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Hornrabe

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Bucorvus (Gattung); zwei Arten: Südlicher Hornrabe (Bucorvus leadbeateri) und Nördlicher Hornrabe (Bucorvus abyssinicus)
  • Ordnung: Hornvögel (Bucerotiformes)
  • Familie: Hornraben (Bucorvidae)
  • Lebensraum: Offene Savannen, Grasland, lichte Waldgebiete in Afrika südlich der Sahara
  • Größe: 90–130 cm Körperlänge
  • Gewicht: 2,2–6,2 kg (Männchen schwerer als Weibchen)
  • Lebenserwartung: 40–50 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 70 Jahre

Aussehen & Merkmale

Hornraben sind die größten Vertreter der Ordnung der Hornvögel und gehören zu den imposantesten Vögeln Afrikas. Ihr Gefieder ist überwiegend schwarz mit einem seidigen Glanz. Auffällig sind die leuchtend roten bis orangeroten, unbefiederten Hautpartien an Kehle und Gesicht. Beim Südlichen Hornraben zeigt das Weibchen einen violettblauen Kehlfleck, während beim Nördlichen Hornraben beide Geschlechter einen blauen Augenring besitzen.

Auf dem Oberschnabel sitzt ein markanter Hornaufsatz, der sogenannte Kasque. Dieser ist beim Nördlichen Hornraben deutlich größer und zylindrisch geformt, beim Südlichen Hornraben dagegen flacher und weniger ausgeprägt. Der Schnabel selbst ist kräftig, lang und leicht nach unten gebogen – ein vielseitiges Werkzeug für die Nahrungssuche. Die Beine sind im Vergleich zu anderen Hornvögeln verlängert, was den Hornraben eine aufrechte, schreitende Fortbewegung am Boden erlaubt. Die Augen sind von langen, steifen Wimpern umgeben, die möglicherweise als Sonnenschutz dienen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Hornraben erstreckt sich über weite Teile Afrikas südlich der Sahara. Der Nördliche Hornrabe (Bucorvus abyssinicus) bewohnt die Savannenzone vom Senegal über den Sahel bis nach Äthiopien und Kenia. Der Südliche Hornrabe (Bucorvus leadbeateri) kommt von Kenia und dem Kongo südwärts bis nach Südafrika vor.

Als Habitat bevorzugen beide Arten offene und halboffene Landschaften: Gras- und Buschsavannen, lichte Trockenwälder sowie Waldrandgebiete. Dichte Regenwälder meiden sie. Sie benötigen in ihrem Biotop große, alte Bäume mit geeigneten Bruthöhlen sowie ausreichend freie Bodenflächen für die Nahrungssuche. Territorien einzelner Gruppen können je nach Nahrungsangebot zwischen 10 und 100 Quadratkilometer umfassen.

Ernährung

Hornraben sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf tierischer Kost. Sie durchstreifen ihr Revier überwiegend zu Fuß und suchen am Boden nach Insekten, Spinnen, Skorpionen, Schnecken, kleinen Wirbeltieren wie Eidechsen, Schlangen, Fröschen und Nagern sowie gelegentlich nach Schildkröten. Auch Eier und Küken bodenbrütender Vögel gehören zum Nahrungsspektrum.

Bei der Jagd arbeiten die Gruppenmitglieder oft koordiniert zusammen. Sie schreiten in loser Formation durch Gras und Gebüsch, scheuchen Beutetiere auf und ergreifen sie mit dem kräftigen Schnabel. Gelegentlich folgen Hornraben Buschfeuern, um vor den Flammen flüchtende Tiere zu erbeuten. Pflanzliche Nahrung wie Früchte und Samen spielt eine untergeordnete Rolle, wird aber saisonal ergänzend aufgenommen.

Verhalten & Lebensweise

Hornraben sind tagaktive Vögel, die den Großteil ihres Tages am Boden verbringen. Sie leben in stabilen Familiengruppen von zwei bis elf Individuen, bestehend aus einem dominanten Brutpaar und mehreren Helfern – meist Nachkommen früherer Bruten. Die Gruppe verteidigt ihr Revier gemeinsam gegen Artgenossen. Die Reviermarkierung erfolgt durch laute, weithin hörbare Rufe: tiefe, dröhnende Laute, die an ein dumpfes Brummen erinnern und über mehrere Kilometer tragen.

Trotz ihrer Größe sind Hornraben flugfähig, bevorzugen aber die Fortbewegung zu Fuß. Im Flug wirken sie mit ihren breiten, gerundeten Schwingen und dem langen Schwanz etwas schwerfällig. Zum Schlafen ziehen sich die Gruppen in Baumkronen zurück.

Die Balz des Südlichen Hornraben umfasst auffällige Rituale: Das Männchen präsentiert dem Weibchen Futtergaben, breitet die Flügel aus und bläst den Kehlsack auf. Beide Partner festigen die Paarbindung durch gegenseitige Gefiederpflege.

Fortpflanzung & Aufzucht

Hornraben brüten in großen Baumhöhlen, bevorzugt in alten Baobabs oder anderen Bäumen mit weiten Stammhöhlen. Anders als viele andere Hornvögel mauert das Weibchen des Hornraben den Höhleneingang nicht vollständig zu. Es verbleibt dennoch während der Brut und der ersten Aufzuchtphase weitgehend in der Höhle und wird vom Männchen und den Helfern mit Nahrung versorgt.

Das Gelege besteht aus ein bis drei Eiern, die im Abstand von mehreren Tagen gelegt werden. Die Brutdauer beträgt rund 40–45 Tage. In der Regel überlebt nur das zuerst geschlüpfte Küken, da die jüngeren Geschwister im Nahrungswettbewerb unterliegen und innerhalb weniger Tage verhungern. Dieser Mechanismus wird als obligater Kainismus bezeichnet.

Das überlebende Junge bleibt bis zu einem Jahr von der Gruppe abhängig und wird von allen Mitgliedern gefüttert und beschützt. Die Geschlechtsreife tritt erst mit vier bis sechs Jahren ein. Die sehr langsame Reproduktionsrate – ein Brutpaar zieht durchschnittlich nur alle neun Jahre einen Jungvogel bis zur Selbstständ