versorgt sein Nest eigenständig, ohne die Kooperation eines Staates. Dennoch können mehrere Weibchen in unmittelbarer Nachbarschaft nisten, wenn geeignetes Totholz vorhanden ist, was gelegentlich den Eindruck einer kleinen Kolonie vermittelt.

Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten: Sie patroullieren in der Nähe von Nistplätzen und blühenden Pflanzen, um auf paarungsbereite Weibchen zu treffen. Dabei fliegen sie oft in einem Revier bestimmte Routen ab und vertreiben andere Männchen durch Flugmanöver. Trotz ihres imposanten Erscheinungsbildes sind Holzbienen ausgesprochen friedfertig. Stiche kommen praktisch nur vor, wenn ein Weibchen festgehalten oder eingeklemmt wird.

Die Art überwintert als Imago, häufig in selbst genagten Hohlräumen in Holz, Spalten in Mauerwerk oder anderen geschützten Verstecken. Diese Überwinterungsstrategie unterscheidet die Holzbiene von vielen anderen Solitärbienen, die als Larve oder Puppe überwintern.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet im Frühjahr statt, sobald die überwinterten Imagines aktiv werden. Nach der Begattung sucht das Weibchen geeignetes Nistsubstrat – bevorzugt weiches, sonnenexponiertes Totholz, etwa abgestorbene Äste, alte Balken, Zaunpfähle oder morsches Stammholz von Weiden, Pappeln oder Obstbäumen. Mit ihren kräftigen Mandibeln nagt das Weibchen Gänge von bis zu