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Hummel

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Tierart – Insekten > Hautflügler

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Bombus (Gattung mit über 250 Arten weltweit)
  • Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
  • Familie: Echte Bienen (Apidae)
  • Unterfamilie: Apinae
  • Lebensraum: Wiesen, Waldränder, Gärten, alpine Matten, Heiden – überwiegend gemäßigte und kühle Klimazonen
  • Größe: Arbeiterinnen 11–17 mm, Königinnen 15–23 mm (artabhängig)
  • Gewicht: Arbeiterinnen ca. 0,04–0,07 g, Königinnen bis 0,85 g
  • Lebenserwartung: Arbeiterinnen wenige Wochen; Königinnen ca. 12 Monate

Aussehen & Merkmale

Hummeln gehören zu den kräftigsten und auffälligsten Vertretern der Bienen. Ihr gedrungener, rundlicher Körper ist dicht mit langen, samtig wirkenden Haaren (Setae) bedeckt. Diese Behaarung dient nicht nur der Thermoregulation, sondern auch dem Pollentransport. Die Färbung variiert je nach Art erheblich: Typisch sind Kombinationen aus Schwarz, Gelb, Orange, Weiß und seltener Rot. So trägt die Erdhummel (Bombus terrestris) gelbe Querbinden auf Thorax und Abdomen sowie eine weiße Hinterleibsspitze, während die Steinhummel (Bombus lapidarius) einen fast vollständig schwarzen Körper mit leuchtend rotem Hinterleibsende aufweist.

Wie alle Hautflügler besitzen Hummeln zwei Paar häutige Flügel, wobei Vorder- und Hinterflügel im Flug durch winzige Häkchen (Hamuli) miteinander gekoppelt werden. Die Mundwerkzeuge bestehen aus kräftigen Mandibeln und einem langen Saugrüssel, dessen Länge artspezifisch zwischen 7 und 21 mm liegt. An den Hinterbeinen der Weibchen (Königinnen und Arbeiterinnen) befinden sich sogenannte Körbchen (Corbiculae) – glatte, von langen Haaren eingefasste Vertiefungen, in denen gesammelter Pollen transportiert wird. Männchen (Drohnen) besitzen keinen Stachel; Arbeiterinnen und Königinnen verfügen über einen glatten Wehrstachel, der – anders als bei der Honigbiene – nach dem Stich nicht in der Haut steckenbleibt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Bombus erstreckt sich über weite Teile der Nordhalbkugel. Hummeln besiedeln Europa, Asien, Nordamerika und Teile Südamerikas. In Mitteleuropa kommen rund 40 Arten vor, darunter die häufige Erdhummel, die Ackerhummel (Bombus pascuorum), die Gartenhummel (Bombus hortorum) und die Wiesenhummel (Bombus pratorum).

Ihr bevorzugtes Habitat umfasst blütenreiche Wiesen, Streuobstwiesen, Waldlichtungen, Heiden, Gärten und Parkanlagen. Einige Arten wie die Mooshummel (Bombus muscorum) sind auf bestimmte Biotope wie extensiv genutzte Feuchtwiesen angewiesen. Andere Vertreter dringen bis in Höhenlagen von über 4.000 Metern vor. Die Alphummel (Bombus alpinus) zählt zu den am höchsten vorkommenden staatenbildenden Insekten Europas. Generell sind Hummeln an kühle Klimabedingungen besser angepasst als die meisten anderen Bienen – ein Vorteil, der sich aus ihrer Fähigkeit zur aktiven Wärmeproduktion ergibt.

Ernährung

Hummeln ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen. Der Nektar liefert Kohlenhydrate als Energiequelle, während der proteinreiche Pollen vor allem für die Aufzucht der Larven benötigt wird. Durch ihren teils sehr langen Rüssel können bestimmte Arten Blüten nutzen, die für kurzrüsselige Bienen unzugänglich sind – etwa Rotklee (Trifolium pratense), Fingerhut (Digitalis) oder Eisenhut (Aconitum). Kurzrüsselige Arten wie die Erdhummel beißen gelegentlich seitlich Löcher in Blütenkronen, um an den Nektar zu gelangen – ein Verhalten, das als Nektarraub bezeichnet wird.

Ein Hummelvolk benötigt während seiner Existenz von wenigen Monaten Zugang zu einem durchgehenden Blütenangebot vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst. Nahrungsengpässe in bestimmten Wochen können zum Zusammenbruch ganzer Kolonien führen.

Verhalten & Lebensweise

Hummeln leben in einjährigen Staaten, die im Vergleich zu Honigbienenvölkern klein sind. Ein Volk umfasst je nach Art zwischen 50 und 600 Individuen. Die Nester werden je nach Art oberirdisch in dichter Vegetation, in verlassenen Mäusenestern, in Hohlräumen von Trockenmauern oder in Vogelnistkästen angelegt.

Anders als viele andere Insekten sind Hummeln nicht streng tagaktiv. Sie fliegen bereits bei Temperaturen um 6 °C und sind gelegentlich in der Dämmerung unterwegs. Diese Kältetoleranz erreichen sie durch Vibration der Flugmuskulatur, wodurch sie ihre Körpertemperatur auf 30–37 °C anheben können – ein Vorgang, der als endotherme Thermoregulation bezeichnet wird. Während der Nahrungssuche legen Arbeiterinnen Flugstrecken von bis zu 1,5 Kilometern zurück, wobei einzelne Arten auch größere Distanzen überwinden.

Hummeln zeigen kein aggressives Revierverhalten gegenüber Menschen. Sie stechen nur bei direkter Bedrohung, etwa wenn sie gequetscht werden. Ein Hummelstich ist schmerzhaft, aber für nicht-allergische Personen in der Regel harmlos.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Lebenszyklus eines Hummelvolkes beginnt im Frühjahr, wenn eine begattete Jungkönigin aus der Winterruhe erwacht. Sie sucht einen geeigneten Nistplatz, sammelt Pollen und Nektar und legt die ersten Eier in kleine