Holzwespe
HTierart – Insekten > Hautflügler
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Siricidae (Familie); bekannteste Art: Urocerus gigas (Riesenholzwespe)
- Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
- Unterordnung: Pflanzenwespen (Symphyta)
- Familie: Holzwespen (Siricidae)
- Lebensraum: Nadel- und Mischwälder, Holzlagerplätze, Sägewerke
- Größe: 10–40 mm Körperlänge (Weibchen mit Legebohrer bis 50 mm)
- Gewicht: ca. 0,3–1,5 g je nach Art und Geschlecht
- Lebenserwartung: 2–5 Jahre (Larvalentwicklung), Imagines leben wenige Wochen
Aussehen & Merkmale
Holzwespen gehören zu den größten einheimischen Hautflüglern und fallen durch ihren walzenförmigen, langgestreckten Körperbau auf. Der Chitinpanzer ist je nach Art dunkelblau, schwarz oder gelb-schwarz gezeichnet. Die Riesenholzwespe (Urocerus gigas) trägt eine charakteristische gelb-schwarze Bänderung am Hinterleib; die Beine sind auffällig gelb gefärbt. Die Blaue Fichtenholzwespe (Sirex noctilio) zeigt dagegen eine stahlblaue bis schwarze Grundfärbung mit rötlich getönten Beinen.
Beide Geschlechter besitzen zwei Paar häutige, durchsichtige Flügel. Am Hinterleibsende sitzt bei beiden Geschlechtern ein kurzer, spitz zulaufender Dorn, das sogenannte Kornettpaar. Beim Weibchen kommt ein langer, nadelartiger Legebohrer (Ovipositor) hinzu, der etwa körperlang sein kann und häufig mit einem Giftstachel verwechselt wird. Holzwespen sind jedoch völlig stechunfähig und für den Menschen ungefährlich. Die fadenförmigen Fühler bestehen aus 12 bis 30 Gliedern und sind bei den Männchen oft etwas länger als bei den Weibchen.
Im Gegensatz zu den Taillenwespen (Apocrita) fehlt Holzwespen die typische Wespentaille. Brust- und Hinterleibssegmente gehen breit ineinander über – ein Merkmal, das alle Pflanzenwespen (Symphyta) teilen und sie von echten Wespen, Bienen und Ameisen unterscheidet.
Lebensraum & Verbreitung
Die Familie Siricidae ist nahezu weltweit verbreitet. In Mitteleuropa kommen rund zehn Arten vor. Ihr Habitat sind vorwiegend Nadelwälder mit Fichten, Kiefern, Tannen und Lärchen. Einige Arten besiedeln auch Laubhölzer, etwa die Laubholz-Holzwespe (Xiphydria camelus), die allerdings einer eigenen Familie (Xiphydriidae) zugeordnet wird.
Das Verbreitungsgebiet der Riesenholzwespe erstreckt sich über die gesamte Paläarktis – von Westeuropa bis nach Japan. Die Blaue Fichtenholzwespe wurde durch den internationalen Holzhandel nach Australien, Neuseeland, Südamerika und Südafrika verschleppt, wo sie als invasiver Forstschädling erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht.
Holzwespen bevorzugen frisch gefälltes, geschwächtes oder kürzlich abgestorbenes Holz. In intakten, vitalen Bäumen siedeln sie sich in der Regel nicht an. An Holzlagerplätzen, in Sägewerken und gelegentlich auch in verbautem Holz treten sie auf, wenn Larven bereits vor der Verarbeitung im Stamm vorhanden waren.
Ernährung
Die adulten Holzwespen nehmen keine oder nur sehr geringe Nahrung auf. Ihre Mundwerkzeuge sind zurückgebildet; gelegentlich lecken sie Wasser oder Baumsäfte. Die gesamte Energiereserve für das kurze Imaginalstadium wird während der Larvenphase angelegt.
Die Larven ernähren sich nicht direkt vom Holz, sondern vom Myzel eines symbiotischen Pilzes der Gattung Amylostereum. Dieser Pilz wird vom Weibchen bei der Eiablage in das Holz eingebracht und durchsetzt in der Folge die Holzsubstanz. Die Larven fressen das vom Pilz aufgeschlossene und durchsetzte Holzgewebe. Ohne diesen Pilz wäre eine Entwicklung der Larven nicht möglich, da das unverdaute Holz für sie keinen ausreichenden Nährwert besitzt. Diese obligate Symbiose zwischen Insekt und Pilz ist ein zentraler Aspekt der Biologie aller Siricidae.
Verhalten & Lebensweise
Holzwespen sind tagaktiv. Die Imagines fliegen in Mitteleuropa vorwiegend zwischen Juni und Oktober. Männchen patrouillieren an Holzlagerplätzen und frisch geschlagenen Stämmen, um paarungsbereite Weibchen zu finden. Ein Revierverhalten im engeren Sinne ist nicht bekannt; die Tiere sind Einzelgänger ohne soziale Strukturen.
Der Flug der Holzwespen ist laut brummend, was zusammen mit der Körpergröße und dem auffälligen Legebohrer bei vielen Menschen Angst auslöst. Diese Furcht ist jedoch unbegründet: Holzwespen können weder stechen noch beißen. Der Legebohrer dient ausschließlich der Eiablage.
Gelegentlich schlüpfen Holzwespen aus verbautem Holz in Innenräumen, etwa aus Dachbalken oder Holzverkleidungen. Dort können sie sich jedoch nicht weiter vermehren, da sie frisches, feuchtes Holz mit intaktem Pilzbefall für die Eiablage benötigen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Nach der Paarung bohrt das Weibchen mit seinem kräftigen Legebohrer Löcher in die Rinde und das Splintholz geeigneter Stämme. Dabei deponiert es pro Einstich ein bis mehrere Eier zusammen mit Pilzsporen von Amylostereum und einem Sekret aus speziellen Drüsen, das den Pilzbefall begünstigt. Ein Weibchen kann im Laufe seines kurzen Lebens mehrere Hundert Eier ablegen.
Die Larven sind weißlich, beinlos und zylindrisch ge