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Kagu

K

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Rhynochetos jubatus
  • Ordnung: Eurypygiformes
  • Familie: Rhynochetidae (Kagus)
  • Gattung: Rhynochetos
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Bergwälder Neukaledoniens
  • Größe: 55–60 cm Körperlänge
  • Gewicht: 700–1.100 g
  • Lebenserwartung: Bis zu 30 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn etwa 15–20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Kagu ist ein mittelgroßer, nahezu flugunfähiger Vogel mit einem auffällig hellen, blaugrauen Gefieder. Die Federn wirken seidig und sind am gesamten Körper relativ lang und locker angeordnet. Sein hervorstechendstes Merkmal ist eine lange, buschige Federhaube am Hinterkopf, die bei Erregung, Balz oder Bedrohung aufgerichtet wird und dann wie ein auffälliger Fächer abstehen kann. Im aufgefalteten Zustand zeigt die Haube ein kontrastreiches Muster aus schwarzen und weißen Bändern.

Die Beine sind vergleichsweise lang und kräftig, leuchtend orange bis rötlich gefärbt und an ein Leben am Waldboden angepasst. Der Schnabel ist ebenfalls orangerot und mittellang, leicht nach unten gebogen – ein geeignetes Werkzeug zum Durchstöbern der Laubstreu. Die Augen sind groß und dunkelbraun, was auf eine gute Sehfähigkeit bei schwachen Lichtverhältnissen hindeutet. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum; lediglich das Bänderungsmuster auf den Flügeldecken zeigt bei genauer Betrachtung geringe Unterschiede.

Eine anatomische Besonderheit des Kagus betrifft seine Nasenlöcher: Als einziger Vogel weltweit besitzt er sogenannte Nasenklappen – kleine Hautwülste, die die Nasenlöcher bedecken. Man vermutet, dass diese verhindern, dass beim Stochern in feuchter Erde und Laub Partikel in die Atemwege gelangen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Kagus beschränkt sich ausschließlich auf Neukaledonien, eine Inselgruppe im südwestlichen Pazifik, die politisch zu Frankreich gehört. Der Kagu ist damit ein Endemit im engsten Sinne – er kommt nirgendwo sonst auf der Erde vor. Sein bevorzugtes Habitat sind dichte, feuchte Bergwälder in Höhenlagen zwischen 200 und 1.400 Metern über dem Meeresspiegel. Besonders häufig besiedelt er Wälder mit einer dicken Laubstreuschicht, da diese seinen Nahrungserwerb begünstigt.

Historisch bewohnte der Kagu auch Tieflandwälder und trockenere Waldbiotope, wurde dort aber durch Habitatverlust und eingeführte Raubtiere weitgehend verdrängt. Heute konzentrieren sich die verbliebenen Populationen vor allem auf den Parc Provincial de la Rivière Bleue im Süden der Hauptinsel Grande Terre sowie auf einige weitere geschützte Waldgebiete.

Ernährung

Der Kagu ernährt sich überwiegend von Wirbellosen. Zu seinem Nahrungsspektrum gehören Regenwürmer, Schnecken, Tausendfüßer, Käfer, Spinnen und Larven verschiedener Insektenarten. Gelegentlich nimmt er auch kleine Eidechsen oder Frösche zu sich. Die Nahrungssuche findet vorwiegend am Waldboden statt: Der Kagu schreitet langsam und bedächtig über den Boden, wendet mit dem Schnabel Laub und lockere Erde und stößt dann gezielt zu, wenn er eine Beute entdeckt. Seine großen Augen und vermutlich auch ein guter Gehörsinn helfen ihm, Beutetiere unter der Laubschicht zu orten.

Verhalten & Lebensweise

Der Kagu ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigt aber je nach Gebiet und Jahreszeit auch tagsüber Aktivität. Er lebt paarweise oder in kleinen Familiengruppen und verteidigt ein festes Revier, das zwischen 10 und 30 Hektar umfassen kann. Die Reviergrenzen werden durch laute, durchdringende Rufe markiert, die in den frühen Morgenstunden und am Abend weithin hörbar sind. Der Ruf des Kagus erinnert an ein lang gezogenes Bellen oder Heulen und dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Kommunikation zwischen Partnern.

Obwohl der Kagu Flügel besitzt, ist er nahezu flugunfähig. Die Flügel werden hauptsächlich bei der Balz, zur Ablenkung von Fressfeinden und beim Herunterlaufen steiler Hänge eingesetzt, wobei der Vogel sie als Gleitflächen nutzt. Am Boden bewegt er sich dagegen schnell und wendig. Bei Gefahr kann er in rascher Folge kurze Sprints einlegen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit des Kagus erstreckt sich von Juni bis Dezember, wobei der Höhepunkt in den Monaten August und September liegt. Die Balz ist ein auffälliges Schauspiel: Beide Partner stehen sich gegenüber, richten ihre Federhauben auf, breiten die Flügel aus und präsentieren dabei das schwarz-weiße Streifenmuster der Schwungfedern. Begleitet wird dieses Ritual von lautem, synchronem Rufen.

Das Nest ist eine einfache, flache Mulde am Boden, oft neben einem Baumstamm oder unter dichtem Gebüsch. Das Weibchen legt ein einzelnes Ei, das graubraun gesprenkelt ist und etwa 60–65 Gramm wiegt. Beide Elternteile brüten abwechselnd; die Brutzeit beträgt rund 33–37 Tage. Das Küken ist ein Nestflüchter und kann bereits kurz nach dem Schlupf umherlaufen, bleibt aber über Monate von den Eltern abhängig. Beide Altvögel beteiligen sich an der Fütterung und Verteidigung des Jungvogels. Jungvögel aus dem Vorjahr helfen gelegentlich bei der Aufzucht der neuen Brut – ein Verhalten, das als kooperatives Brüten bekannt ist.

Bedrohung & Schutzstatus

Der Kagu wurde von der IUCN lange als stark gefähr