Katzenhai
KTierart – Fische > Knorpelfische – Haie & Rochen
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Scyliorhinus canicula (Kleingefleckter Katzenhai)
- Ordnung: Grundhaie (Carcharhiniformes)
- Familie: Katzenhaie (Scyliorhinidae)
- Gattung: Scyliorhinus
- Lebensraum: Küstennahe Meeresgebiete, Kontinentalschelf, sandige und felsige Böden
- Größe: 60–100 cm (je nach Art bis 170 cm)
- Gewicht: 1–3 kg (Kleingefleckter Katzenhai), größere Arten bis ca. 15 kg
- Lebenserwartung: 12–20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Katzenhaie gehören zu den Knorpelfischen (Chondrichthyes) und weisen den typischen, schlanken Körperbau bodenlebender Haie auf. Der Körper ist langgestreckt, seitlich leicht abgeflacht und mit einer rauen Haut bedeckt, die aus winzigen Placoidschuppen – auch Hautzähnchen genannt – besteht. Diese Schuppen verleihen der Oberfläche eine sandpapierartige Textur und sind ein gemeinsames Merkmal aller Haie und Rochen.
Der Kopf ist breit und abgeflacht, die Schnauze kurz und abgerundet. Auffällig sind die großen, ovalen Augen mit schlitzförmiger Pupille, die an Katzenaugen erinnern und der gesamten Familie ihren deutschen Namen geben. Hinter den Augen befinden sich deutlich sichtbare Spritzlöcher (Spiraculae), die der Atemwasserversorgung dienen, wenn das Tier am Boden ruht.
Der Kleingefleckte Katzenhai (Scyliorhinus canicula) zeigt eine sandbraune bis gelblich-graue Grundfärbung mit zahlreichen kleinen, dunklen Flecken, die über den gesamten Rücken und die Flanken verteilt sind. Der eng verwandte Großgefleckte Katzenhai (Scyliorhinus stellaris) ist kräftiger gebaut, wird bis zu 170 cm lang und trägt deutlich größere, weniger zahlreiche Flecken. Beide Arten besitzen zwei relativ weit hinten sitzende Rückenflossen, eine Afterflosse sowie eine heterocerke Schwanzflosse, bei der der obere Lobus etwas länger ist als der untere.
Lebensraum & Verbreitung
Die Familie der Katzenhaie (Scyliorhinidae) umfasst weltweit über 160 Arten und ist damit die artenreichste Haifamilie überhaupt. In europäischen Gewässern sind vor allem der Kleingefleckte und der Großgefleckte Katzenhai verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom nordöstlichen Atlantik – von Norwegen bis Senegal – über das gesamte Mittelmeer bis in Teile des westlichen Schwarzen Meeres.
Das bevorzugte Habitat liegt auf dem Kontinentalschelf in Tiefen zwischen 1 und 400 Metern, wobei die meisten Individuen in Bereichen von 10 bis 100 Metern Tiefe angetroffen werden. Katzenhaie besiedeln verschiedene Bodentypen: sandige und schlammige Substrate, Seegraswiesen, Felsriffe und Algenwälder. Der Großgefleckte Katzenhai bevorzugt tendenziell felsigere Biotope, während der Kleingefleckte Katzenhai auch über offenen Sandböden häufig anzutreffen ist.
Ernährung
Katzenhaie sind opportunistische Raubtiere, die sich überwiegend von bodenlebenden Wirbellosen und kleinen Fischen ernähren. Zum Nahrungsspektrum gehören Garnelen, Krebse, Einsiedlerkrebse, Muscheln, Schnecken, Polychaeten (Vielborster) und kleine Knochenfische wie Grundeln und Sandaale. Die Beute wird mithilfe des ausgeprägten Geruchssinns sowie der Lorenzinischen Ampullen – spezialisierten Elektrorezeptoren in der Schnauzenregion – aufgespürt. Diese Sinnesorgane ermöglichen es dem Hai, schwache bioelektrische Felder versteckter Beutetiere zu detektieren, selbst wenn diese im Sediment vergraben sind.
Die kleinen, spitzen Zähne mit mehreren Nebenspitzen sind ideal geeignet, um Krebstiere zu greifen und deren Panzer aufzubrechen. Katzenhaie jagen vorwiegend in der Dämmerung und nachts; tagsüber verhalten sie sich weitgehend inaktiv.
Verhalten & Lebensweise
Katzenhaie sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie häufig in Gruppen in Felsspalten, Höhlen oder zwischen dichtem Algenbewuchs. Dabei wurde beobachtet, dass sich einzelne Tiere teilweise übereinander legen – ein Verhalten, das bei Haien ungewöhnlich ist. Katzenhaie bilden jedoch keine sozialen Strukturen im engeren Sinne; die Aggregationen dürften eher durch günstige Ruheplätze bedingt sein als durch aktive Gruppenbildung.
Gegenüber dem Menschen sind Katzenhaie völlig harmlos. Aufgrund ihrer geringen Körpergröße und ihrer scheuen Natur stellen sie keinerlei Gefahr dar. In Aquarien gelten sie als relativ pflegeleicht und werden daher häufig in öffentlichen Schauaquarien gehalten.
Katzenhaie besitzen kein ausgeprägtes Revierverhalten, bewegen sich aber innerhalb relativ begrenzter Aktionsradien. Markierungsstudien zeigen, dass einzelne Individuen über Monate hinweg in denselben Küstenabschnitten verbleiben, ohne größere Wanderungen zu unternehmen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Katzenhaie sind ovipar, das heißt sie legen Eier. Die Paarung findet je nach Region im Frühjahr oder Sommer statt und geht mit einem Balzverhalten einher, bei dem das Männchen sich um das Weibchen windet und es mit den Zähnen am Brustflossenbereich festhält. Die Befruchtung erfolgt intern mithilfe der Klasper – paarige Begattungsorgane, die aus den Bauchflossen hervorgegangen sind.
Das Weibchen legt über einen Zeitraum von mehreren Monaten jeweils paarweise Eikapseln ab. Diese hornartigen, rechteckigen Kapseln besitzen an den Ecken lange, gewundene Fäden, mit denen sie sich an Algen,