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Italiener

I

Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Italien (Toskana, Lombardei)
  • Rassestandard: BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), Europäischer Rassegeflügelstandard
  • Gewichtsklasse: Leichtes Huhn (Legetyp)
  • Gewicht Hahn: 2,2 – 3,0 kg
  • Gewicht Henne: 1,8 – 2,5 kg
  • Legeleistung: ca. 180 – 220 Eier pro Jahr
  • Eigewicht: ca. 55 – 60 g, weiße Schale
  • Lebenserwartung: 5 – 8 Jahre
  • Farbschläge: Rebhuhnfarbig, weiß, schwarz, blau, gesperbert, goldfarbig, silberfarbig, kennfarbig u. a.
  • Besonderheiten: Einfachkamm, weiße Ohrscheiben, gelbe Läufe, lebhafter Charakter

Herkunft & Geschichte

Die Italiener gehören zu den ältesten und bekanntesten Hühnerrassen Europas. Ihre Abstammung geht auf die Landhühner Norditaliens zurück, die bereits zur Zeit der Römer gehalten wurden und als ausgezeichnete Legehühner galten. Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Landschläge gezielt selektiert, wobei die Legeleistung und das lebhafte Temperament stets im Vordergrund standen.

Im 19. Jahrhundert gelangten italienische Hühner in großer Zahl nach England, Deutschland und in die Vereinigten Staaten, wo sie unter dem Namen „Leghorn" weiterentwickelt wurden. In Deutschland unterscheidet man jedoch klar zwischen dem Italiener und dem Leghorn: Während das Leghorn als amerikanische Weiterzucht gilt, bewahrt der Italiener die ursprünglichere europäische Linie. Maßgeblich für die Standardisierung war der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG), der die Rasse seit dem späten 19. Jahrhundert im Rassestandard führt. Bis heute ist der Italiener in zahlreichen Zuchtverbänden Europas anerkannt und gehört zu den am häufigsten ausgestellten Hühnerrassen auf Geflügelschauen.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Italiener ist ein elegantes, mittelgroßes Huhn mit einem gestreckten, walzenförmigen Körperbau, der den klassischen Legetyp verkörpert. Die Körperhaltung ist aufrecht und lebendig. Der Rücken verläuft leicht abfallend zur Schwanzpartie, die beim Hahn von langen, gut gebogenen Sicheln geziert wird.

Auffälligstes Rassemerkmal ist der große, aufrecht stehende Einfachkamm mit fünf bis sechs gleichmäßigen Zacken. Beim Hahn steht der Kamm aufrecht, bei der Henne darf er ab der zweiten Zacke seitlich umfallen. Die Kehllappen sind lang und gut gerundet, die Ohrscheiben reinweiß – ein entscheidendes Merkmal im Rassestandard. Rote oder gelbliche Verfärbungen der Ohrscheiben gelten als Zuchtfehler.

Die Augen sind orangerot, der Schnabel hornfarbig bis gelb. Die Läufe sind unbefiedert und leuchtend gelb, was den Italiener von vielen anderen europäischen Rassen unterscheidet. Das Gefieder liegt straff am Körper an und besitzt je nach Farbschlag einen intensiven Glanz. Besonders verbreitet ist der rebhuhnfarbige Farbschlag, daneben sind weiß, schwarz, blau, goldfarbig, silberfarbig, gestreift und kennfarbig anerkannt. Beim kennfarbigen Schlag lassen sich Hahn- und Hennenküken bereits am ersten Lebenstag anhand der Daunenfarbe unterscheiden – ein praktischer Vorteil für die Zucht.

Charakter & Wesen

Italiener sind ausgesprochen lebhafte, aktive und neugierige Hühner. Sie gelten als temperamentvoll, dabei aber keineswegs aggressiv. Im Gegenteil – bei regelmäßigem Kontakt zum Menschen werden sie durchaus zutraulich, auch wenn sie nie die Ruhe und Gelassenheit schwerer Rassen wie Orpington oder Brahma erreichen.

Ihr Wesen ist wachsam und aufmerksam. Hähne melden Veränderungen in der Umgebung zuverlässig durch Krähen, ohne dabei übermäßig laut zu sein. Hennen sind untereinander meist verträglich, die Rangordnung wird in der Regel schnell und ohne heftige Auseinandersetzungen geklärt. Der ausgeprägte Bewegungsdrang macht die Italiener zu ausgezeichneten Futtersuchern, die bei entsprechendem Auslauf einen beträchtlichen Teil ihrer Nahrung selbst finden.

Der Bruttrieb ist bei den meisten Linien weitgehend weggezüchtet, was die Legeleistung konstant hält, aber die Naturbrut erschwert. Wer Küken nachziehen möchte, sollte daher eine Kunstbrut oder eine brutfreudige Ammenrasse einplanen.

Haltung & Pflege

Italiener sind robust und anpassungsfähig, stellen aber klare Anforderungen an ihren Lebensraum. Aufgrund ihres hohen Bewegungsdrangs ist Freilandhaltung mit großzügigem Auslauf die ideale Haltungsform. Ein Auslauf von mindestens 10 Quadratmetern pro Tier ist empfehlenswert. Wer weniger Platz bieten kann, sollte zumindest für abwechslungsreiche Beschäftigung sorgen – Sträucher zum Verstecken, Sandbädemöglichkeiten und erhöhte Sitzgelegenheiten halten die Tiere ausgeglichen.

Italiener sind gute Flieger. Eine Einzäunung sollte daher mindestens 1,50 Meter hoch sein, bei besonders flugfreudigen Tieren auch höher. Der Stall muss trocken, zugfrei und gut belüftet sein. Besondere Aufmerksamkeit verdient der große Kamm, der in strengen Wintern zu Erfrierungen neigen kann. Das Einreiben mit Vaseline oder Melkfett an besonders kalten Tagen ist eine bewährte Vorsorgemaßnahme.

Die Gefiederpflege übernehmen die Tiere weitgehend selbst, sofern ein trockenes Sandbad zur Verfügung steht. Ein regelmäßiger Parasitencheck auf Milben und Federlinge sollte dennoch fester Bestandteil der Pflege