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Kaisergranat

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Tierart – Wirbellose > Krebstiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Nephrops norvegicus
  • Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
  • Familie: Hummerartige (Nephropidae)
  • Gattung: Nephrops (monotypisch)
  • Lebensraum: Weichböden des Nordostatlantiks und des Mittelmeers, in Tiefen von 20 bis 800 Metern
  • Größe: Gesamtlänge bis 25 cm (Carapaxlänge bis etwa 7 cm)
  • Gewicht: Bis etwa 200 g, durchschnittlich 40–100 g
  • Lebenserwartung: Etwa 10–15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Kaisergranat ist ein schlanker, langgestreckter Krebs, der auf den ersten Blick an einen kleinen Hummer erinnert. Sein Körper gliedert sich in den vorderen Cephalothorax (Kopfbrust), der von einem festen Carapax aus Chitin bedeckt ist, und das segmentierte Abdomen (Pleon), das in einen fächerförmigen Schwanz (Telson) ausläuft. Die Grundfarbe des Exoskeletts variiert von blassem Orange über Lachsrosa bis hin zu Rötlichorange. Im Gegensatz zum Europäischen Hummer (Homarus gammarus) behält der Kaisergranat diese helle Färbung auch im lebenden Zustand und wird beim Kochen nur geringfügig intensiver.

Auffälligstes Merkmal sind die langen, schlanken Scheren (Chelae), die im Vergleich zum gedrungenen Hummer deutlich graziler gebaut sind. Sie tragen feine Längsrillen und Dornenreihen auf der Oberfläche. Die Facettenaugen sind nierenförmig, groß und dunkel pigmentiert – eine Anpassung an die lichtarmen Verhältnisse am Meeresboden. Zwei Paar langer Antennen dienen der taktilen und chemischen Orientierung. Männchen werden in der Regel größer als Weibchen und besitzen proportional längere Scheren.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Nephrops norvegicus erstreckt sich über den gesamten Nordostatlantik – von Island und Norwegen im Norden bis zur Küste Marokkos und in das gesamte Mittelmeer. Östlich reicht das Vorkommen bis in die westliche Adria und die Ägäis. An der nordamerikanischen Atlantikküste fehlt die Art vollständig; dort wird die ökologische Nische von anderen Nephropidae besetzt.

Als Habitat bevorzugt der Kaisergranat schlammige und feinsandige Weichböden, in die er seine Wohnröhren gräbt. Diese Sedimentstruktur ist entscheidend: In Gebieten mit felsigem oder grobem Untergrund kommt die Art nicht vor. Die besiedelten Tiefen liegen überwiegend zwischen 40 und 400 Metern, wobei im Mittelmeer auch Populationen bis 800 Meter Tiefe dokumentiert sind. Besonders dichte Bestände finden sich im Porcupine-Becken westlich von Irland, vor der schottischen Westküste, in der Nordsee sowie im westlichen Mittelmeer vor den Balearen.

Ernährung

Der Kaisergranat ist ein opportunistischer Allesfresser mit überwiegend räuberischer Ernährungsweise. Sein Nahrungsspektrum umfasst vor allem Polychaeten (Vielborster), kleine Muscheln, Schnecken, Schlangensterne und andere Bodenwirbellose. Daneben werden auch Aas sowie organische Partikel aus dem Sediment aufgenommen. Die schlanken Scheren eignen sich gut zum Greifen kleiner, weicher Beutetiere, weniger jedoch zum Aufbrechen hartschaliger Organismen. Die Nahrungssuche erfolgt vorwiegend in unmittelbarer Umgebung der Wohnröhre, wobei der Krebs das Sediment mit den Mundwerkzeugen (Maxillipeden) durcharbeitet.

Verhalten & Lebensweise

Der Kaisergranat lebt solitär in selbst gegrabenen Wohnröhren im weichen Meeresboden. Diese Bauten besitzen in der Regel zwei oder mehr Eingänge und können eine Länge von bis zu 30 cm erreichen. Die Tiere verteidigen ihre Röhren gegenüber Artgenossen und zeigen dabei ein ausgeprägtes Territorialverhalten, bei dem die Scheren drohend erhoben werden.

Die Art ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbleibt der Krebs in seiner Röhre, nachts verlässt er den Bau zur Nahrungssuche. Unterwasserkameras auf Schleppnetzgründen haben gezeigt, dass die Aktivitätsmuster je nach Tiefe variieren: In flacheren Gewässern (unter 100 m) zeigen die Tiere einen klaren Tag-Nacht-Rhythmus, während in größerer Tiefe die Aktivitätsphasen weniger streng an den Lichtzyklus gebunden sind.

Wie alle Krebstiere wächst der Kaisergranat durch periodische Häutungen (Ecdysis). Nach dem Abstreifen des alten Exoskeletts ist das neue zunächst weich, und das Tier bleibt in dieser verwundbaren Phase einige Tage in seiner Röhre verborgen. Die Häutungsfrequenz nimmt mit dem Alter ab – Jungtiere häuten sich mehrmals pro Jahr, ausgewachsene Individuen oft nur noch einmal jährlich.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet überwiegend im Spätsommer und Herbst statt. Das Männchen sucht das Weibchen in dessen Röhre auf. Die Kopulation erfolgt kurz nach der Häutung des Weibchens, wenn dessen Panzer noch weich ist. Das Männchen heftet eine Spermatophore an die Unterseite des weiblichen Thorax.

Das Weibchen trägt zwischen 1.000 und 5.000 Eier an den Pleopoden (Schwimmbeinen) des Abdomens. Die Eier werden mit dem gespeicherten Sperma befruchtet und über einen Zeitraum von acht bis neun Monaten getragen – eine für Decapoda vergleichsweise lange Brutpflege. Während dieser Phase verlässt das eiertragende Weibchen seine Röhre kaum und ist entsprechend selten in Schleppnetzfängen vertreten.

Die schlüpfenden Larven durchlaufen mehrere planktonische Stadien (Zoëa und Megalopa), bevor sie nach etwa 40 bis 60 Tagen zum Bodenleben ü