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Honigbiene

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Tierart – Insekten > Hautflügler

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Apis mellifera
  • Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
  • Familie: Echte Bienen (Apidae)
  • Gattung: Honigbienen (Apis)
  • Lebensraum: Wiesen, Waldränder, Gärten, Kulturlandschaften; weltweit in gemäßigten bis tropischen Zonen
  • Größe: Arbeiterin 12–15 mm, Drohne 15–17 mm, Königin 18–22 mm
  • Gewicht: Arbeiterin ca. 80–100 mg, Königin ca. 180–300 mg
  • Lebenserwartung: Arbeiterin im Sommer 4–6 Wochen, Winterbienen bis 6 Monate; Königin 3–5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) zeigt den typischen dreigliedrigen Körperbau der Insekten mit Kopf, Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Der Chitinpanzer ist dicht mit feinen, verzweigten Härchen bedeckt, die beim Pollensammeln eine zentrale Rolle spielen. Die Grundfärbung variiert je nach Unterart von dunkelbraun bis gelblich-orange, wobei der Hinterleib charakteristische helle Querstreifen aufweist. Weltweit sind rund 25 anerkannte Unterarten beschrieben, darunter die Dunkle Europäische Biene (Apis mellifera mellifera), die Kärntner Biene (Apis mellifera carnica) und die Italienische Biene (Apis mellifera ligustica).

Am Kopf sitzen zwei Facettenaugen mit jeweils mehreren Tausend Einzelaugen (Ommatidien) sowie drei Punktaugen (Ocellen) auf der Stirn, die vor allem der Wahrnehmung von Lichtintensität dienen. Die geknickten Fühler (Antennen) tragen zahlreiche Sinnesorgane für Geruch, Geschmack und Tastsinn. Der Saugrüssel kann eine Länge von bis zu 7 mm erreichen und ermöglicht das Aufnehmen von Nektar aus tiefen Blütenkelchen. Am Hinterleib der Arbeiterinnen sitzt ein Stechapparat mit Widerhaken, der nach dem Stich in elastischer Haut – etwa bei Säugetieren – mitsamt der Giftblase abreißt, was den Tod der Biene zur Folge hat.

An den Hinterbeinen der Arbeiterinnen befinden sich sogenannte Körbchen (Corbicula): glatte, von steifen Haaren umrahmte Vertiefungen, in denen gesammelter Pollen als feuchte Klumpen transportiert wird. Am Abdomen liegen vier Paar Wachsdrüsen, aus denen die Bienen Wachsplättchen ausschwitzen, den Grundbaustoff für den Wabenbau.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Apis mellifera umfasst Europa, Afrika und den westlichen Teil Asiens. Durch die imkerliche Nutzung wurde die Art inzwischen auf alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis gebracht. Die Honigbiene besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten: offene Kulturlandschaften, Streuobstwiesen, Waldränder, Heidelandschaften und städtische Grünflächen. Entscheidend für ein geeignetes Biotop ist ein ausreichendes Angebot an Blütenpflanzen sowie die Verfügbarkeit von Nistmöglichkeiten – in freier Natur sind das Baumhöhlen, Felsspalten oder andere geschützte Hohlräume. Die heute überwiegend in Imkerei gehaltenen Völker bewohnen vom Menschen bereitgestellte Beuten (Bienenkästen).

Ernährung

Honigbienen ernähren sich ausschließlich pflanzlich. Nektar liefert Kohlenhydrate als Energiequelle, Pollen stellt die wesentliche Eiweiß-, Fett- und Mineralstoffquelle dar. Eine einzelne Arbeiterin besucht auf einem Sammelflug 50 bis 1.000 Blüten und legt dabei Strecken von bis zu mehreren Kilometern zurück. Im Stock wird der Nektar durch Enzyme im Honigmagen aufgespalten, mehrfach zwischen Bienen weitergereicht, in Wabenzellen eingelagert und durch Fächeln mit den Flügeln auf einen Wassergehalt unter 20 % eingedickt – das Endprodukt ist Honig. Ein einzelnes Volk kann pro Jahr 20 bis 30 kg Honig als Wintervorrat einlagern, starke Völker in guten Trachtjahren deutlich mehr. Zusätzlich sammeln Bienen Propolis, ein harziges Kittharz von Knospen und Baumrinden, das antibakteriell wirkt und zur Abdichtung und Desinfektion des Stockinneren dient.

Verhalten & Lebensweise

Die Honigbiene ist ein tagaktives, staatenbildendes Insekt. Ein Volk umfasst im Sommer 40.000 bis 80.000 Individuen, die sich in drei Kasten gliedern: eine Königin (Weisel), mehrere Hundert Drohnen (männliche Bienen) und die große Masse der Arbeiterinnen. Die Arbeitsteilung folgt einem altersabhängigen Schema (Polyethismus): Junge Arbeiterinnen pflegen zunächst die Brut und bauen Waben, ältere übernehmen Wach- und Sammeldienste.

Ein herausragendes Kommunikationsmittel ist der sogenannte Schwänzeltanz, den der österreichische Verhaltensforscher Karl von Frisch erstmals entschlüsselte. Durch Richtung, Dauer und Intensität der Tanzbewegungen teilt eine Sammlerin den Stockgenossinnen Entfernung und Richtung einer Nahrungsquelle relativ zum Sonnenstand mit. Ergänzend spielen chemische Signale eine zentrale Rolle: Die Königin produziert Pheromone, die den Zusammenhalt des Volkes sichern, die Eierstockentwicklung der Arbeiterinnen unterdrücken und das Schwarmverhalten steuern.

Im Winter bildet das Volk eine dicht gepackte Traube um die Königin, in der durch Muskelzittern der Arbeiterinnen Temperaturen von etwa 35 °C im Kern gehalten werden. Dabei wird auf die im Sommer angelegten Honigvorräte zurückgegriffen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Königin ist das einzige voll fortpflanzungsfähige Weibchen im Volk. Wenige Tage nach